Winzerumfrage, Teil2

Weinlese-Abschluss. Foto: Karl Friedrich Aust

Wie wird der Weinjahrgang 2012? Wir haben sächsische Winzer befragt und unterm Strich die (nicht überraschende und auch schon bekannte) Tendenz bestätigt bekommen: Weniger Wein als im Vorjahr, aber dafür beste Qualität.

Karl Friedrich AustIm Weingut Aust wurde die Weinlese 2012 am 31. Oktober abgeschlossen. „Wir sind stolz auf die Weinqualität des 2012 Jahrgangs aber vor allem sind wir froh darüber, dass die Natur wieder mitgespielt hat,“ schreibt uns Karl Friedrich Aust und ergänzt: „Eine Auswahl unserer Weißweine haben wir wieder im Barrique vergoren, von unserem Spätburgunderweinberg konnten wir nur eine sehr kleine Menge ernten, um so dichter und stoffiger zeigt sich dieser Spätburgunder und gibt uns Anlass besonders gespannt auf die Abfüllung ab zu warten.“

Thomas Herrlich vom Weingut Vincenz Richter schreibt: „Eigentlich ein Badischer Jahrgang in Sachsen. Reife Trauben, auch physiologisch reife Trauben mit Mostgewichten von 88-100° Öchsle, dazu passend eine reife Säure, so dass wir beim Riesling auf Grund der vorhandenen hohen Öchslewerte den Erntetermin nach der Säure durchgeführt haben. Die Jungweine machen jetzt schon viel Spaß beim Probieren.“

Winzer Lutz MüllerDer Winzer Lutz Müller ist ein wenig hibbelig am Telefon – na klar: Er baut seinen Wein erstmal im eigenen Keller selbst aus. Mit der Menge der geernteten Trauben ist er zufrieden („ein bissl mehr als im Vorjahr!“), bei der Qualität setzt Lutz Müller dann noch ein „sehr“ vors zufrieden. „Der Riesling wird spannend!“, sagt er und freut sich, dass die Natur ihn bei seinen heimlichen Lieblingen Burgunder und Traminer ebenfalls nicht im Stich gelassen hat: „Super Qualität!“. Ab März werden wir die Aussagen überprüfen können!

Weinhaus SchuhAusführlich antwortete Walter Schuh, der für seine Roten sogar von einem „Ausnahmejahrgang“ spricht. Hier sein Statement: „Wer hätte gedacht dass nach widrigen Wetterbedingungen durch Hagel und Sonnenbrand sich der Jahrgang 2012 zu einem Spitzenjahrgang entwickeln würde – vorausgesetzt der Winzer hat schon im Weinberg alles richtig gemacht. Ein sonniger Herbst und ein goldener Oktober haben diejenigen ausreichend belohnt, die genug Nerven hatten, abzuwarten. Eine späte Lese führte nicht nur zu Spätlesequalitäten, sondern vielmehr wurden mehrfach dreistellige Mostgewichte festgestellt.
Vollkommen gesundes Lesegut garantiert ein „easy going“ im Keller. Wir erwarten bei den Weißen vollmundige, sortentypische und dennoch körperreiche Weine mit schneller Reife bei einer feinnervigen Säurestruktur und vieeeel Schmelz.
Für die Rotweine ein Ausnahmejahrgang, unser zweiter BIO Jahrgang, Regent und Dunkelfelder präsentieren sich mit großem Potential, Spätburgunder zeigt bereits jetzt eine außergewöhnlich feine Frucht und Eleganz. Weine die Spass machen. Einziger Vermutstropfen: die Menge fiel Bescheiden unter Durchschnitt aus. Man kann halt nicht alles haben. Bei so einem wundervollen Jahrgang fällt es allerdings nicht schwer, auf eine größere Erntemenge zu verzichten.“

Tim StrasserAuch für Tim Strasser (Rothes Gut) war 2012 ein gutes Jahr: „Die Erträge sind etwas geringer als 2011, aber mit der Qualität wiederum sind wir zufrieden!
Es war ein Jahr voller Ereignisse, nicht nur, dass das Rothe Gut sich im dritten Jahr befindet, wo wir selber unsere Weine kelltern sondern wir konnten zum ersten Mal in der neu gebauten Kellerei unsere Weine ausbauen!
Derzeit haben wir zehn verschiedene Weine im Angebot – vom typischen Goldriesling bis hin zu dem beliebten Hibernal, eine pilzwiderstandsfähige Rebsorte aus Seibel x Riesling! Erstmals wird es einen Rosé geben, ein toller Begleiter durch den Sommer – bestehend aus Spätburgunder und Regent!“

[Zum ersten Teil der Umfrage]

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