Filicudi

Oktober 2014: Filicudi

Filicudi bietet Superlative: Eine Millionen Jahre alt! Und die am längsten besiedelte Insel des Archipels der Liparischen Inseln. Auf dem Capo Graziano, der Halbinsel im Südosten der drittkleinsten der sieben äolischen Inseln, haben vor 4.000 Jahren schon Menschen gelebt. Sie fühlten sich da sicher, so mit Wasser rundrum und steil aufsteigenden Bergen. Ich fand’s als bekennender Nicht-Schwindelfreier reichlich luftig und überhaupt nicht gemütlich, man könnte sogar sagen: aufregend. Allerdings hatten die Bronzezeitlichen aus ihren Rundbauten einen vorzüglichen Blick über die Insel, mit Sonnenaufgang zwischen Salina und Lipari – und wenn sie abends mal ein wenig chillten, sahen sie Alicudi im Sonnenuntergang.

Touristisch ist Filicudi nur zur Hauptsaison umwuselt – ansonsten ist es ruhig bis sehr ruhig. Es gibt ein sehr schönes Hotel – La Canna – mit hervorragendem Restaurant. So gut, dass wir jeden Abend da waren (wir und Halbpension – eigentlich ein Widerspruch!) und uns mit solider fein gemachter Hausmannskost verwöhnen ließen. Das Hotel liegt überm Hafen, der täglich von den Siremar-Fähren (und im Sommer auch von den Schnellbooten) angesteuert wird. Das Rasseln der Ankerketten ist einer der Höhepunkte des Tagesablaufs: Kommen Neue? Der Hafen ist, wenn das Boot kommt, regelrecht belebt: Bis zu zwanzig Menschen gleichzeit sieht man sonst nie auf Filicudi! Außer wenn man mit einer großen Wandergruppe unterwegs ist, vielleicht.

Gleich am Hafen gibt es für die etwa 250 Bewohner der Insel einen Lebensmittelladen, eine (als wir im Mai da waren: geschlossene) Apotheke, ein nautisches Zentrum – natürlich auch geschlossen im Mai. Geöffnet sind die reichlichen Wege der Insel, teils über Treppen, teils als Maultierpfad. Manchmal teilt man sich den mit Kühen oder Ziegen, aber das macht denen offensichtlich nichts aus: Sie haben sich an die wenigen Menschen hier gewöhnt.

Oktoberblatt des Kalenders 2014.

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