Uromas Pfefferkuchen

Pfefferkuchen

Uromas Pfefferkuchen schmeckt, ehrlich gesagt, kein bisschen nach Pfeffer. Das sollte nicht weiter verwundern, weil keiner drin ist! Das Original-Rezept weist übrigens eine Besonderheit auf, denn da steht eng beieinander „zwei Eier warm zerschneiden“, was Generationen von Nachahmern zur Verzweiflung getrieben hat. In Wirklichkeit bitte nicht die Eier zerschneiden, schon gar nicht warm, sondern einfach mehr in Spalten lesen!

Zum Rezept!
Man macht je ein Pfund Zucker und Honig in einem Topf heiß (ein Pfund, lieber Kinder, sind 500 Gramm!). Zwei Pfund Mehl (ergo: 1000 Gramm), 250 g gehackte Mandeln, 100 g Zitronat, 20 g gemahlenen Kardamom, 20 g gemahlene Nelken, 15 g Macisblüte und die abgekühlte Honig-Zuckermasse verkneten. Das ergibt einen gar grausamen Teig, denn er klebt und krümelt gleichzeitig!

Jetzt fügt man den Trieb hinzu – und zwar in Form von 10 Gramm Hirschhornsalz und 10 Gramm Pottasche. Wieder den Teig walken und zur klebrigen Krönung mit zwei Eiern und einem Esslöffel Schweineschmalz versehen.

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen und zwei Bleche gut einfetten. Dann den Teig auf die Bleche bringen, was eine Mordsarbeit ist. Am besten eine Schüssel mit lauwarmem Wasser bereitstellen und die Hände ab und an dort eintunken.

Die Bleche nacheinander backen – 15 Minuten jeweils. Hintereinander, weil der Pfefferkuchen sofort im warmen Zustand zerschnitten werden muss. Die Tradition des Hauses verlangt Rhombenform.

Zum Abschluss den Guss über den warmen zerschnittenen Pfeffekuchen geben: 250 g Puderzucker braucht man pro Blech. Mit wenig Wasser zu einer dickflüssigen Masse verdünnen. Es macht sich gut, wenn ein Blech „weiß“ und eins – durch Zusatz von 125 g Kakaopulver – „schwarz“ wird…

(Aus:
Ulrich van Stipriaan’s
Compendium der nahrhafftesten Speisen & vorzüglichsten Genüsze
sowie Beschreybung derselben in Wort und Bild.
Selbstverlag. Münster 1979)

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