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	<description>Reiseberichte und Restaurantkritiken - alles streng subjektiv!</description>
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		<title>Himmlischer Schlamm</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 14:15:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>uvs</dc:creator>
				<category><![CDATA[andernorts]]></category>
		<category><![CDATA[Amsterdam]]></category>
		<category><![CDATA[Hemelse Modder]]></category>
		<category><![CDATA[Restaurantbesuch]]></category>

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		<description><![CDATA[In unseren Ohren klingt niederländisch ja oft sehr anmutig. &#8220;Niet mobiel bellen&#8221; für die Bitte, sein Handy auszuschalten bzw. ausgeschaltet zu lassen oder der Hinweis &#8220;Verboden fietsen te plaatsen&#8221; klingen doch wie Poesie &#8211; oder? So stolperten wir beim Spaziergang &#8230; <a href="http://stipvisiten.de/2012/02/himmlischer-schlamm/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/stip/12139888"><img title="Hemelse Modder" src="http://u1.ipernity.com/21/98/88/12139888.faff43dc.500.jpg" rel="lightbox2126" alt="Hemelse Modder" width="500" height="334" /></a></p>
<p>In unseren Ohren klingt niederländisch ja oft sehr anmutig. &#8220;Niet mobiel bellen&#8221; für die Bitte, sein Handy auszuschalten bzw. ausgeschaltet zu lassen oder der Hinweis &#8220;Verboden fietsen te plaatsen&#8221; klingen doch wie Poesie &#8211; oder? So stolperten wir beim Spaziergang durchs Zentrum von Amsterdam in einer Nebenstraße auch über das Schild &#8220;Hemelse Modder&#8221;: Himmlischer Matsch &#8211; was für ein Restaurantname!</p>
<p>Hell leuchtete es aus dem Fenster, aber an der Türe stand: Geschlossen. Drinnen allerdings werkelten zwei Bedienungen, und während wir noch draußen die Karte studierten, kam einer von den beiden zur Tür, drehte das Schild um und öffnete die Tür: Wenn wir schon rein wollten, sei geöffnet! Hey, das gefiel uns, denn es war noch vor der offiziellen Zeit &#8211; also bestellten wir einen Tisch für eine Stunde später, um nicht ganz so touristisch-praktisch und etwas chicer gewandet den Abend genießen zu können.</p>
<p>Die Reservierungs-Idee war nicht schlecht, denn als wir kamen, gab es nur noch wenige freie Plätze. Wir waren in einem der beliebteren und besseren Restaurants von Amsterdam gelandet &#8211; mit einer Küche, die deutliche Anklänge an holländische Hausmannskost aufweist. Seit 1984 gibt&#8217;s die <em>Hemelse Modder</em>, und von Anfang an prägte offensichtlich Spaß und Leidenschaft das Restaurant. Alles ist frisch zubereitet, das Gemüse kommt von Bio-Bauern der Umgebung, der Fisch ist ein &#8220;<a href="http://www.goedevis.nl/" rel="nofollow" target="_blank">guter Fisch</a>&#8220;, also unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit gefangen.</p>
<p>Nun wissen wir ja aus leidvoller Erfahrung, dass nicht immer auch lecker ist, was <em>bio</em> heißt. Also testeten wir unser angelesenes Wissen über <em>Hemelse Modder</em> mit zwei Drei-Gang-Menüs (je 31,50 Euro). Dabei konnten wir aus der Karte aus vier Vorspeisen und zwei Suppen (einzeln je 8,50 Euro), vier Hauptgängen (je 19,50 Euro &#8211; bei aufwändigerem Angebot Aufschlag) und vier Desserts (je 8,50 Euro) wählen.</p>
<p>Der Service brachte die drei Gänge zügig (aber nicht gehetzt). Die Teller waren eher unaufwändig arrangiert &#8211; Hausmannskost nach Hausfrauenart sozusagen. Wobei die beiden Begriffe bitte positiv zu verstehen sind, denn uns geht nichts über die ehrliche Art zu kochen, ohne Schnickschnack und dafür mit Geschmack. Der <em>Salat von Le Puy Linsen, Chicoree und Holländischem Käse mit Gewürznelke </em>war so einfach wie geschmackvoll, <em>Rilette von Schinken mit hausgemachten Piccalilli und Toast</em> die feine Variante eines deftigen Gerichts mit leicht exotischem Einschlag.</p>
<p><em>Gebratener Schellfisch mit Sauce von geräucherten Tomaten, gedünstetem Kraut und Kartoffelpüree </em>hatte innen die bestmögliche Konsistenz, war wunderbar saftig &#8211; nur leider außen nicht so kross wie gewünscht und wohl auch möglich. Dennoch: Daumen hoch bzw. Teller leer gegessen! Glücklich machte uns auch <em>in Guinnes Bier gedünstetes Rinderfilet mit Pflaumen, Selleriestampf und Karotten</em>: ein Sonntagsbraten mit feiner Sauce und würzigem Stampf. Am liebsten hätte ich dazu natürlich ein Guinness getrunken, aber wir hatten ja einen Wein, der sich recht tapfer dagegen behauptete.</p>
