Weihnachtsmarkttest (4): Striezelmarkt

Der Dresdner Striezelmarkt ist der älteste der Welt, heißt es. Ob er auch der schönste ist, wollen den ganzen Dezember über busweise die Menschen aus nah und fern erkunden. Für Dresdner eine schwere Zeit, denn alle Straßen sind verstopft, und der schwere Duft des Touristenparfums mischt sich nur mühsam mit dem Rauch der Thüringer Röster (nötigenfalls auch der echt sächsischen Bratwurst) und der Fertiggewürzmischung der Glühweinpanscher.

Der Striezelmarkt, der 1434 nur amVortage des Heiligen Abends stattfand, später dann vom Montag vor Heiligabend bis zum Weihnachtsabend, findet mittlerweile den ganzen Advent statt – auf dem Altmarkt, wo er auch seinen Anfang nahm. Als ältester Weihnachtsmarkt punktet der Striezelmarkt natürlich, aber die Berühmtheit schlägt (natürlich) auf die Preise durch. Hier kann man mit ein wenig Glück für zwei Euro eine schlechte Brastwurst bekommen und für 2,50 Euro einen lauwarmen Fruchtglühwein.

Es geht aber auch anders, natürlich: Leider schon lange kein Geheimtipp mehr ist unser Lieblingsglühweinstand: Vom Winzer – und seit Jahren mit dem gleichen netten jungen Mann (linkes Ausschankfenster). Preislich mit 1,80 Euro im Striezelmarktmittelfeld, geschmacklich unangefochten on top.

Natürlich gibt es auf dem Striezelmarkt etliche Strollenstände (Striezel!) – doch der beste ist etwas abseits gelegen beim reichlich kümmerlichen Handwerkermarkt. Etwas lieblos im Abseits findet er nicht die Beachtung, die er verdient. Die Stollenbäcker dort sind auch schon seit Jahren dort, und sie sind supernett. Sie erklären geduldig, posieren für Fotografen – und backen nebenbei leckere Stollen. Zünftig!

Insgesamt lässt die Gemütlichkeit des Striezelmarktes zu wünschen übrig, und das Bühnenprogramm ist für meine Ohren (und die vieler Besucher, wenn man mal die Ohren aufmacht) eher eine Qual denn ein Genuss.

Weihnachtsmarkt Dresden Striezelmarkt Weihnachtsmarkt Dresden Striezelmarkt

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Aufgenommen am 8. Dezember 2003

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