Die Saline von Salina

Saline von Salina

Die Saline, die der Insel Salina ihren heutigen Namen gab, gibt’s nur noch als Tümpel. Das war natürlich nicht immer so – wäre die Salzgewinnung unbedeutend gewesen, hätte man der Insel sicher nicht den schönen griechischen Namen Didyme (Zwilling, für die beiden Vulkane) genommen. Ludwig Salvator, der genau beobachtende Erzherzog und Naturwissenschaftler, schreibt 1893 in seinem zweiten Heft zu den Liparischen Inseln, dass „die Salinen, von einem sandigen Rande umgeben, bloss den rückwärtigen Theil der Punta d’ ‚a Lingua einnehmen“. Wie man Meersalz gewinnt, ist seit Jahrhunderten im Prinzip die gleiche Prozedur: Das Meerwasser wird in ein Beckensystem geleitet und verdunstet in einem sehr schönen Zusammenspiel von Wind und Sonne.

Saline von SalinaAber von dem System (Ludwig Salvator: „Es gibt fÜnf Reihen zu drei Feldern, jedes mit kleinen Beeten gegen den Pantanu zu, und vier Felder mit unregelmässigen Beeten gegen Renella hin“) erkennt man nichts mehr. Der Tümpel hat dennoch eine gewisse Anziehungskraft: Zugvögel nutzen ihn und Touristen. Die ersteren zum Rasten, die zweiten zum Umrunden mit Besuch des Leuchtturms an der Spitze, der auch munter vor sich hin rottet und schon mal bessere Zeiten gesehen hat. Aber der Weg dahin lohnt schon deshalb, weil sich von hier das zweitschönste Panorama mit Saline eröffnet: Der mit 962 Metern höchste Berg des Archipels, der Monte Fossa delle Felci, bildet von hier aus den perfekten Hintergrund. Noch schöner ist die Saline nur von weiter oben!

SalinaDer Weg hoch ist bezaubernd, aber leider eine Sackgasse. Früher verband er mal die Orte Lingua und Rinella – aber irgendwann gab es Erdrutsche, und der Weg war futsch. Der erste Teil von Lingua aus führt hoch ins Vallone d’Ogliastro und gehört zu den schönsten Spaziergängen, die man auf der Insel unternehmen kann. Schuld daran sind – natürlich – die Ausblicke! Nicht der auf die Müllverbrennung gleich am Anfang, da sehen wir drüber weg und gucken einfach mal in die andere Richtung. Aber dann geht es Schlag auf Schlag. Wir haben: einen gemütlich breiten Weg – mit Zaun, wow! Der ist hier zwar nicht nötig (und später, wo es für uns Schwindelerregte kribbelig wird, ist natürlich keiner), aber nett anzuschauen. Dann gibt’s einige nette Häuser, die zu bewohnen man sich nicht weigern würde. Und einen wunderschönen Olivenhain, von Menschenhand angelegt und gepflegt.

SalinaDer Nahbereich ist zwar noch längst nicht ausgelotet, aber die Ferne bietet auch ihren Reiz. Zuerst: Blick auf Panarea und Stromboli. Dann, man muss sich nur weiter drehen und zurück schauen, Lipari und Vulcano mit der Küste Siziliens im Hintergrund. Und, soviel sei schon verraten, am Wendepunkt dieser Tour, Alicudi und Filicudi gibt es auch noch. Da Salina natürlich immer unter unseren Füßen und im Vordergrund ist, haben wir mithin auf diesem kleinen Spaziergang (250 Meter hoch, zwei Kilometer etwa hin – zurück genau so lang, nur runter) alle Inseln des Archipels im Blick, wenn auch nicht gemeinsam. Man kann ja nicht alles haben.

S. Salina – Lingua – Vallone d’Ogliastro

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