Weinzentrale mit VDP-Wand

Jens Pietzonkas Weinzentrale eröffnet im August in der Hoyerswerdaer 26

Links die Bar, rechts…

Sie sehen, dass Sie nichts sehen. Also fast nichts. Aber: „Wir haben einen Plan!“ Jens Pietzonka, der im Jahr 2013 gleich zweimal zum Sommelier des Jahres gewählt wurde (im Februar vom Falstaff, im Oktober vom Busche-Verlag), steht in den Räumen seiner Weinzentrale. Er spricht mit dem Inneneinrichter und anderen, die aus dem leeren Raum das Ding machen sollen, auf das uns Jens Pietzonka seit seinem Weggang als Restaurantleiter und Sommelier bei bean&beluga viral geil macht.

Die Weinzentrale hat jetzt also ein wirkliches Zuhause, das man betreten kann. Zu trinken gibt’s allerdings noch nichts – außer dem Wasser, was sich die Handwerker mitgebracht haben. Hoyerswerdaer Straße 26 ist die Adresse des Domizils – ein Eckhaus der Hoyerswerdaer mit der Tieckstraße. Googles Streetview vom September 2008 zeigt hier noch ein Lampenhaus, aber statt der 600 Lampen wird es demnächst dann etwa 400 Weine geben. Wann demnächst ist, wollte ich beim Besuch in der Weinzentrale wissen? „Alles läuft jetzt, aber wir peilen vorsichtig Mitte August an!“ Bis dahin wird gewerkelt und auch schon mal weingefeiert: Am 30. Juni findet eine Veranstaltung mit Gerhard Elze (Pietzonka: „Bester Kenner der österreichischen Weinszene!“) mit den Weinen der Weingüter Ott, Gesellmann und Brenner Reisetbauer als PopUp beim befreundeten Kollegen Ralf Hiener in der Kochschule vom Raskolnikoff statt (mit Aperitif um 19 Uhr in der Weinzentrale!). Für die vielen (Stand heute: 696) virtuellen Freunde der Weinzentrale bei Facebook verspricht Jens Pietzonka eine Überraschung: „Eine Weinbar ohne Bar, aber mit Wein!!!“ – an einem Tag Mitte Juni (update: es ist der 12. Juni ab 21.30 Uhr!). Außerdem sollen ab Mitte Juli an bestimmten Tagen schon mal die ersten Weine über den entstehenden Tresen gehen. „Entweder to go, oder man bringt seine Gläser mit!“ sagt Jens Pietzonka.

Aber noch ist es ja nicht so weit: Wir stehen in der leeren Weinzentrale. Ein bissl stolz wie Oskar führt Jens Pietzonka durch den Raum, den man durch zwei Türen im Eck betritt. „Hier siehst du die Glaswand – dahinter kommt ein Weinregal nur mit einem Durchlass bei der Tür. Man betritt die Weinzentrale also durch einen kleinen Weintunnel – sehr angemessen. Drinnen gehts’s einmal kurz geradeaus und länger nach rechts. Da wenden wir uns zuerst hin, es ist der Raum oben im Bild mit den Fenstern zur Rechten. Eine durchlaufende Sitzbank (mit Kissen, soll ja bequem sein!) wird es da geben – und (alte) Tische mit (auch alten) Stühlen, einen Tisch pro Fenster-Nische. Die lange Wand zur Linken wird man kaum sehen, denn davor ist die Bar. Laaaang und mit netten Details, wie die CAD-Simulation auf dem ebenfalls anwesenden Laptop verriet. Am Ende des Raums: zwei Türen, beide wichtig. Durch die eine geht’s in die (kleine) Küche und das dahinter liegende Lager: Nachschub! Durch die andere geht’s zu den Toiletten, muss ja auch sein: Entsorgung!

Und was ist mit dem kleinen Teil, wenn man reinkommt und nicht nach rechts schaut? Das wird eine kleine Sensation bergen! Denn am Ende an der Wand wird es ein Regal geben, in dem sich Weine aller Mitglieder des VDP, des Verbands der Prädikatsweingüter, ein Stelldichein geben. „Das hat’s noch nicht gegeben!“ meint Jens Pietzonka – und was er nicht sagt: das ist doch einfach geil und setzt Maßstäbe! Alle 199 Betriebe werden gezeigt, und zu trinken gibt’s „eine riesige Auswahl der Betriebe vom Ortswein bis zum Grossem Gewächs“ (Pietzonka). Lustigerweise hatte ich die Ecke just vor dieser Wand schon vor der Führung durch den leeren Raum als zukünftigen Lieblingsplatz ausgesucht – passt also. Bitte nahe beim Riesling!

Aber wann? Irgendwann im Sommer, immer zwischen Montag und Freitag. An jedem der Tage gibt’s was Besonderes – montags beispielsweise sind alle Weine offen im Angebot, und freitags ab 22 Uhr zum Ausklang findet das „Restesaufen“ statt. Restesaufen – haben wir das nicht schon irgendwo gehört? „Na klar!“ meint Pietzonka, das ist „geklaut by Cordobar!“

Weinzentrale

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