<p>Zwei Desserts schlossen den Abend ab: Das eine (<em>Gezuckerte Toastscheiben mit Pflaumenkompott und Armagnac-Eis)</em> passte recht gut zur eher deftigen Linie der vorherigen Gänge und regte an, ganz zum Schluss noch ein Glas Armagnac zu bestellen (es war ein sehr guter, weicher, alter&#8230;). Naja, und das andere Dessert ist natürlich ein Muss, denn es ist das Gericht der Limburger Tante eines der Gründer des Restaurants. Eine Mousse au Chocolat, die seit der Gründung der <em>Hemelse Modder </em>1984 auf der Karte steht &#8211; und womit? Mit Recht! Keine kleine Portion gilt es zu bewältigen, aber wenn mehrere Leute am Tisch sitzen und alle stibitzen wollen, muss das auch so sein!</p>
<p><strong>Restaurant Hemelse Modder </strong><br />
Oude Waal 11<br />
1011 BZ Amsterdam<br />
Tel: +39 20 &#8211; 624 32 03<br />
<a href="http://www.hemelsemodder.nl/" rel="nofollow" target="_blank">www.hemelsemodder.nl</a></p>
<p>Geöffnet täglich ab 18 Uhr</p>
<p>[Besucht am 8. Januar 2012 | <a href="http://g.co/maps/yswme" rel="nofollow" target="_blank">Lage</a>]</p>
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		<title>Ein Hauch von Jamie O. in Amsterdam</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 16:41:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>uvs</dc:creator>
				<category><![CDATA[andernorts]]></category>
		<category><![CDATA[Amsterdam]]></category>
		<category><![CDATA[Fifteen]]></category>
		<category><![CDATA[Fill the Cup]]></category>
		<category><![CDATA[Jamie Oliver]]></category>
		<category><![CDATA[Restaurantbesuch]]></category>

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		<description><![CDATA[Das &#8220;Fifteen&#8221; in Amsterdam ist auch ein Restaurant. Aber es ist, nach dem Vorbild des Restaurants von Jamie Oliver in London, auch ein Platz, um Jugendlichen eine Chance zu geben, die es in ihrem bisherigen Leben nicht immer leicht hatten (und oft auch &#8230; <a href="http://stipvisiten.de/2012/02/ein-hauch-von-jamie-o-in-amsterdam/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/stip/12122896"><img title="Fifteen" src="http://u1.ipernity.com/21/28/96/12122896.d8526b18.500.jpg" rel="lightbox2109" alt="Fifteen" width="500" height="334" /></a></p>
<p>Das &#8220;Fifteen&#8221; in Amsterdam ist <em>auch</em> ein Restaurant. Aber es ist, nach dem Vorbild des <a href="http://www.fifteen.net/about" rel="nofollow" target="_blank">Restaurants von Jamie Oliver in London</a>, auch ein Platz, um Jugendlichen eine Chance zu geben, die es in ihrem bisherigen Leben nicht immer leicht hatten (und oft auch anderen das Leben nicht leicht gemacht haben, so was gehört ja meist irgendwie zusammen). Jamie Oliver hatte das erste <em>Fifteen</em> 2002 in London gegründet, weil er an die verborgenen Talente in den Jugendlichen glaubte, die oftmals nur durch ein problematisches soziales Umfeld verborgen seien. Diese Talente könnten durch die Leidenschaft für gutes Essen und sinnvolle harte Arbeit geweckt werden.</p>
<p>Seit 2004 gibt es den Ableger in Amsterdam &#8211; mit gleichem Konzept und offenbar auch gutem Erfolg, was die Idee angeht: 13 von 15 Jugendlichen habe man im vergangenen Jahr vermitteln können, erzählte (auf Nachfrage, man wird nicht missioniert!) die Kellnerin bei unserem Besuch. Allerdings, lächelte sie, sei das auch eine sehr gute Quote gewesen und nicht immer so.</p>
<p>Das <em>Fifteen</em> <a href="http://g.co/maps/vnn9r" rel="nofollow" target="_blank">liegt am Hafen</a> von Amsterdam im <em>Oostelijk Havengebied</em> (Östliches Hafengebiet) , nahe dem Passagierterminal und nicht wirklich weit vom Hauptbahnhof<em> Amsterdam Centraal</em> entfernt. Ein altes Stapelhaus, das herrlich mit den modernen Gebäuden der Umgebung kontrastiert, beherbergt das Restaurant. Man kommt rein und wird von der ersten freundlichen Mitarbeiterin empfangen: Sie nimmt die Mäntel ab und checkt die Reservierung (die zu empfehlen ist, denn meist scheint es voll zu sein &#8211; als wir im Januar da waren, hätten wir aber auch ohne Reservierung noch einen Platz bekommen). Reservieren kann man übrigens prima online, und da die meisten Cafés in Amsterdam freies WLAN anbieten, gibt es für Smartphoneträger auch eine gute Ausrede, mal schnell online zu gehen.</p>
