Überraschung in Dresden

Der Feinschmecker gibt Stefan Hermanns bean&beluga erstmal vier F

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Es gibt sie noch, die kleinen Überraschungen. Der Feinschmecker, der in diesem Jahr sein 40jähriges feiert, gönnt sich was: statt eines Heftes mit den 800 Besten im Land gibt es zwei, verteilt auf die Monate Juli (also geschrieben im Mai, Juni 2015) und September. Im Sommer erschien „Die besten Restaurants für jeden Tag 2015/2016“, laut Pressetext enthält er „legere Alternativen zu den renommierten Gourmetrestaurants: Insgesamt 500 muntere Bistros, beliebte Szenelokale und gemütliche Gasthäuser“. Und jetzt gibt’s aktuell „Die 500 besten Restaurants in Deutschland 2015/16“. Aber was verzeichnen die Besten und die Allerbesten?

Der aktuelle Guide (klingt ja irgendwie nachvollziehbar besser als Führer – heißt aber das gleiche) mag Dresden nicht so arg und speist die Szene mit drei Einträgen ab (zum Vergleich Leipzig: fünf). Dem Vorjahrestrend folgend wird das bean&beluga am besten bewertet – kann man so machen (siehe die Notizen zu unserem Besuch kurz vorm Testzeitraum. Vier (von fünf möglichen) F sind das, wovon Stefan Hermann schon länger träumt und sich 2013 fragte, wie man zum Restaurant des Jahres avancieren kann und es dennoch nur mit gleichbleibend drei F bewertet wird. Klingt komisch, war aber so. Nun also (nach dreieinhalb im vergangenen Jahr) endlich vier F, wozu man gratulieren kann!

Mit Titeln und Bewertungen haben die Feinschmecker-Redakteure aber auch andere Probleme. Benjamin Biedlingmaier wurde im Dezember 2013 zum Aufsteiger des Jahres gekürt – und landete im aktuellen Verzeichnis der Allerbesten mit zweieinhalb F ein bissl abgewatscht. Na klar sind Bewertungen immer subjektiv und auch nicht frei vom persönlichen Geschmack, aber ob das bean&beluga und das Caroussel wirklich 1,5 F auseinander liegen? Finde ich nicht.

Große Überraschung auch beim dritten erwähnten Restaurant: Nein, nicht etwa das dritte mit einem Michelin-Stern (das auch ansonsten hoch gelobte Elements), sondern das Lesage in der Gläsernen Manufaktur. Nichts, aber auch gar nichts gegen Thorsten Bubolz und seine beständig tolle Kochkunst im Lesage – aber nach den drei Besten in Dresden befragt, ist er als Antwort zumindest bemerkenswert.

Das Elements findet sich natürlich, wie vermutet, in der Liste der „Alltäglichen“ – was zumindest bei den (für ein Sternerestaurant gerechtfertigten) Preisen eine kecke Behauptung ist. Mit 1,5 F liegt es unter dem Lesage und gleichauf mit den Alten Meistern und dem william (das ich besser einschätze). Außerdem dabei das Villandry und Kastenmeiers mit je einem F sowie die Villa Marie als special place. Die Liste derer, die nicht dabei sind, bleibt groß (Brasserie Ehrlich, Restaurant Daniel, Raskolnikoff, Schmidt’s, Gasthof BärwaldeRosenschänke, Villa Sorgenfrei und andere).

[Mitarbeit und Dank an Eric Osselmann]

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