Frauenkirche 13. Februar 2009

Frauenkirche Februar 2009

Es ist der 13. Februar 1945. Bomberverbände nähern sich Dresden, um 21.45 beginnen sie ihr makaberes Handwerk. Es ist der 13. Februar 2009. Die Glocken aller Kirchen läuten in Dresden.

Und die Dresdner gedenken der Bombennacht, mittlerweile recht unterschiedlich. Viele leise, mit Blumen und Kerzen an der Frauenkirche. Es sind dies keineswegs nur die Älteren, auch viele Junge sieht man. Doch bedrückend sind die Worte der Älteren, für sich gesprochen meist, nicht für ein Publikum. „Die ist für den Opi“, sagt die Frau, als sie die Kerze zu den vielen anderen stellt – „weil er uns aus den Trümmern gerettet hat!“

Frauenkirche Februar 2009Weiter weg demonstrieren die Linken gegen die Rechten. Sie haben den Gedenktag für sich entdeckt, instrumentalisieren ihn. Die Musik ist eher krachig und geschmacklos, das ganze hat Event-Charakter. „Ihr solltet Euch schämen!“ sagt die Frau, die vom Alter her schon 1945 dabei gewesen sein könnte. Mindestens 18.000 und maximal 25.000 Tote (so die Historikerkommission) hat es in dieser Bombennacht und den Tagen darauf gegeben, als das Feuer durch die Stadt tobte. Viele sprechen deswegen von einer „sinnlosen Bombardierung“ – was aber immer auch impliziert, dass es eine sinnvolle geben würde. Aber dem ist nicht so. Auch die Bomben der Deutschen auf Coventry waren mörderisch. Dass in Dresden mittlerweile Menschen aus Coventry und Dresden gemeinsam der Toten gedenken können und sich gegen jedweden Krieg aussprechen, ist die gute Nachricht des 13. Februar 2009 in Dresden.

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