<p>Von der Garderobe wurden wir an unseren Tisch gebracht &#8211; schon von der Kellnerin, die uns dann auch den Abend über bediente. Das alles geschieht in lockerer und freundlicher Atmosphäre, man fühlt sich trotz der Größe des Restaurants gleich wohl. Man sitzt auch gut, und wer nur einen Drink zu sich nehmen will, kann das in Ledersesseln an lustigen Holztischen tun. Die Bedienung hat sich übrigens namentlich vorgestellt &#8211; ich hab&#8217;s nur nicht notiert und mir den Namen nicht gemerkt (sorry!).</p>
<p>Die Karte ist nicht allzu groß und folgt den Vorlieben von Jamie Oliver, der aber lediglich so etwas wie ein Schutzpatron des Hauses ist – betrieben wird es von Sarriel Taus, der es auch gegründet hat. Italienische Küche, unpretentiös und dennoch lecker ist das Versprechen. Die Wirklichkeit war dann zwar in Ordnung, aber keineswegs so sensationell wie man das beim Lesen des Namens von J.O. vermuten könnte.</p>
<p>Wir begannen (nach etwas<em> Pane Carasau </em>und Olivenpesto) mit dem Vorspeisenteller: <em>Fifteen&#8217;s Amazing Antipasti</em> (für zwei Personen, 21 Euro) mit Büffelmozarella, gegrilltem Gemüse, Oliven, Schinken &#8211; alles eher normal als aufregend. Dann kam eine gaaanz laaange Pause (die Fotos haben die gefühlte Zeit bestätigt: Zwischen dem Servieren der Antipasti und dem des Hauptgangs lagen geschlagene siebzig Minuten!). Wir vergnügten uns derweil mit unseren Lieblingsbeschäftigungen Wein trinken (2010 Salentein Reserve Sauvignon Blanc aus Argentinien, 43 Euro) und &#8220;Leute gucken&#8221; (für umme) – inklusive Blicken in die Küche, die eine offene Front hat. Offensichtlich gab es da die eine oder andere Besprechung zwischendurch, die nicht geplant war, denn es standen immer alle zusammen und redeten.</p>
<p>Als dann der Hauptgang kam, waren wir wirklich froh: <em>Linguine mit Muscheln und Königskrabbe in würziger Tomatensauce</em> (17,50/12,00 Euro) bestätigten den so-la-la-Eindruck und sollten später noch einen ungewollten Einblick ins Krisenmamagement oder, wie man das zurückhaltender auszudrücken pflegt, die Abteilung<em> Custumer Relationship</em> geben. Später! Hingegen konnten die <em>Ravioli, gefüllt mit Eigelb und serviert in einer Buttersauce mit schwarzem Trüffel </em>(17,50/12,00 Euro) überzeugen &#8211; und das, obwohl wir keine Trüffelfans sind. Aber das Gericht war sehr stimmig abgeschmeckt und natürlich überhaupt nicht kalorienarm, was man irgendwie herausschmeckte&#8230;</p>
<p>Nun hätte das bislang noch nicht bestellte Dessert kommen können, aber zuvor fragte die Bedienung, ob&#8217;s denn alles gepasst hätte? Da monierte Sylke, dass sie bei ihren <em>Linguine</em> die Königskrabben vermisst hätte &#8211; sonst aber zufrieden gewesen sei. Das ist die Stelle, wo wir nun sozusagen im Nachhinein die Hosen runterlassen müssen: Die Krabben waren nur gefühlt nicht auf dem Teller, wie die Fotos beweisen. Aber, wie gesagt: Irgendwie waren sie im gefühlten Ess-Erlebnis nicht dabei, vielleicht auch nur nach der langen Pause schnell wegschnabuliert. Wie auch immer: Nach dem kleinen Hinweis kam statt unserer Bedienung ein Manager und erkundigte sich, was wir zu bemängeln hätten. Gleiche (immer noch im guten Glauben ehrlich geäußerte) Meinung wie zuvor &#8211; und auch ich hatte sie nicht mitbekommen, trotz notorischen Naschens. Um es kurz zu machen: Wir beteuerten, weder einen Nachlass noch sonst etwas erschleichen zu wollen, konnten uns aber nicht wehren: Es kam eine Dessertplatte, die sozusagen alle angebotenen <em>Nachtische </em>(einzeln 6,50 &#8211; 9,50 Euro) zusammenfasste. Wir waren beeindruckt, nicht nur vom Umgang des Restaurants mit seinen Gästen.</p>
<p>Sicher war es kein Wunder, dass uns eben jener Manager nach Begleichen der Rechnung zur Garderobe führte, wo wir uns noch eine Zeit lang nett unterhielten.</p>
<p>PS1:<br />
Auf der Rechnung erscheint ein klitzekleiner Posten, der viel bewirkt. 20 Cent pro Person gehen an die Organisation <a href="http://www.jointhecup.org/" rel="nofollow" target="_blank">Fill the Cup</a> - 20 Cent, mit denen man einem hungrigen Kind in der Dritten Welt eine Schulmahlzeit bezahlen kann. Eine einfache Idee und eine großartige Idee (man muss übrigens nicht zahlen &#8211; aber wer will sich da verweigern?).</p>
