Moderne Interpretation eines historischen Dekors

Die Porzellanmanufaktur Meissen stellte ihr Service des Jahres im Kastenmeiers vor

Conchiglia auf Muschel-Teller

Man müsste mal wieder ans Meer. Scheinen sich aber gerade alle zu sagen und steuern die deutschen Küsten an Ost- und Nordsee an. Also ist da alles voll, und da schaut man dann dumm drein. Da passt es ganz gut, dass man sich das Meer gegebenenfalls ganz anders zu Gemüte führen kann. Mit Fisch auf dem Teller beispielsweise – und zwar wörtlich: bei der Kollektion MEISSEN Blue Treasures hat die Porzellanmanufaktur Meissen die Seepferdchen, Hummer, Fisch und Muscheln aufs Porzellan gebracht. Vorgestellt wurde das maritim inspirierte zehnteilige Service des Jahres 2020 im Kastenmeiers, wo das Service ab August auch beim täglich wechselnden 4-Gänge-Überraschungsmenü eingesetzt werden soll.

Gruppenbild mit Blue TreasuresDie Kombination von Tradition und Moderne spielt die Porzellanmanufaktur ja gerne aus: auf der modernen Form Cosmopolitan, die es seit 2012 gibt, wurden für das neue Dekor Entwürfe aus dem Archiv hervorgeholt. Otto Eduard Voigt hatte die Motive Ende des 19. Jahrhunderts entworfen – wenn auch nicht für ein Service, sondern für Schmuckstücke wie Vasen – im immer wieder faszinierendem Kobaltblau und in in klassischer Unterglasurmalerei. „Diese Ton-in-Ton Maltechnik bedarf jahrelanger Erfahrung und höchster Präzision, denn die auf das unglasierte und erst einmal gebrannte Porzellan gemalten Dekore lassen keine Korrekturen zu. Schutz bietet die manufaktureigene Glasur, die das Meissener Porzellan sowie das Dekor mit seinen scharfen Konturen und Details nach dem zweiten Brand eindrucksvoll zur Geltung kommen lässt“, erläutert Maurice Lange von der Staatlichen Porzellanmanufaktur.

Dr. Tilmann BlaschkeDas ist eine Technik, die sehr viel älter ist als Mikrowellen oder Spülmaschinen, aber eben diese Technik macht’s möglich, die Blue Treasures in die Mikrowelle zu stellen (obwohl das ja schon ein wenig stillos wäre…) oder in der Spülmaschine zu säubern. So gesehen ist das in der Tat ein Geschirr für jeden Tag – auch wenn die Preise das nicht unbedingt nahelegen: einzelne Teile des Service kosten (Stand heute im Onlineshop) zwischen 125,13 € und 193,03 €. Die große Conchiglia mit Lachsfarce, Jakobsmuscheln und Garnelen gefüllt auf gebackenem Rucola und Spinat, die Gerd Kastenmeier auf dem weißen Speiseteller Muschel des Service anrichtete, wäre zwar auf jedem anderen Teller genau so Yummi! gewesen, aber die Optik war schon sensationell. Es muss eben nicht immer Zwiebelmuster sein, um auf Kobaltblau zu genießen!

Infos:

www.meissen.com

www.kastenmeiers.de

 

Mehr lesenswerte Beiträge

  • NatürlichNatürlich Müssen wir über Bestechung reden? Oder ist das nur der ganz normale (Journalisten-) Alltag? Letzteres, ehrlich. Und manchmal (nicht immer) spielen wir da gerne […]
  • Hafermehlbauernbrot, Kaviar und GrußkarteHafermehlbauernbrot, Kaviar und Grußkarte Die Briten können ja Vieles, wie man in jüngster Zeit fast täglich lesen kann. Wofür sie so gar nicht berühmt sind, das ist die Kunst des Brotbackens – […]
  • Wenn ein Dresdner in Leipzig tschechisch inspiriert kochtWenn ein Dresdner in Leipzig tschechisch inspiriert kocht Man muss in Zeiten wie diesen ja gar nicht immer auf mögliche Aversionen verweisen, man könnte doch auch einmal das Gemeinsame betonen, vielleicht gar die […]
  • Austern und Champagner mit Sushi…Austern und Champagner mit Sushi… Dresden hat eine neue Sushibar. Und eine neue Austernbar. Und eine neue Champagnerbar. Praktischerweise alle in einem Raum, der zwar klein ist (nur 22 Plätze), […]
  • Dreimal Zander – manchmal auch mit FischDreimal Zander – manchmal auch mit Fisch "Vadder is gut drauf, er kommt gleich da hinten durch!" verkündet Marcus Zander, Sohn von Frank Zander. Der kommt dann in der Tat wie inszeniert quer durch die […]
  • Wenn Betrachter Teil des Bildes werdenWenn Betrachter Teil des Bildes werden Es ist die siebte Ausstellung im Kastenmeiers im Taschenbergpalais – und die Nummer 70 seit Beginn dieser Tradition im Herbst 2010 im Kurländer Palais: seit […]

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*