Von Morden und komischen Typen

Thea Lehmann: Dunkeltage im Elbsandstein – Band 2 der Krimi-Reihe “Dresdner Kriminal”

Fünf Anläufe habe ich gebraucht, um „Dunkle Tage im Elbsandstein“ zu lesen. Die ersten zehn Seiten haben mich einfach nicht reingezogen in den Rest der insgesamt 254, die Thea Lehmann im zweiten Teil der Reihe Dresdner Kriminal aufgeschrieben hat. Bei einer Bahnfahrt mit 75 Minuten von Dresden nach Berlin (und von da aus weiter…) war aber viel Zeit – und das war auch gut so, denn so nach und nach kommt Schwung in die Sache.

Die Sache – das ist der neue Fall von Kommissar Leo Reisinger, dem Bayern in Dresden. Er kommt aus dem Urlaub zurück – und gleich gibt’s ’nen Fall: eine Leiche im Wald, gefunden beim Pilzesammeln in der Nähe von Ostendorf. Dort gibt es auch einen merkwürdigen Typen, der Kreuzworträtsel liebt und mindestens einen Hau zu haben scheint.
„… Dann zog er die Socken aus und schlug sie energisch am Bettpfosten tot. Seine Socken waren ihm nicht geheuer. Irgendwann … hatte ihn die Sorge beschlichen, dass sie nachts, wenn er ihnen hilflos ausgeliefert war, lebendig wurden. …“

Als dann auch noch ein Mann aus Dresden-Prohlis seine Frau als vermisst meldet und sich wenig später herausstellt, dass auch die gemeinsame Tochter fort ist, ist das Setting perfekt – und man kann sich schon denken, dass das alles irgendwie zusammengehört. Außerdem kommt schnell raus, dass der erste entdeckte Mord ins Dresdner Drogen-Milieu führt…

Wie sich das Knäuel zusammenfitzt und dann wieder auseinanderklamüsert wird, liest sich, wie gesagt, dann doch ganz flott und unterhaltsam.

Danke, Deutsche Bahn!

Thea Lehmann
Dunkeltage im Elbsandstein
Saxophon-Verlag – edition Sächsische Zeitung
Krimi-Reihe “Dresdner Kriminal”
ISBN 978-3-943444-62-9
254 Seiten; Preis 9,90 €

Die Reihe Dresdner Kriminal wird fortgeführt. Bei ihrem nächsten Fall folgen Leo Reisinger und seine Kollegen den Spuren eines ganz speziellen “Malerweges”…

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