Dresden-Kalender 2005: Juni

Dresden Kalender 2005Blaues Wunder heißt die Brücke zwischen den beiden Dresdner Stadtteilen Loschwitz und Blasewitz, über die man auch als Tourist wenigstens einmal gegangen sein muss. Die gerne erzählte Story, wonach die am 15. Juli 1893 eröffnete „König-Albert-Brücke“ ursprünglich grün war und sich dann nach und nach wie von alleine blau färbte, stimmt offensichtlich nicht: Im Dresdner Anzeiger von 1893 wird die Brücke als blau beschrieben, und erst seit 1935 wird – nach einem Zeitungsartikel – die Mär vom Farbwechsel verbreitet.

Blau heißt die Brücke – deren offizieller Name heute übrigens Loschwitzer Brücke ist – also wegen der Farbe. Und Wunder? Weil dieser Stahlbau einfach genial gebaut ist! 296 Meter lang ist die Brücke, und die größte Spannweite beträgt 146 Meter. Claus Köpcke und Hans Manfred Krüger haben die Brücke entworfen. Und denke keiner, dass damals die Finanzierung einfacher war: 2,26 Millionen Mark hat sie gekostet – und wurde durch einen Brückenzoll refinanziert. Fußgänger, Radfahrer, Straßenbahn-Fahrgäste sowie Hühner und Gänse zahlten (bis 1923) je drei Pfennig.

Ein wenig erinnert das Blaue Wunder an den Eiffelturm, aber der ist ja nicht blau und steht zudem aufrecht. Doch die Ähnlichkeit kommt nicht von ungefähr: Das Blaue Wunder stammt aus der gleichen Zeit. Am 15. Juli 1893 wurde die Brücke eingeweiht. Doch so ganz traute man damals dem Brückenschlag zwischen Loschwitz und Blasewitz ohne Pfeiler in der Elbe nicht, das Foto der Belastungsprobe mit Fuhrwerken und mutigen Anwohnern zeigte durchaus zweifelnde Gesichter. Die Spannweite des Bauwerkes beträgt 280 Meter, zwischen den Trägertürmen 146 Meter.

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