<p>PS2:<br />
Ich habe mal ausgerechnet, was uns zwei Desserts gekostet hätten, den Betrag verdoppelt und an das <a href="http://de.wfp.org/" rel="nofollow" target="_blank">World Food Programme</a> WFP <a href="https://secure.spendenbank.de/kreditkarten/karte.php?oid=1636164&amp;other_lang=true&amp;2&amp;langid=1" rel="nofollow" target="_blank">gespendet</a>, mit dem <em>Fill the Cup</em> zusammenarbeitet.</p>
<p><strong>FIFTEEN AMSTERDAM</strong><br />
Jollemanhof 9<br />
1019 GW Amsterdam</p>
<p>Tel: +31 20 509 5015<br />
<a href="http://fifteen.nl"> www.fifteen.nl</a></p>
<p>[Besucht am 9. Januar 2011 | <a href="http://g.co/maps/69cy8">Lage</a>]</p>
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		<title>Erfrischendes auf dem Weg ins Erzgebirge</title>
		<link>http://stipvisiten.de/2012/01/erfrischendes-auf-dem-weg-ins-erzgebirge/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 16:52:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>uvs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Dresden]]></category>
		<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Oberhäslich]]></category>
		<category><![CDATA[Restaurantbesuch]]></category>
		<category><![CDATA[Weimer's Landgasthof]]></category>

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		<description><![CDATA[In Oberhäslich verwöhnt Thomas Weimer die Gäste in seinem Landgasthof Als die Politiker uns vor reichlich zwanzig Jahren &#8220;Blühende Landschaften&#8221; versprachen, wünschten sich nahezu all diejenigen, die gerne essen und trinken gehen, dass dieser Wunsch auch in der Gastrolandschaft in &#8230; <a href="http://stipvisiten.de/2012/01/erfrischendes-auf-dem-weg-ins-erzgebirge/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/stip/12117342"><img title="Weimer's Landgasthof" src="http://u1.ipernity.com/21/73/42/12117342.2299358d.500.jpg" rel="lightbox2105" alt="Weimer's Landgasthof" width="500" height="334" /></a></p>
<h2>In Oberhäslich verwöhnt Thomas Weimer die Gäste in seinem Landgasthof</h2>
<p>Als die Politiker uns vor reichlich zwanzig Jahren &#8220;Blühende Landschaften&#8221; versprachen, wünschten sich nahezu all diejenigen, die gerne essen und trinken gehen, dass dieser Wunsch auch in der Gastrolandschaft in Erfüllung gehen möge. In den Städten wie Dresden, Leipzig oder auch Görlitz hat das ja auch ganz gut geklappt – aber auf dem Land sieht es von wenigen Ausnahmen abgesehen immer noch aus wie in der kulinarischen Öde.</p>
<p>In Oberhäslich (bitte mit langem &#8220;ä&#8221; und einfachem &#8220;s&#8221; sprechen!) hat sich Thomas Weimer etwas getraut, was man sich viel häufiger wünscht: Er hat den alten Dorfgasthof zu einem Landgasthof umgemodelt, der eine herrliche Frische ausstrahlt. Der Gastraum ist hell, eine lustige Bordüre über der Holzpaneele mit hellgrün gemalten Küchengeräten gibt ihm etwas Freundliches.</p>
<p>Die Karte ist übersichtlich, was uns meist mehr erfreut als 300 Gerichte, die mehr Nummern als Speisen repräsentieren. Sechs Vorspeisen, fünf Hauptgerichte und drei Desserts reichen allerdings aus, sich schmackhafte Menüs zusammenzustellen. Und das taten wir dann auch &#8211; beinahe. Denn wir wollten (wegen kleinen Hungers) nur zwei Vorspeisen. &#8220;Nummer drei&#8221; am Tisch bat um einen zusätzlichen Löffel, um von der <em>Steckrübensuppe mit gerösteten Walnusskernen</em> (3,90 Euro) naschen zu können. Es gab, wie wunderbar, Besteck reihum für alle Vorspeisen: &#8220;Damit sich das Naschen lohnt!&#8221; Derlei unkompliziert mögen wir es, und &#8220;Nummer drei&#8221; genoss nicht nur die schaumig aufgeschlagene schmackhafte Suppe, sondern auch den <em>Karamelisierten Ziegenkäse auf süß-sauer eingelegtem Radicchio mit Pinienkernen und Walnüssen</em> (8,90 Euro), der zwar nur lauwarm serviert wurde, aber kräftig karamelisiert war und mit dem Radicchio einen wunderbar köstlichen Geschmack im Mund entfachte.</p>
