Kleine Schwelgerei mit Trüffel und Chardonnay

Trüffelabend in der Weinzentrale

Trüffelabend Weinzentrale

Wir gönnen uns ja sonst auch alles. Warum also nicht einmal ein Glas vom grandiosen Chardonnay, den Martin Schwarz vom Jahrgang 2014 auch in Magnum-Flaschen gefüllt hat und von denen eine nun Jens Pietzonka in der Weinzentrale geöffnet hat, um den Wein glasweise zu verkaufen? Und was sollen wir dazu essen? Ach ja, vielleicht ein wenig Trüffel. Zehn Gramm vielleicht? Oder darf’s ein bisschen mehr sein?

Es durfte. Denn wenn die Vorspeise zu gut schmeckt, sollte man sie als Abschluss nach dem Dessert einfach noch einmal bestellen. So hielten wir’s mit Senf-Ei, Rote Bete, Herbsttrüffel. Das Gericht kam zwar optisch unspektakulär (bis auf einen kleinen Petersiliengruß grau in beige) auf den Tisch, machte aber die anderen essenstypischen Sinne nachgeradezu närrisch. Was für ein Duft! Und was für eine Geschmacksharmonie! Freunde von mir wären wahrscheinlich kaum zum Essen gekommen, weil sie immer nur „Hammergang!“ gerufen hätten. Und das völlig zu Recht.

Als Hauptgang servierte die Küche Spaghetti und weißen Alba-Trüffel. Das ist jener in Fachkreisen für sein unbescheidenes Preisniveau bekannte Trüffel, der von Feinschmeckern wie Möchtegernprotzern gleichermaßen beliebt ist. Die Wikipedia nennt Preise von knapp 200 Euro – pro Gramm, wobei die erstens für besonders große Exemplare und zweitens bei Wohltätigkeitsgalas erzielt wurden. Da waren wir und die Preise in der Weinzentrale gemeinsam bescheidener: beide Gänge zusammen kosteten  39 Euro, je drei Gramm Trüffel inklusive). Ein wenig Showtime musste allerdings auch hier sein: Jens Pietzonka brachte zu der nackerten Pasta eine Trüffel mit Waage sowie einen Hobel mit und schnurpselte den köstlichen Pilz über die Nudeln. Sobald die Späne auf die warmen Spaghetti trafen, gab es wohlige Duftströme. Dazu den Chardonnay von Martin Schwarz: was für eine Harmonie, was für ein untypischer Sachsenwein. Oder eben ein erstklassiger Vertreter dieses kleinen Anbaugebiets. Und erzähl mir keiner was von Frucht, Säure und eingebundenen feinen Holztönen – sagt doch wie es ist: ein geiler Wein. Willkommen im sächsischen Burgund!

Zum Dessert gab es (für 4,80 €) einen getrüffelten Weichkäse: Tuma del Trifulau. Ganz ehrlich: sowas oder so was ähnliches hatten wir schon besser (in der WeinKulturBar) bzw. viel besser (in Amsterdam, gefunden in De Kaaskamer van Amsterdam) – aber das ist nun Meckern auf allerhöchsten Niveau. Und außerdem gab’s ja noch ein Vorspeisen-Nachspiel…

Weinzentrale
Hoyerswerdaer Straße 26
01069 Dresden
Tel. 0178 6048718
www.weinzentrale.com

[Besucht am 3.11.2016 | Zu den Restaurantkritiken für Dresden und Umgebung]

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