Haselnüsse und Prinzessinnen

Haselnüsse und Prinzessinnen

Zwei herzallerliebste Prinzessinnen stehen da im Schloss Moritzburg im Vorraum zum kleinen Kino. Beide natürlich ganz doll echt. Und hinter ihnen liest die Kassiererin – Brille auf der Nasenspitze, schwarz-weiß gepunktetes Kleid – ihr Neues Deutschland, schaut dann streng über die Brille den Fotografen an und scheint andeuten zu wollen: Nu kommse mal flott hierher und zahlen, junger Mann! Die Kassiererin ist nicht echt, sondern nur verblüffend echt dahin holografiert oder so – doch die beiden Prinzessinnen sind aus Fleisch und Blut und aus gutem Grund in Moritzburg: Die in den vergangenen Winter-Saisons erfolgreiche Ausstellung zum Kultfilm „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ erlebt die dritte Auflage – vom 18. November 2017 bis zum 25. Februar 2018.

Rosalie NeumeisterPünktlich zur Eröffnung der diesjährigen Winterausstellung „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ bringt die Kampagne „So geht sächsisch“ einen neuen Kurzfilm heraus. Die Botschaft „Und wovon träumst Du?“ richtet sich an die Sehnsüchte und Träume der Zuschauer. Sie folgen in dem knapp dreiminütigen Film der kleinen Hauptdarstellerin Lilly, verkörpert von der Dresdner Jungschauspielerin Rosalie Neumeister, auf ihrer Reise zum Ort ihrer Träume: Schloss Moritzburg. Einmal Prinzessin sein möchte sie, und macht sich – abgewiesen von ihren Eltern im vorweihnachtlichen Stress – allein auf die Reise. Nahezu beiläufig zitiert der romantische Film das Original des Märchenfilmklassikers von 1973. So haben die Eule Rosalie und der Schimmel einen kurzen Gastauftritt. Und Lilly bzw. Rosalie hat’s geschafft: sie war die eine der beiden Prinzessinnen, die bei der Vorstellung des Films im Kinosaal die Fotografen erfreute.

Der knapp dreiminütige Film nutzt den Originalsoundtrack – und der nistet sich beim Zuschauer gleich mal als Ohrwurm ein. Na prima. Da hilft nur noch, den ganzen Film zu sehen – es gibt ihn an fünf Tagen im Schlosskino während der Ausstellungszeit (jeweils 11 und 15 Uhr am 26.11. / 3.12. / 21.1. / 28.1. / 4.2.). Wer den Film partout nicht verpassen will, kann im Vorverkauf ein sogenanntes Zeitfenster-Tickert erwerben, mit dem der Einlass zu einer bestimmten Zeit garantiert ist. (Die richtigen Fans wissen natürlich auch, dass man den Film zur Vorweihnachtszeit im Fernsehen immer wieder mal sehen kann – sonst wäre es ja nicht Kult!)

Linda DrescherSchloss Moritzburg ist ja einer der Originalschauplätze, an dem die deutsch-tschechische Koproduktion 1973 entstand. Die Idee, das Schloss im Winter – wenn überall Haselnussbrödelzeit ist – zum Pilgerort zu machen, scheint sich bewährt zu haben: die Besucherzahlen liegen im sechsstelligen Bereich. Jährlich. Zu sehen gibt es einiges, wobei die Originalkostüme natürlich besonders reizvoll sind – zumal wenn sie an lebensgroßen Figuren zu sehen sind. Und das ist jetzt der Zeitpunkt, die Prinzessin Nummer zwei des Pressetermins vorzustellen: Linda Drescher. Im gleichen Gewand wie Libuše Šafránková als Aschenbrödel beim Prinzentanz und mit gewinnendem Lächeln sollte sie eigentlich fester Bestandteil der Ausstellung sein – zur Verwirrung (wenn sie als Double neben dem nachgebauten Original steht) oder als dann wohl einziges auf Fotografenzuruf reagierendes Model, das den Prinzen auf dem Schimmel anhimmelt…

Vielleicht wäre dann ja auch Zeit, sie mit nach draußen zu nehmen vors (bzw. neben das) Schloss an die Treppe, wo der verlorene Schuh steht. Gülden und auch ohne Eintrittsgeld zu besichtigen – aber fest in der Treppe verankert, also nicht mitzunehmen…

Schloss Moritzburg
01468 Moritzburg

Tel. +49 35207 87318
https://www.schloss-moritzburg.de

Ausstellung „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ vom 18. November 2017 bis 25. Februar 2018
Di – So von 10 bis 17 Uhr
24.12 und 31.12. geschlossen, Mo 25.12.2017 und Mo 01.01.2018 geöffnet
Eintritt 9 €

Mehr Informationen im Web.

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