<p>Der Service, der dies möglich machte, bediente uns den ganzen Abend freundlich und dezent-zurückhaltend, war aber immer zur Stelle, wenn dies nötig war. So sollte es sein. Schön ist auch, dass Thomas Weimer gegebenenfalls die Küche verlässt, um die Teller an den Tisch zu bringen. Erstens ist das Essen so wirklich warm und zweitens hat man das Gefühl, in familiärer Atmosphäre im Wohnzimmer zu sitzen: Alles läuft recht unkompliziert.</p>
<p>Die drei Hauptgänge lassen sich auf einen Nenner bringen: Lecker! Alle drei Fleischgerichte (es gibt auch Fisch, aber danach war uns nicht &#8211; lediglich Vegetarier müssen sich wohl etwas intensiver beraten lassen, denn Fisch- oder Fleischloses findet man nicht auf der Karte) waren auf den Punkt gegart, zart und saftig. <em>Geschmorte Kalbsschulter auf Rahmwirsing mit Kartoffelrösti</em> (13,90 Euro) zerschmolz auf der Zunge, kam mit ausreichend Sauce und lieferte mit den Rösti die Beilage des Abends. Die werden wir wieder ordern, egal was es dazu gibt!</p>
<p>Das Schnitzel des Herrn Weimer hatten wir ja schon im Dresdner Spizz <a href="http://stipvisiten.de/2010/05/spizz-in-striesen/" rel="nofollow" target="_blank">gelobt</a>, als er dort Küchenchef war. Hier erschien es uns nahezu perfekt &#8211; auch in der Darreichungsform in mehreren kleinen Stücken und nicht als ein überbordender Lappen. Die Bratkartoffeln dazu gehören zweifelsohne zu den besten der Gegend: kross-knusprig und angenehm gewürzt <em>(Wiener Schnitzel klassisch vom Kalb mit knusprigen Bratkartoffeln und kleinem Salat</em> für 14,90 Euro).</p>
<p>Prinzipiell hegen wir bei Geflügel ja eher Bedenken, dass uns das zu trocken und fade auf den Tisch kommen könnte. Weit gefehlt: <em>Gebratene Maispoulardenbrust auf frischem Blattspinat mit Kartoffel-Parmesan-Gratin und Pfefferschaum</em> war saftig, geschmackvoll und wurde mit einem traumhaften Sößchen serviert. Man muss Vorurteile auch mal über Bord werfen dürfen&#8230;</p>
<p>Zu den Desserts nur ein Satz: Gut, dass wir zu dritt waren und rundum naschen konnten. Hat sich gelohnt! (Aber wenn ich mal allein da wäre, würde ich <em>Tonkabohnen-Crème brûlée mit Apfel-Zimt-Kompott und einer Kugel Schokoladeneis </em>(6,90 Euro) nehmen und fragen, ob die Portion ein wenig größer sein könnte&#8230;)</p>
<p><strong>Weimers Landgasthof</strong><br />
Dresdner Str. 9<br />
01744 Dippoldiswalde</p>
<p>Tel: +49 3504 629550<br />
<a href="http://www.weimers-landgasthof.de/" rel="nofollow" target="_blank">www.weimers-landgasthof.de</a></p>
<p>Geöffnet:<br />
Mittwoch &amp; Donnerstag ab 17.30 Uhr<br />
Freitag, Samstag, Sonntag sowie an Feiertagen ab 11.30 Uhr<br />
[Besucht am 26. Januar 2012 | <a href="http://g.co/maps/hsez3" rel="nofollow" target="_blank">Lage</a> | <a href="http://maps.google.com/maps/ms?ie=UTF8&amp;hl=de&amp;t=h&amp;msa=0&amp;msid=117923577055243494477.000481c3982be227425d5&amp;ll=51.117317,14.256134&amp;spn=0.519814,1.977539&amp;z=10" rel="nofollow" target="_blank">Karte der hier besprochenen Restaurants</a> in Dresden und Umgebung]</p>
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		<title>Hinter den Kulissen</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 22:32:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>uvs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemeine Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[2012]]></category>
		<category><![CDATA[bean&beluga]]></category>
		<category><![CDATA[Dresden]]></category>
		<category><![CDATA[Semperoper]]></category>
		<category><![CDATA[Semperopernball]]></category>

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		<description><![CDATA[Über Opernbälle können sich die Menschen grandios streiten &#8211; weil sie (sagen die Einen) sinnentleerte Veranstaltungen für Superreiche seien oder weil sie (sagen die Anderen) großartige Gelegenheiten zum Feiern und Genießen seien. Unser Verhältnis zum Semperopernball ist eindeutig: Sollen die, die es &#8230; <a href="http://stipvisiten.de/2012/01/hinter-den-kulissen/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/stip/12094797"><img title="Semperoper" src="http://u1.ipernity.com/21/47/97/12094797.dd211aa4.500.jpg" rel="lightbox2090" alt="Semperoper" width="500" height="367" /></a></p>
