Die Brust mit dem Knöchelchen

Neulich in einem sehr beliebten Restaurant in der Dresdner Neustadt. Es war rammelvoll – alle müssen ja im Advent ausgehen und nachholen, was sie das Jahr über nicht geschafft haben. Aber das Team machte gar keinen gestressten Eindruck, sondern war gut drauf und hatte – so gut das ging – sogar noch Zeit für das eine oder andere Schwätzchen.

In der Adventszeit gibt es dort das von Freunden hoch gelobte Angebot Ente, Rotkohl und Klöße – satt! Mir war aber gar nicht nach „satt“, ich wollte: Entenbrust mit Rotkohl. Einmal. Also fragte ich, ob das ginge: Nur einen Gang, den aber mit einem Stückchen Entenbrust? – „Na klar, kein Problem!“ Wie schön!

Vorweg sollte es Gebratene Entenleber mit Salbei-Äpfeln und Winterendiviensalat sein. Wurde es auch (halbe Portion, geteilt mit der Nachbarin). Die Leber war (was schon mal passieren kann, aber nicht passieren sollte) etwas trocken – der Salat dazu mit einem angenehmen Dressing. Bei uns. Die beiden anderen, die sich den anderen Teller der gleichen Vorspeise geteilt hatten, berichteten Anderes: Alles sei in Ordnung gewesen (und die Leber, ich habe gespinxt, sah auch deutlich besser aus nach dem Anschnitt).

Dann kam die Ente! Zwei wunderschöne Klöße, bezaubernd riechender Rotkohl – und zwei kräftige Entenkeulen. Ich aß nicht auf, denn mir war ja so nach Entenbrust! „Oh,“ wunderte sich die Bedienung, „hat es nicht geschmeckt?“ Doch doch, beeilte ich mich zu sagen, doch ich hätte mir doch so sehr bei der Bestellung schon ein kleines Stückchen Entenbrust gewünscht! Ob ich das vielleicht jetzt, im Nachgang sozusagen…? – „Na klar, kein Problem!“ Wie schön!

Nach einiger Zeit kam der zweite Gang, wunschgemäß ohne Knödel, mit bezaubernd riechendem Rotkohl – und einem kleinen Stückchen Entenkeule. Ich konnte leider nicht so schnell stutzen wie die Bedienung wieder fort ging, weswegen ich den Teller ungefragt auf den leeren Nebentisch stellte, wo er verwundert weggeräumt wurde. Was denn nicht stimme? „Och“, meinte ich, „auch diese Brust hat mir zuviel Knöchelchen, so wie die beiden beim ersten Versuch!“

Kam der Koch. Zeigte mir auf einem Teller rohe Entenkeule und direkt daran angelegt eine abgeschnittene Entenbrust. Ob ich wirklich die wolle?

Ja, ich wollte – und bekam sie auch. Schließlich waren wir in „Dresdens kulinarischer Adresse für entdeckungsfreudige Genießer“ (Speisekartenaufdruck)!

hierschönessen
Görlitzer Str. 20
01099 Dresden

0351/25652898
www.hierschoenessen.de

Geöffnet
Di – Sa 17:30 bis 24 Uhr, So 17:30 bis 22 Uhr

[Besucht am 9. Dezember 2011. Lage | Karte der hier besprochenen Restaurants in Dresden und Umgebung]

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