Wanderung entlang der Küste

Marciana Marina

Zweiter Versuch, eine Wanderung in Marciana Marina zu beginnen – erfolgreich, denn dieses Mal waren die Wolken hinter uns. Die Wanderung parallel zur Küste geht durch einen schattigen Wald – man könnte sie eigentlich ohne Kopfbedeckung angehen, weswegen ich vorsorglich schon mal das Basecap irgendwo zwischen Auto und Anstieg verlor.

Steil geht’s hoch, zumindest für Ungeübte. Aber eben schattig und angenehm. Vor allem: allein. Manchmal schimmert rechts türkisfarbiges Meer durch. Der rote Wanderführer schildert den Streckenverlauf genau, aber eigentlich reichen wegen der guten Schilder vor Ort zwei Merkpunkte: Erst Richtung La Cala, dann nach Sant Andrea. Die Nationalpark-Verwaltung hat rot-weiße Markierungen angebracht und ausreichend Holzschilder installiert.

BootspauseErster Zwischenstopp in der Albergo Oleandro kurz vor Sant Andrea, die über eine hervorragende Terrasse verfügt. Es gab sauren Wein, sehr passend (wirklich!) und ein schattiges Plätzchen. Spannend: Vom kleinen Strand Cotoncello geht es über Felsen und künstlich angelegte Treppen und Stege zur Nachbarbucht Sant Andrea. Da ist Hollebolle, wir notieren Handtuch an Handtuch sowie geschäftiges Strandleben mit Bootsverleih und schönen Italienern.

Um den Bus zurück nach Marciana Marina zu bekommen, muss man die Asphaltstraße nach Zancahochlaufen. Oder Glück haben, dass einen auf dem Weg dahin jemand mit nimmt (nein, die Herrschaften hielten nicht an, weil sie uns für hilflose Personen hielten. Die Lockenfrau hatte den Daumen im Wind…).

Torre PisanaMarciana Marina mit dem nicht übersehbaren Torre Pisana ist für mich das schönste Dorf auf Elba. Rausgeputzt, aber nicht überkandidelt, gute Mischung (im September) aus Touristen und Einheimischen. Das alte Fischerviertel Il Cotone ist ein reizvolles Spiel von Farben und Formen – die Stadt hinterlässt einen fröhlichen Eindruck (anders als Portoferraio, dessen Trutzburgen auf die Stadtstimmung ausstrahlen). In der wirklich netten Enoteca Coltelli saßen wir am Ende des Tages zwar das erste, aber nicht das letzte Mal – weil es guten Wein gab und dazu Snacks, die einem bis zum Abendbrot gut über die Runden halfen.

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