<p>Über Opernbälle können sich die Menschen grandios streiten &#8211; weil sie (sagen die Einen) sinnentleerte Veranstaltungen für Superreiche seien oder weil sie (sagen die Anderen) großartige Gelegenheiten zum Feiern und Genießen seien. Unser Verhältnis zum <a href="http://www.semperopernball.de/" rel="nofollow" target="_blank">Semperopernball</a> ist eindeutig: Sollen die, die es mögen, doch feiern &#8211; und die, die es nicht mögen, nicht hingehen.</p>
<p>Dresden bietet übrigens für all diejenigen, die gerne mal zu so einem Ball gehen würden, es sich aber nicht leisten können, etwas Einmaliges an: Vor der Oper wird auch gefeiert. Ohne Eintritt, immer ein wenig vom Wetter abhängig, aber immer auch bestens besucht und mit viel Spaß verbunden. Und, da kennt der Dresdner mit seiner Dresdnerin nüschte, wenn von drinnen ein Walzer übertragen wird, tanzt man draußen mit. Mit Winterstiefeln auf Kopfsteinpflaster &#8211; ein rührendes Bild.</p>
<table width="100" align="left">
<tbody>
<tr>
<td align="center"><a href="http://www.ipernity.com/doc/14469/12094811"><img title="Spalier der Pressemeute" src="http://u1.ipernity.com/21/48/11/12094811.754c6e4c.100.jpg" rel="lightbox2090" alt="Spalier der Pressemeute" width="100" height="67" hspace="" vspace="" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td align="center"><small><a href="http://www.ipernity.com/doc/14469/12094811">Spalier der Pressemeute</a></small></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Drinnen regnet&#8217;s nicht, die Menschen sind unterteilt in mehrere Abteilungen: Promis und Pressemeute zum Fotografieren der Prominenz, Gäste mit Sitzplatz und Bummelanten mit Flanierkarten, die später kommen (müssen) und das Essen sowie das Programm verpasst haben. Außerdem jede Menge Leute, die an diesem Abend zum Feiern keine Zeit haben, weil sie arbeiten müssen. Zu dieser Kategorie gesellten wir uns in diesem Jahr, um mit der Kamera diejenigen zu begleiten, die dazu beitrugen, dass die Gäste von einem &#8220;unvergleichlichen Ereignis&#8221; sprachen: Wir waren mit Sternekoch Stefan Hermann und seinem<a href="http://www.bean-and-beluga.de/" rel="nofollow" target="_blank">bean&amp;beluga</a>-Team unterwegs.</p>
<p>Schade, dass es kein Kilometergeld gab! Die Semperoper hat nämlich unendlich lange Gänge &#8211; und genau die mussten wir gehen, um von A nach B zu kommen. Zum Beispiel von der Küche links neben der Bühne zu jener rechts daneben. Der gerade, kürzeste Weg war leider durch zahlendes Publikum besetzt, das unter sich bleiben durfte &#8211; also außen rum. Und <em>außen rum</em> heißt eben manchmal auch: zwei Etagen runter, links rum, links rum, zwei Etagen hoch. Oder so &#8211; wir haben uns trotz einiger grundlegender Ortskenntnisse das eine oder andere Mal verlaufen und wurden dann von wissenden Köchen oder Servicekräften an die Hand genommen, um doch zum rechten Platz zu finden <img src='http://stipvisiten.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<table width="100" align="left">
<tbody>
<tr>
<td align="center"><a href="http://www.ipernity.com/doc/14469/12110186"><img title="Küchenbesprechung" src="http://u1.ipernity.com/21/01/86/12110186.5f2fdb43.100.jpg" rel="lightbox2090" alt="Küchenbesprechung" width="100" height="67" hspace="" vspace="" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td align="center"><small><a href="http://www.ipernity.com/doc/14469/12110186">Küchenbesprechung</a></small></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Aber ich will nicht meckern: Eben jene stets froh gelaunten Köche und Bedienmenschen waren lange vor uns da und gingen auch erst sehr sehr lange nach uns &#8211; und zurückgelegte Kilometer will ich gar nicht erst vergleichen, weil da eh nur ein ehrenwerter letzter Platz bei heraus käme. Acht Küchen waren in allen möglichen und meist auch unmöglichen Räumen im Hinterland der Oper provisorisch eingerichtet worden. In denen wurde fertig gemacht, was zuvor vorbereitet worden war. Wir hielten uns die meiste Zeit in der Küche links der Bühne auf, von der aus dreihundertundweißtdunicht Essen geschickt wurden (314 oder 340, so genau hab ich&#8217;s nicht rausbekommen).</p>
<p>Nun ist aber ein Publikum, das für einen Zwölfer-Tisch bis zu 18.000 Euro und pro Person 350 Euro Eintrittsgeld zu zahlen bereit und in der Lage ist, in der Regel individualistisch und anspruchsvoll. Also kommt man eher peu à peu und nicht in einem Rutsch. Aber wie es sich gehört, wird immer tischweise serviert. Mithin schickt die Küche im Ernstfall quasi parallel Vorspeise für die Spätkommer und Dessert für die Frühchen des Abends &#8211; und den Hauptgang für die, die zwischendurch ihren Zehner- oder Zwölfertisch rundum besetzt hatten.</p>
