Die roten Felsen der Praia da Falésia

Praia da Falésia

Olhos d’Agua – die Augen des Meeres: was für ein hübscher Ortsname! Das ehedem kleine Fischerdorf liegt an zwei Süßwasserquellen, was ja immer ein Plus zum Wohnen ist – an dieser Stelle siedelten schon Phönizier und Katharger. Heute sind hier, wen wundert’s, die Touristen – wenn auch nicht so massiv wie im benachbarten Albufeira. Wir waren, obwohl Olhos de Água als Ziel im Navi stand, aber gar nicht direkt da, sondern etwas westlich davon – denn wir wollten die Praia da Falesia erkunden.

Praia da FalésiaDer Küstenabschnitt zwischen Olhos d’Agua und Quarteira ist geprägt durch die weiß-gelb-roten Felsen und die Gleitschirmflieger (m/w/d). Die sind an der Steilküste vom Winde verweht – die meisten sehr sehr elegant (lässig übereinander geschlagene Füße geben in der B-Note mindestens vier Punkte plus). Bei unseren extrem langsamen Spaziergang (es gab so viel zu sehen und noch mehr zu fotografieren!) konstatierten wir nur eine Lusche, die schwach startete und dann in allem stark nachließ, um in einer Art Arschbombe schneller als von ihm selbst erwartet im gar nicht so weichen Sand unweit des Felsens zu landen. Den vorangehenden Felsenkontakt zu fotografieren verbot die Höflichkeit.

Felsen in FalésiaWie so oft bei eintönig schönen Landschaften war’s das dann auch, denn vom Start bis zur Halbzeit gab es nur (nur?) Meer mit Wellen rechts, langer Sandstrand voraus wie zurück sowie links die roten Felsen mit gelben Anteilen und Grün von den Pflanzen obendrauf. Die Felswand allerdings präsentierte sich in immer wieder neuen Ausformungen! Bizarr, imposant, fantastisch. Und es hat click gemacht…

AusternPlan war, am Fuße der Klippen zu gehen, bis es irgendwann möglich wäre, nach oben zu kommen – und dann oben zurück. Die erste Möglichkeit ergab sich am Praia do Poço Velho. Eine Holztreppe führte hoch, doch das erschien uns zu nah. Die zweite Möglichkeit am Praia dos Tomates, was ein schöner Name für einen Strandabschnitt ist, ließen wir ebenfalls aus. Ideal war dann Nummer drei: ein Restaurant! Besser noch: ein geöffnetes Restaurant. Sogar ideal: eins mit freiem Tisch! Das Restaurante Praia Rocha Baixinha gehört zu unserer großen Freude wieder einmal nicht in die Kategorie Bocki-mit-Senf, sondern hat ein umfangreiches Angebot mit frischen Zutaten, die auch a-la-minute zubereitet werden. Klar, das ist ein wenig teurer als im Schnellimbiss, aber eben auch entsprechend besser!

Praia da FalésiaNach Austern, Huhn Piri-Piri und Sardinen begann der Rückweg erst einmal mit einem Weiter in der anfänglichen Richtung. Auf einem der vielen ortsüblichen Holzstege Richtung Hafen von Vilamoura, allerdings nicht ganz bis dahin, sondern nur bis zur Brücke über den Ribeira de Quarteira – und von dort dann tatsächlich zurück – im Landesinneren wäre so richtig wie irreführend, denn das Meer ist ja keine hundert Meter entfernt vom Feldweg mit dem bedeutenden Namen Strada da Rocha Baixinha. Die verlassen wir dann allerdings schon bald wieder, um wie geplant oben auf den Klippen der sinkenden Sonne ins Gesicht zu schauen (ähm, gewagtes Bild, oder?).

LandeplatzVon hier oben aus sieht gleich alles anders aus. Vor allem das Grün der Pinien und Kiefern im Hinterland ist eine zusätzliche Bereicherung. Die beiden Mädels, die ihr Smartphone in einen Baum geklemmt haben und sich geschmeidig tanzend dem TikTok ausliefern, haken wir als zeitgemäße Abwechslung ab und nicht als Bereicherung. Die professionelle Landung der Gleitschirmflieger ist (im Vergleich zur beobachteten Bruchlandung auf dem Hinweg) spannend, das Zusammenpacken des Tuchs bei beständig wehendem Wind offenbar gar nicht so einfach. Aber: nicht unser Problem – uns hob der Wind nicht weiter ab!

PS: Eine Übersicht über alle Kalenderblätter, die Möglichkeit eines PDF-Downloads und alle Orte auf der Karte gibt’s hier!

 

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