Aus dem Depot befreit

Sonderausstellung "Tröger, Technik, Talente" vom 25.8.2020 bis 3.1.2021 im Verkehrsmseum

Tröger im Verkehrsmuseum

„Tröger, Technik, Talente“ ist der heftig alliterierende Titel einer für das Verkehrsmuseum eher außergewöhnlichen Ausstellung: gezeigt werden hauptsächlich Werke von vorwiegend ostdeutschen Künstlern zum Thema „Mobilität“. Sie stammen aus der hauseigenen Kunstsammlung und greifen in unterschiedlichen Motiven, Stilen, Techniken und Materialien Themen auf, die letztendlich dann doch wieder mit dem Thema Verkehr zu tun haben.

Barabara HennigerTröger ist dabei kein Tippfehler mit ö statt ä, sondern der Name des Dresdner Malers und Grafikers Fritz Tröger (1894 – 1978), der als Chronist des Alltags viele Werke mit Verkehrsbezug geschaffen hat. Seine Bilder hatte das Verkehrsmuseum Ende der 1980er Jahre vom Rat des Bezirkes Dresden erhalten. Nun wurden einige aus dem Konvolut aus dem Depot befreit und mit weiteren Werken von insgesamt 20 Künstlern wie Barbara Henniger, Edmund Kesting, Günter Horlbeck und Klaus Kammerichs sowie solchen von „begabten Laienkünstlern“ (wie es im Pressetext des Museums heißt…) garniert zur Ausstellung arrangiert.

Im ÜberlandbusNatürlich geht es bei allen Bildern um all das, was man auch sonst im Museum sehen kann: Lokomotiven, Autos, Motorräder, Dampfer. Aber man sieht eben auch, was aus gutem Grund im Museum nicht leibhaftig ausgestellt wird: Menschen. Den Lokführer Siegfried beispielsweise (Fritz Tröger, 1975. Wachsfarbe). Oder den Motorsportler (Fritz Tröger, 1963. Kreide). Oder (sehr hübsch) Menschen im Überlandbus, an Bord von Schiffen, im startenden Flugzeug. Wobei das mit dem Flugzeug in mehrerer Hinsicht bemerkenswert ist. Erstens weil es, anders als alle anderen gezeigten Werke, ein Kachelbild ist, entstanden um 1935 in der Porzellanfabrik Teichert in Meißen. Tröger hat die vorglasierten Kacheln bemalt und nach dem Brennen zu einem Gesamtbild zusammengefügt. Spannend ist aber auch, was da gezeigt wird: das Schul- und Sportflugzeug Focke-Wulf FW 44 „Stieglitz“. Der zweisitzige Doppeldecker war ein Cabrio, also ohne geschlossene Kabine – eine feine Sache für Künstler, die tollkühne Männer in ihren fliegenden Kisten zeigen wollten.

Der Rundgang durch die Ausstellung ist – der Vita des Künstlers entsprechend – auch ein aufregender Bummel durch die Zeit. Wo kann man heute noch so luftig fliegen? Wo sind heute Autobahnen – ach: Straßen insgesamt! – so gemütlich? Und wenn selbst die Überlandbusse den Eindruck eines geräumigen Wohnzimmers vermitteln – da könnte man ja fast nostalgisch werden. Nur die Menschen auf dem Tröger-Bild von 1971 reißen einen da aus dem Traum: Müde sind sie und irgendwie grimmig. Nun gut, es war eben nicht alles besser früher…

Verkehrsmuseum Dresden
Augustusstraße 1
01067 Dresden

Tel. 0351 / 8644-0
www.verkehrsmuseum-dresden.de

Geöffnet:
Dienstag bis Sonntag von 10 – 18 Uhr · Montag geschlossen

Tröger, Technik, Talente.
Die Kunstbil­der­sammlung des Verkehrs­museums Dresden
25.08.2020 – 03.01.2021

Begleitprogramm (Auszug)

Kuratorenführung durch die Sonderausstellung
Jeden ersten Sonntag im Monat: 6.9., 4.10., 1.11., 6.12., jeweils 11:30 Uhr
ohne Voranmeldung und kostenlos

Zeichenkurs für Jugendliche (8.-12. Klasse)
27.09.2020, 10:30–12:00 Uhr

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