<table width="100" align="left">
<tbody>
<tr>
<td align="center"><a href="http://www.ipernity.com/doc/14469/12094812"><img title="Die Drei von der Herdplatte" src="http://u1.ipernity.com/21/48/12/12094812.c34f6aac.100.jpg" rel="lightbox2090" alt="Die Drei von der Herdplatte" width="100" height="67" hspace="" vspace="" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td align="center"><small><a href="http://www.ipernity.com/doc/14469/12094812">Die Drei von der Herdplatte</a></small></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Aber in den Küchen werkelten Profis, und auch im Service gab es neben reichlich Aushilfen immer erfahrene Mitarbeiter. In &#8220;unserer&#8221; Küche half an dem Abend unter anderem Mario Pattis aus. Er hatte, wenn ich das richtig erinnere, den ersten Stern in Dresden erkocht, Stefan Hermann kam dann erst später in die Stadt. Die beiden kennen sich bestens, und das merkt man auch bei den kurzen Regie-Gesprächen vorab und zwischendurch. Auch Kai Kochan (&#8220;Hier kommt der Koch[an]&#8220;) vom Catering-Service <a href="http://www.wok.de/" rel="nofollow" target="_blank">Wok</a> war mit von der Partie und gönnte sich den Stress des Opernballs mit großer Ruhe und Gelassenheit.</p>
<p>2.000 Gäste saßen in der eigens zum Ball umgeräumten Oper: Die Stühle im Parkett mussten Tischen weichen, die Bühne wurde zum Tanzparkett umgemodelt. Die Gäste saßen in Logen mit unterschiedlich großer Platzkapazität, zwischen sechs und 48 Personen (entspricht 6.300 bis 50.400 Euro für die jeweilige Loge plus 350 Euro pro People darin), in abgeschlossenen Räumen wie dem Spiegelzimmer oder anderen Proberäumen und auf den Rängen. Wer nicht direkten leibhaftigen Blick auf die Bühne hatte, konnte das Programm auf Riesenmonitoren verfolgen &#8211; da geht ja so einiges heutzutage&#8230;</p>
<table width="100" align="left">
<tbody>
<tr>
<td align="center"><a href="http://www.ipernity.com/doc/14469/12094813"><img title="Thunfisch, Rosa Ingwer, Schwarzer Rettich" src="http://u1.ipernity.com/21/48/13/12094813.d5ba7a9b.100.jpg" rel="lightbox2090" alt="Thunfisch, Rosa Ingwer, Schwarzer Rettich" width="100" height="67" hspace="" vspace="" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td align="center"><small><a href="http://www.ipernity.com/doc/14469/12094813">Thunfisch, Rosa Ingwer, Schwar…</a></small></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Über 300 Köche und Bedienungen sorgten dafür, dass diese Menschenmassen zu essen und trinken bekamen. Was gab&#8217;s? Vom Feinsten! <em>Thunfisch, Rosa Ingwer, Schwarzer Rettich</em> zur Vorspeise. Der <em>tuna</em> gekräutert und nur kurz rundum angebraten, innen sushi-roh. Wir durften naschen, weil ein Gast das nicht wollte und der Teller gar nicht eingesetzt wurde und ungebraucht zurückkam. Schade eigentlich, dass die meisten es mochten, ich hätte spontan eine Tuna-Diät einlegen können! Wer genau hinsieht, entdeckt auf dem Teller auch Kresse. Es spricht für die Laune der Köche, dass ich mir folgende kurze Szene gemerkt habe: Es droht hektisch zu werden, weil irgendwas nicht auf Anhieb klappte. Der betroffene Koch droht wie ein HB-Männchen (für die Jungen: Da gab&#8217;s mal eine Werbung, bitte <a href="http://www.google.de/search?sourceid=chrome&amp;ie=UTF-8&amp;q=hb-m%C3%A4nnchen" rel="nofollow" target="_blank">googeln</a>!) in die Luft zu gehen. Da kommt ein anderer mit einem Topf frischer Kresse und grinst ihn an: &#8220;Einfach mal die Kresse halten!&#8221; Zack, Situation entspannt &#8211; alles lacht und freut sich.</p>
<table width="100" align="left">
<tbody>
<tr>
