Weihnachtsmarkt auf der Festung Königstein

Der Weihnachtsmann macht Pause

Damals, als vor mehreren hundert Jahren die Burg zur Festung Königstein ausgebaut wurde, galt sie als uneinnehmbar – und sie wurde tatsächlich nie erfolgreich gestürmt. Damals. Doch die Zeiten ändern sich: Neuerdings erobern Touristen die Festung, über 400.000 kommen jährlich (1999 waren es sogar noch 637.000). Man muss schon eine altehrwürdige Festungsmauer sein, um das Gebrabbel auszuhalten, das die Touris manchmal von sich geben: „Or nö, gugge ma, wie dief das da nunner geeht!“ (OK, mit 152,5 Metern runter in den Fels ist der Brunnen der tiefste in Sachsen.)

...und die Musik spielt dazuDer Weihnachtsmarkt auf der Festung ist ein beliebtes Ziel. Mit einem Hauch von Mittelalterverkeidung geben die Buden nach Einbruch der Dämmerung ein schönes Bild ab, das Programm auf der Bühne mit Musikern und Gauklern ist eine feine Unterhaltung. Das wäre also durchaus ein Grund, an einem der Adventswochenenden zur Festung zu kommen und den Eintritt zu bezahlen, denn der Festungsbesuch mit all den Museen ist an sich eine lohnenswerte Sache.

Andererseits ist es oben auf der Festung fast immer windig-kalt, und auch aus kulinarischer Sicht ist der Weihnachtsmarkt nicht das Nonplusultra. Wir bekamen Bratwurst aus dem Großhandelspack, vorgegrillt und im Bräter warm gehalten. Es gab einen Eierlikörpunsch, der weder nach Eierlikör noch nach Punsch schmeckte, sondern nach Vanillesoße aus der Tüte, verziert mit Sprühsahne und Zimt (laut Aufschrift auf dem Standschild sollte das potent machen).

Herrnhuter HimmelPuddingstark machten wir uns auf in die Bärenloch-Kasematten, und da war’s dann wirklich beschaulich: Ein Herrenhuter Sternenhimmel empfing uns, lauschig blieb es den langen Gang entlang bis zur Märchentante am Ende. Interessante Stände (unter anderem ein Chocolatier, sächsische Winzer und Händler mit Naturprodukten aus eigener Herstellung) mit netten Leuten als Verkäufer machte den Bummel zum Vergnügen. Nur wenn ich dann auf der Webseite der Festung lese, dass diese Neuigkeit als „Indoor-Weihnachtsmarkt“ verkauft wird, dann frage ich mich, ob sie die dumm labernden Touristen nicht doch verdient hat…

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