Badia a Passignano und San Donato

Badia a Passignano

Natürlich gibt es in der Toskana eine Vielzahl von Orten, die überlaufen sind. Aber es gibt auch welche, die nicht so arg frequentiert sind – meist etwas abseits der großen Straßen. Zweien dieser Kategorie ist dieser Beitrag gewidmet.

Badia a Passignano einen kleinen Ort zu nennen, wäre wohl vermessen. Selbst Dorf erscheint zu groß: Badia a Passignano ist ein Kloster mit einigen Häusern drumherum, eins davon allerdings mittlerweile fast so bekannt wie das vom Vallombroser-Orden (ein reformierter Zweig der Benediktiner) bewohnte Kloster: Die Osteria, die zum bekannten Weingut Marchesi Antinori gehört. Ein lauschiges Plätzchen mit einer gerühmten Küche (allerdings für uns zu früh, es war noch Vormittag und wir hatten anderes vor).

Badia a PassignanoIns Kloster kommt man als Tourist nicht hinein, aber der Weg drumherum ist auch schon ein kleiner Genuss. Man geht oberhalb der schmalen Straße und genießt den Blick über Häuser in die wellige Weinlandschaft. Dort wachsen auf 215 ha die Weine und Oliven der Marchesi Antinori. Der Chianti Classico Riserva „Badia a Passignano“ DOCG ist nur aus der Sangiovese gekeltert – die wachsen aber lediglich auf 50 ha rund ums Kloster. Der Wein ist entsprechend rar, gut ist er auch.

San Donato in PoggioSan Donato in Poggio ist ein nicht so überlaufenes Mittelalter-Städtchen. Der Namensbestandteil Poggio deutet es schon an: Auch San Donato liegt auf einem Hügel. Viele der Häuser innerhalb der Stadtmauern stammen aus dem 14. Jahrhundert, doch San Donato ist älter: Es gibt Urkunden aus den Jahren 985, 986, 988 und 989 – letztere übirgens aus der Abtei von Passignano. Die Lage an der Handelsstraße zwischen Florenz und Sienna machte den Ort strategisch bedeutsam. Das war im 13. Jahrhundert. Heute verläuft die Autostrada etwas weiter westlich, und wenn man nicht die kleineren Straßen entlang fährt, verpasst man San Donato.

San Donato in Poggio>Das wäre aber schade, denn wenigstens einmal sollte man durch die Gassen schlendern und sich an dem alten Gemäuer erfreuen, das teils schief und bucklig ist, aber wer ist das nicht im Alter von 666 Jahren? Die Häuser machen einen frisch renovierten Eindruck, aber sie strahlen keineswegs Kitsch aus. Wie die Donater das hinbekommen haben? Keine Ahnung…

[Lage Badia a Passignano | Lage San Donato]

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