Gemütlich? Oder eher beengt?

Elbhang-Weihnachtsmarkt

Manche mögen’s eng. Die sind auf dem Weihnachtsmarkt des Elbhangfestes gut aufgehoben! Der 15. seiner Art ist gestern zu Ende gegangen – eine Besonderheit dieses Marktes, dass er nicht ewig dauert. Aber als Tipp kann man sich das merken, denn nach all den Erfahrungen wird der 16. so sein wie der 15., denn schon der war wie der 14. und all die anderen zuvor: Gemütlich, kuschelig – oder, wenn man nicht so gut drauf ist, viehisch eng.

Das liegt an der Örtlichkeit: Loschwitz und dort die Friedrich-Wieck-Straße ist nicht so weitläufig. Am rechten Elbufer vor dem Blauen Wunder gelegen geht es dort sehr dörflich und kleinteilig zu. Die Häuser sind so, wie man es sich für einen alten Fischerdorf-Marktflecken vorstellt, mit Fachwerk und eher geduckt-klein. Die Stände stehen parallel zu diesen kleinen Häusern, die mit ihrem Giebel zur Straße stehen. Der Platz dazwischen – pardon: wer oder was? Platz? Nein, da ist kein Platz. Da ist Luft für eine Schlange Menschen, die in die eine Richtung geht und Knuddelraum für die, die in die andere Richtung wollen. Die Einen mögen’s, die Anderen suchen den Umweg außen rum und finden dennoch Platz an einem der Glühweinstände.

Die sind, und auch das zeichnet diesen Markt aus, nicht in gefühlt erdrückender Überzahl: Handwerkliches überwiegt hier, und das Angebot ist ausgesprochen geschmackvoll (wie auch in den Läden, die quasi Teil des Marktes sind). Man kann hier gut und vielleicht auch gerne einiges Geld lassen, hat dafür aber auch was, was die Anderen nicht haben. Die zahlenmäßige Überlegenheit feinen Tuches bei Mänteln oder die deutlich sichtbar getragenen Markennamen auf den Jacken deuten allerdings darauf hin, dass es hier keine Falschen trifft. Umso erstaunlicher, dass die Preise für unser Lieblingsheißgetränk für Dresdner Verhältnisse unterdurchschnittlich sind (2 Euro der Becher, ein Euro Pfand für denselben) – woran man sieht, dass man mit Unterdurchschnittlichem auch überdurchschnittlich toll sein kann!

Loschwitzer Weihnachtsmarkt – vom 1. bis zum 4. Advent, täglich bis 20 Uhr

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