Lipari zwischen Bims und Kaolin

Dezember 2014: Lipari

Die Fischer sind schon unterwegs, na klar. Aber sie haben keinen Blick für das morgendliche Schauspiel, wenn sich die Sonne als roter Feuerball aus dem Meer erhebt. Sie kommen herein in den Hafen Marina Corta, um den Fang der Nacht anzulanden. Was für die Fischer tägliche Müh‘ bedeutet, ist für den Touristen beeindruckendes Spektakel: Mit der Chiesa delle Anime del Purgatorio im Vordergrund erhebt sich die Sonne erstaunlich schnell – nur zehn Minuten sozusagen von Null auf Tageslicht.

Tage, die fotografisch bedingt so früh beginnen, lassen viel Zeit für allerlei Erkundungen. Besonders schön ist es morgens auf dem Burgberg. Die Akropolis von Lipari mit castello und Cattedrale di San Bartolomeo ist auch noch zwischen acht und neun nahezu menschenleer, mit der Sonne im Rücken lassen sich die Marina Corta und die Ansiedlung rund um den Hafen wunderbar beobachten. Was natürlich besonders angenehm ist: die Bars haben schon geöffnet, einem caffèe steht also nichts im Wege (zweien auch nicht…).

Eine Rundfahrt über die Insel ist möglich mit dem Taxi, mit dem Bus oder mit gemietetem Roller. Klare Empfehlung: Vespa – man kann sich die Stopps bequem einrichten und beispielsweise recht lange in Canneto verweilen. Schöne Häuser mit markanten Balkons, eine Basilica, aber vor allem natürlich eine wundervolle Gelegenheit zum Mittagssnack in der Bar Rosticceria Papisca – nicht nur wegen des kühlen Weißweins zum aperitivo und dem frittierten Fisch, sondern vor allem wegen des Eises. Das beste der Insel, sagen viele. Wir waren nicht überall, aber vortrefflich war’s schon!

Etwas weiter nördlich befinden sich die aufgelassenen Reste der Fabriken des Bimssteinabbaus. Das war mal eine große Industrie auf Lipari – aber seit 2007 ist der Abbau eingestellt. Das Weiß des Bims kontrastiert sehr schön mit dem Rot der Felsen bei den Kaolingruben Cave de Caolino. Auch die Abbaustätte der Porzellanerde Kaolin an der Westküste in der Nähe von Quattropani wird nicht mehr genutzt – wir haben sie bei einer Wanderung von Pianoconte aus erkundet. Doch das ist eine andere Geschichte.

Dezemberblatt des Kalenders 2014.

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1 Kommentar

  1. Endlich möchte ich mich mal für die tollen Berichte und Fotos bedanken! Ich lese schon eine ganze Weile hier und habe schon viele Anregungen mitgenommen.

    Vielleicht kann ich mich mit einem kleinen Tipp revanchieren: Wir waren vor 2 Jahren im Mairatal. ich habe in meinem (Strick-)blog ab hier erst von unterwegs und dann nochmal im Rückblick berichtet, ab hier
    http://antjeswerk.de/gruse-aus-dem-mairatal/

    Viele Grüße
    Antje

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