Küchenparty im Weimarer Land

Gastköche und -winzer bei der 2. Culinary Open zu Gast im Spa & GolfResort Weimarer Land

Bayrische Garnele | Erbse | Liebstöckel

Nichts gegen Bratwürste! Oder Klöße… Aber natürlich geht in Thüringen auch mehr als das – mit eigener Kraft und gerne auch mit Unterstützung von außerhalb. Großartige Gourmandise an einem Ort, mitten in Thüringen – das war die Idee zur Culinary Open, die vor ziemlich genau einem Jahr erstmals im Spa & GolfResort Weimarer Land stattfand und nun die erfolgreiche Neuauflage erlebte: Marcel Fischer, Küchenchef im hauseigenen Masters, hatte sich eine Kollegin (Maria Groß aus Erfurt) und sieben Kollegen aus Deutschland, Polen und Ungarn eingeladen. Und der Sommelier des Hauses, Thomas Stobbe, hatte sich von seinem guten Geschmack leiten lassen und sechs Winzer sowie ein Champagnerhaus für die Veranstaltung gewinnen können.

Culinary Open Food

Nun sind Küchenparties an sich ja keine neue Erfindung, aber meist finden sie ja an den Hot Spots der Gourmetlandschaften statt. Blankenhain hingegen muss man nicht unbedingt kennen – es sei denn, man kann sich nicht zwischen Erfurt (30 km), Weimar (15 km) und Jena entscheiden und will alles von einem Ort aus erledigen – da wäre dann Blankenhain eine gute Wahl. Oder es sei denn, man wäre Golfspieler(in), dann könnte man mit den zwei 18-Loch-Golfplätzen des Ressorts, auf denen man durch geschickte Kombination aus zwei drei machen und den Goethe-Course, den Feininger-Course und den Bobby Jones Champion-Course probieren könnte. Und gut essen und trinken, lernten wir ja jetzt, kann man auch.

Bei der Culinary Open standen (auch wenn die hauseigene Brigade gut vertreten war) natürlich die Gastköche und Winzer im Mittelpunkt. Sie hatten sich gut vorbereitet, auf Blechen und in Behältern warteten die vielen kleinen Bestandteile, die den Teller zum Gericht machen. Allein das zu erleben und sich ein wenig Gedanken darüber zu machen, was vor der sichtbaren Zubereitung alles an Arbeit drin steckt, lohnt ja den Gang an die kleinen Showküchen. Je nach Charakter schwatzten und erklärten die Köche mal mehr, mal weniger doll, was sie und ihre mitgebrachte Mini-Crew gerade tat.

Marcel Thiele gehört zu den wenigen Köchen, die ausgesprochen gerne reden – was wohl auch daran liegt, dass er mittlerweile als Kommunikator in Sachen Gewürzen unterwegs ist. Als Spice Hunter und Culinary Development Manager arbeitet er für das holländische Unternehmen Koppert Cress, bereist die Welt und findet Raritäten. Waa Tae Yaki, oder wie der Japaner sagt: わあ たえ やき, bedeutet „Ich liebe Dich“. Das bereitet Thiele seinen Gästen live vor, indem er die bereit stehenden Teller eine Runde nach der anderen bestückt. Gleich zu Beginn – er drapiert Pulled Duck, die mit fünf Gewürzen auf den Geschmack gebracht wurde, mit Mandarin-Pastinaken Gel und erklärt dazu: „Waa Tae Yaki kann aber auch als “die Kraft der Natur und die Süße des Fleisches” übersetzt werden. Keine Ahnung, ob das stimmt oder nur gut erfunden ist – denn der Spice Hunter dreht die nächsten Runden für seine Interpretation des Gerichts Spicy Duck Salat mit Mandarine, Pastinake und Yuzu, die er als „Ursprung allen Teriyaki’s“ bezeichnet: Auf die gezupfte Ente kommen Jasmin Blüte, Cornabria und Gangnam Tops, gefolgt von einem Micropflanzensalat von Gurke, Erbse, Scarlet, Shiso, Brunnenkresse, Sechuan, Wasserpfeffer und Senfkresse. Muss man nicht alles kennen, schmeckte aber sensationell – natürlich auch wegen des abschließenden Yuzu Dressings, Joghurt-Kaffir-Blatt-Staub, Pastinaken Crumbles und (hier augenzwinkert der Koch) aphrodisierende Sapote.

Ganz schön viel Mühe, um dann binnen Minuten gegessen zu werden – aber das ist ja das Schicksal aller Gerichte der beteiligten Köche (die mit einem * hinter dem Namen :

  • Björn Swanson* (Golvet, Berlin: Wildlachsbauch | Kürbiskern | Rosenkohl)
  • Sebastian Syrbe (Zeit-Geist, Weingarten: Jakobsmuschel | Jalapeño | Ivoire Schokolade)
  • Erik Arnecke* (Philipp Soldan, Frankenberg: Eismeersaibling | Räucherfisch-Consommé)
  • Marcel Thiele (Koppert Cress, Spicehunter®: Waa Tae Yaki)
  • Maria Groß (Bachstelze, Erfurt: Kalb | Senf | Zwiebel)
  • Dominic Jeske* (La Société, Köln: Landei | Trüffel | Hühnersaft)
  • Christian Driemel (Zum güldenen Zopf, Blankenhain: Blutwurst | Apfel | Kartoffel)
  • Marcel Fischer (Masters, Blankenhain: Bayrische Garnele | Erbse | Liebstöckel)
  • Tiago Sabarigo* (Costes Downtown, Budapest: Forelle | Rettich | Buttersoße)
  • Ernest Jagodzinski (Autentyk, Poznan: Stör | Mango | Dashi)
Culinary Open

Und was gab’s zu trinken? Reichlich – wäre zwar nicht die ganz korrekte Antwort auf die Frage und auch ein wenig irreführend, aber ich kann es ja erklären! Reichlich bedeutet nämlich vor allem die Auswahl, vielleicht auch „reichlich Gutes“. Zum Empfang in der Golfscheune hatten Thomas Sommer (Sommelier, kommt aus Dresden) und Theresa Stenzel (Sommeliere, kommt aus Blankenhain) gut zu wuchten: es gab Champagne Deutz aus der 6-Liter-Flasche! So eine Methusalem bringt ja schon ein ordentliches Eigengewicht mit, und wenn sie voll ist, kommen ja noch sechs Liter Champagner hinzu. Freundliche Gäste sorgten allerdings für zügige Leerung dieser (und anderer…) Flaschen. An den Weinständen gab’s allerdings nicht nur Wein, sondern auch tolle Gespräche – unter anderem mit den beiden VDP-Winzern Bernard Pawis (Freyburg, Saale-Unstrut) und Nik Weis (St. Urbans-Hof in Leiwen an der Mosel).

Die Liste der Winzer:

  • Champagne Deutz
  • Maison Saint AIX
  • Tenuta Valdipiatta
  • Weingut Kiefer
  • Weingut Pawis
  • Weingut St. Urbans-Hof
  • Weingut von Winning

Die dritte Culinary Open ist übrigens schon eingeplant – sieht nach einer sich entwickelnden Tradition aus…

Culinary Open
Spa & GolfResort Weimarer Land
Weimarer Straße 60
99444 Blankenhain

Tel. +49 36459 6164-0
www.spahotel-weimar.de
www.culinaryopen.de

[2. Culinary Open am 19. Januar 2019 | Besuch auf Einladung]

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