Alles Liebling, oder was?

Wine & Dine mit drei Winzern im bean&beluga

Natürlich haben wir unsere Lieblingswinzer, unsere Lieblingsköche, unsere Lieblingssommeliers und -bedienungen. Da ist es ein schöner Zufall, wenn man mal an einem Abend gleich einige aus jeder Kategorie zusammen treffen und genießen kann. Im bean&beluga waren mit Markus SchneiderKarl-Friedrich AustFrédéric Fourré drei Winzer, deren Weine wir sehr schätzen, zu Gast. Stefan Hermann schickte elf Gerichte aus der Küche, natürlich passend zu den Weinen der Winzer. Es gab Vorschläge, welcher Wein wozu passen würde – aber wenn Jens Pietzonka da ist, sollte man ihn besser fragen: Da gibt’s schon mal einen Tipp außer der Reihe.

Tagesbar und Feinschmeckerrestaurant waren gleichermaßen in das Geschehen einbezogen und nahezu komplett besetzt. Allerdings gab es die Einladung, nicht dauernd am Tisch sitzen zu bleiben, sondern herumzugehen: Die Winzer hatten jeweils ihren eigenen Stand, an dem man mit ihnen ins Gespräch kommen und die mitgebrachten Weine auch außerhalb der Menüfolge probieren konnte. Das klappte vor dem Essen ganz gut und mittendrin noch einmal, als Stefan Hermann am Herd der Kochschule stand und das Leipziger Allerlei fertig stellte – natürlich eins, das diese Bezeichnung wirklich verdient, mit frischen Morcheln und Flusskrebsen. Und was für welchen: groß, festes Fleisch, geschmackvoll.

Das Leipziger Allerlei war für uns einer der Höhepunkte. Zwei andere: Spargel / Melone, wobei der Spargel als Mousse sehr intensiv schmeckte und dem Frühlingsklassiker endlich mal eine ganz andere Konsistenz gab. Und dann muss man, wenn Stefan Hermann Maibock zubereitet, nochmal darauf hinweisen, dass er das unverschämt gut macht.

Bei den Weinen ging’s uns ähnlich wie beim Essen: Alle gefielen, aber einige dann doch mehr als die anderen. Der 2011 Weissburgunder & Grauburgunder von Karl-Friedrich Aust, der 2011 Grauburgunder von Frédéric Fourré, der 2009 Vet rooi Olifant Stellenbosch von Markus Schneider (zum Maibock!) wären unsere Lieblinge gewesen, wenn nicht… Ja, wenn nicht an solchen Abenden die Winzer sich oft einen Spaß daraus machen, geheimnisvoll von Tisch zu Tisch zu huschen und unter vorgerhaltener Hand einzuschenken, was es eigentlich gar nicht geben dürfte (manchmal laufen sie nicht mal rum und man muss zur rechten Zeit am rechten Platz sein…). Ein ganz fantastisch knackiger Riesling Reserve von Markus Schneider gehörte dazu, und Frédéric Fourré empfahl nicht ohne Grund zur Dessertzeit seinen Morio Muskat.

Das Essen.
Saibling / Kopfsalat / Sauerrahm
Roastbeef / Spargel /Salsa Verde
Gazpacho / Wildkräuter
Spargel / Melone
Leipziger Allerlei / Flusskrebse
Risotto / Bärlauch / Calamaretti
Milchkalb / Kartoffel-Gurkensalat
Maibock /Spitzkohl
Roquefort / Portwein /Hibiskus
Crême Brulée / Rhabarber
Erdbeersüppchen / Grießknödel

Die Weine.
Karl-Friedrich Aust / Radebeul, Sachsen
2010 Kerner / 2011 Weissburgunder & Grauburgunder / 2011 Bacchus
Frédéric Fourré / Radebeul, Sachsen
2011 Gutedel / 2011 Weissburgunder / 2011 Grauburgunder
Markus Schneider / Ellerstadt, Pfalz
2011 Weissburgunder / 2011 Viognier / 2010 Blackprint / 2009 Vet rooi Olifant Stellenbosch
Übermut Rot

bean&beluga
Bautzner Landstr. 32
01324 Dresden

Tel. 0351 / 44008800
http://www.bean-and-beluga.de

Geöffnet:
Gourmetrestaurant: Di – Sa 18.30 – 22.00 Uhr
Tagesbar: Di – Sa, 10 – 23 Uhr

[Besucht am 12. Mai 2012 | Lage und Karte der hier besprochenen Restaurants in Dresden und Umgebung]

Mehr lesenswerte Beiträge

  • Nah dran und doch weit weg

    Als er, sagte Sommelier Jens Pietzonka, neulich bei Matthias Hey den Weinberg hochgestapft sei, da sei ihm klar geworden: Auch bei Naumburg gibt es Steillagen! […]

  • Ein Abend im william

    Wir waren in einem ganz außergewöhnlichen Konzert: einem Abschlusskonzert in der Musikhochschule – um 17 Uhr hatte Seul-Ah Youn aus der Meisterklasse von Prof. […]

  • Der Wein schmeckt ja nach viel zu viel!

    Wenn es bei drei Winzern zwölf Weine gibt wie vor einem Monat, wie viele würden es denn dann wohl werden, wenn nur einer da ist? “Wahrscheinlich genug!” […]

  • Viermal Spitze beim Weiberabend

    Das Leben ist kein Ponyhof, und ein Weiberabend ist kein Mädelsabend. Denn anders als bei diesem durften bei jenem auch Männer dabei sein, wenn auch nur […]

  • Besuch vom Winzer

    Wenn man nicht zum Winzer kann, kommen die Winzer eben selbst vorbei: Patrick Johner vom Weingut Karl-Heinz Johner, Hans-Bert Espe und Silke Wolf von […]

  • Alles eine Frage der Philosophie

    Das Weingut Jean Stodden in Rech an der Ahr ist klein: 6,5 ha. Aber es gehört zu den ganz Großen, ist (seit 2005) Mitglied beim VDP, heimst Preise und […]

1 Kommentar zu Alles Liebling, oder was?

  1. *Reinhard* // 27. Mai 2012 um 19:25 // Antworten

    Spargel als Mousse, noch nie gehört, aber klingt sehr einladend

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

*