Capoliveri

Nach dem Regen

In der Saison muss es hier schlimm zugehen; 800.000 Touristen kommen pro Jahr. Da Capoliveri selbst nur 3.100 Einwohner zählt, die Gassen des Ortes sehr sehr eng sind und alles sich auf engstem Raum abspielt, kommt da sicher kuscheliges Sardinengefühl auf. Aber im September ist das alles sehr erträglich, und statt vor einem der guten Restaurants Schlange zu stehen, bekommt man auch ohne Reservierung einen Platz.

StraßenlebenCapoliveri ist einer der ältesten Orte der Insel – die Lage verpflichtet, war aber auch wohl eine Einladung an alle möglichen Eroberer, es sich hier gemütlich zu machen. So kamen nachenander die Etrusker (900 v. Chr.), die Römer (300 v. Chr.), dieChristen, die PisanerBarbarossa, die spanischen Bourbonen, die Habsburger und immer wieder Piraten. Und nun kommen eben die Touristen. In Capoliveri haben vornehmlich Menschen aus dem Süddeutschen ihr eigenes Ferienhäuschen, das sie dann ein oder zwei Monate lang nutzen. Na gut, das erklärt, warum es hier die Süddeutsche zu kaufen gibt…

Italo BolanoDie Piazza Matteotti ist ein belebter Platz mit Blick aufs Dorf und die weiter unten liegende Umgebung. Von der geschäftigen Hauptstraße Via Roma führen zahlreiche verwinkelte Treppengassen ab, in denen man sich aufs Angenehmste vom ursprünglichen Character des Ortes überzeugen kann. Verlaufen ist unmöglich – man stößt entweder an die Stadtmauer oder auf eine Parallelgasse und findet in der nächsten Gasse zurück. Am Ende der Via Roma öffnet sie sich zu einem Platz, der Piazetta G. Marconi, an dem (einmal wieder) Kunst von Italo Bolano steht, die sich hier – sicher nicht zufällig – in der untergehenden Sonne ganz farbenprächtig gestaltet.

[Lage auf der Elba-Karte]

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