Dresden-Kalender 2005: Mai

Dresden Kalender 2005Die drei Elbschlösser Schloss Albrechtsberg, Villa Stockhausen, Schloss Eckberg liegen (in dieser Reihenfolge, wenn man elbaufwärts fährt) zwischen Altstadt und dem Blauen Wunder am ehedem mit Wein bewachsenen Elbhang. Das Mai-Bild des Dresden-Kalenders ist vom Blauen Wunder aus aufgenommen – also mit Blick in Flussrichtung.

Schloss Albrechtsberg und die Villa Stockhausen entstanden ab 1850: Albrechtsberg (vollendet 1854) für den preußischen Prinzen Albrecht, der eine nicht standesgemäße Verbindung mit Rosalie von Rauch eingegangen war. Der jüngste Bruder des späteren Kaisers Wilhelm I. musste – so streng waren seinerzeit die Bräuche – einen Wohnsitz außerhalb Preußens für sich und die Tochter des preußischen Kriegsministers wählen. Der Elbhang in Dresden war da gerade richtig.

Das dreigeschossige Schloss aus Sandstein ist nach dem Vorbild römischer Renaissancevillen im Stile des Berliner Spätklassizismus erbaut. Architekt war der Schinkelschüler Adolf Lohse, der auch für den Kammerherrn von Prinz Albrecht, Baron von Stockhausen, nebenan die Villa Stockhausen baute. Die Villa ist die „verkleinerte Ausgabe“ des Schlosses Albrechtsberg und wurde ein Jahr eher fertig.

Die Villa Stockhausen wird von den Dresdnern oft auch Lingnerschloss genannt, weil sie von 1906 bis 1916 Karl August Lingner gehörte. Den kennt man einerseits als Fabrikant (Odol) und andererseits als Gründervater des Hygienemuseums. Lingner vererbte Schloss und Park der Stadt Dresden als Erholungsstätte für die Öffentlichkeit. Ein schwer wiegendes Vermächtnis, das jetzt ein Grund dafür ist, dass die Villa Stockhausen als einziges der drei Schlösser leer steht.

Schloss Eckberg wurde 1859 bis 1861 als Villa Souchay vom Großkaufmann Souchay im neogotischen oder auch Tudorstil erbaut. Den asymmetrisch angelegten Sandsteinbau erkennt man leicht an seinem 25 Meter hohen Sandsteinturm, in dem sich seit dem Umbau zum Hotel 1985 das Hochzeitszimmer befindet.

Auch hier wurde übrigens Hygeniegeschichte geschrieben: Ottomar Heinsius von Mayenburg war ab 1925 Besitzer von Eckberg. Er ist der Erfinder der Zahnpastatube, die er zuerst im Handwerksbetrieb im Dachgeschoss der Löwenapotheke (Wilsdruffer Straße) herstellte.

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