Hinreißender Ausblick

Schönste Weinsicht 2016 in Sachsen: Vom Proschwitzer Weinbergshäuschen

Schönste Weinsicht…

Schön, schöner, am schönsten. Und das 13 mal – die Zahl entspricht derjenigen der deutschen Weinanbaugebiete. In jedem gibt es eine „schönste Weinsicht“ – schon seit 2012. Im vergangenen Jahr gab es eine zweite Auflage der schönen Aussicht mit Wein, und für Sachsen fiel die Wahl auf den Blick, den man vom oberen Ende der Katzenstufen den Weinberg hinunter über die Elbe bis hinüber zum Burgberg mit Dom und der Albrechtsburg. Das ist in der Tat eine traumhafte Aussicht, vor allem wenn das Weinberghäuschen (nicht ganz zufällig) nebenan offen hat und man mit einem Glas Wein in der Hand den Sonnenuntergang verfolgen kann: dann ist’s hier so wild-romantisch wie kaum irgendwo sonst in der Gegend.

Leider kein Glühwein vor Ort...Am ersten Mai hatte das Weinberghäuschen geöffnet, weil Prinz und Prinzessin zur Lippe dort zum Proschwitzer Rosé-Fest geladen hatten. Es gab Rosé-Weine und ebensolche Sekte, so fabelhaft wie die Aussicht, live-Musik (aus Leipzig, die Herren!) und was zu essen. Was es nicht gab, war Frühling mit wärmender Sonne. Statt dessen ein ziemlich lausiger Wind. Aber was soll’s? Wir lieben ja das cool climate. Wir trinken uns den Frühling rosé – und siehe da: die Wolken reißen auf, es  zeigen sich blaue Stellen am Himmel, und um die Ecke gibt es sogar einen windstillen Flecken, sogar mit Blick. Zeit für Pinot Madeleine: feine Perlage, in der Nase Erdbeere. Sind wir wild auf Erdbeermund? Na klar– aber nicht wie Kinski.

Schönste Weinsicht verhüllt Schönste Weinsicht enthülltWir warten auf die Entschleierung der Stele, die den Ort nun offiziell auszeichnet. Als Entschleierer kamen der Marketingdirektor des Deutschen Weininstituts aus dem fernen Westen (die Adresse in Bodenheim ist netterweise „Platz des Weines 2“, weil die vorherige „Am Kümmerling 35“ irgendwie nicht so gut klang), die Sächsische Weinkönigin Friederike Wachtel, der Meißner Oberbürgermeister Olaf Raschke und natürlich Prinz und Prinzessin, die Jan und Manu Metzer von der „Ruhmreichen Brigade 56 der LPG Wilhelm Pieck“ (ist etwas länger her, jetzt verantwortlich für den Weinberg, um den es gerade geht) mitgebracht hatten.

Die Stele aus Cortenstahl, die den neuen markanten Punkt markiert, ist bundesweit einheitlich und vom Mainzer Künstler Ulrich Schreiber gestaltet. Löcher laden zum Durchblicken ein und zum Spielen. Wenn man durchschaut und sich wundert: nicht nur die Sonne ist nicht da, auch die Reben fehlen, irgendwie. Aber das ist normal, weil hier gerade der Nachwuchs gefördert wird: Grau- und Weißburgunderreben sind neu aufgerebt. Und etwas weiter links vom Fass mit Lippeschen Wappen sieht’s auch gut aus, nur ohne Stele…

Weinsicht 2011

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