<td align="center"><a href="http://www.ipernity.com/doc/14469/12094816"><img title="Ochsenschwanzpastete, Gänseleber, Wurzelgemüse, Linsen" src="http://u1.ipernity.com/21/48/16/12094816.2246c0e6.100.jpg" rel="lightbox2090" alt="Ochsenschwanzpastete, Gänseleber, Wurzelgemüse, Linsen" width="100" height="67" hspace="" vspace="" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td align="center"><small><a href="http://www.ipernity.com/doc/14469/12094816">Ochsenschwanzpastete, Gänseleb…</a></small></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Leider mochten offensichtlich alle Gäste <em>Ochsenschwanzpastete, Gänseleber, Wurzelgemüse, Linsen</em>, so dass da nichts zum Probieren abfiel <img src='http://stipvisiten.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' />  War vielleicht aber auch besser so, denn als es beim Vorgespräch in der Küche darum ging, wie man alles korrekt vorbereitet und anrichtet, hörte ich Stefan Hermann sagen, wieviel Butter und anderer Geschmacksträger in der Pastete sei&#8230; Vor Beginn des Balls hechtete er im Wahnsinnstempo von Küche zu Küche, um das Personal ein letztes Mal zu briefen. Vielleicht gehen wir aber auch mal ins bean&amp;beluga und fragen, ob&#8217;s das auch außer der Reihe gibt, mal sehen&#8230;</p>
<table width="100" align="left">
<tbody>
<tr>
<td align="center"><a href="http://www.ipernity.com/doc/14469/12094819"><img title="Mandelmilchcreme, Eierlikörschaum, Feigensüppchen" src="http://u1.ipernity.com/21/48/19/12094819.e348235b.100.jpg" rel="lightbox2090" alt="Mandelmilchcreme, Eierlikörschaum, Feigensüppchen" width="100" height="67" hspace="" vspace="" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td align="center"><small><a href="http://www.ipernity.com/doc/14469/12094819">Mandelmilchcreme, Eierlikörsch…</a></small></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Das Dessert mussten wir unbedingt außerhalb des stressigen Abrufes für Tisch 309 oder so fotografieren &#8211; und durften das Fotoobjekt dann anschließend vernaschen, so dass wir volles Verständnis für lippenleckende Opernballgäste hatten.<em> Mandelmilchcreme, Eierlikörschaum und Feigensüppchen</em> passten auf jeden Fall noch – aber das Essen sollte ja auch keine träge machende Übersättigungsbeilage zum Ball sein, sondern ein i-Tupfer. Verhungern musste eh keine(r), denn nach Aufhebung der strengen Sitzordnung und nach dem Programm gab es ja noch die Stände in den Wandelgängen der Oper: Austern, Blini, Caviar &amp; Currywurst – was man halt so zum Schampus (<em>Ruinart</em>, den viele völlig zu Unrecht immer noch nicht kennen und spätestens seit dieser Nacht zu schätzen wissen) schnabuliert.</p>
<table width="100" align="left">
<tbody>
<tr>
<td align="center"><a href="http://www.ipernity.com/doc/14469/12109899"><img title="Meuteplätze" src="http://u1.ipernity.com/21/98/99/12109899.e0499fb3.100.jpg" rel="lightbox2090" alt="Meuteplätze" width="100" height="67" hspace="" vspace="" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td align="center"><small><a href="http://www.ipernity.com/doc/14469/12109899">Meuteplätze</a></small></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Essen und trinken sind natürlich nur ein Teil so eines Balls. Der vielleicht wichtigste ist das Sehenundgesehenwerden. Dafür gibt es einerseits die so genannten Promis, die im abgeschlossenen Bereich sitzen und so innerhalb des auserlesenen Ballpublikums ganz unter sich blieben. Aber was wären Promis ohne ihre Paparazzi? Die standen, ordentlich akkreditiert und (Respekt!) auch alle im Smoking, sauber in der Reihe und knipsten was ihnen vor die Linse kam. Später am Abend sah man dann die Klebestreifen auf dem Opernboden: Die<em>Sächsische Zeitung</em> zwischen den beiden Agenturen <em>dpa</em> und <em>dapd</em> - und hinter ihnen in zweiter Reihe mit improvisierter Handschrift die <em>Super Illu</em>.</p>
<table width="100" align="left">
<tbody>
<tr>
<td align="center"><a href="http://www.ipernity.com/doc/14469/12094817"><img title="Mühlenbeine" src="http://u1.ipernity.com/21/48/17/12094817.b14a382b.100.jpg" rel="lightbox2090" alt="Mühlenbeine" width="100" height="100" hspace="" vspace="" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td align="center"><small><a href="http://www.ipernity.com/doc/14469/12094817">Mühlenbeine</a></small></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Das Programm des Abends (aus zweiter Reihe von hinten neben der Bühne stehend beobachtet) war bunt und kam auf jeden Fall bei den Anwesenden gut an &#8211; wobei die Damen des Balletts von Moulin Rouge, die Paris nur einmal im Jahr verlasen um auswärts zu tanzen und 2012 sich immerhin für Dresden entschieden hatten, auf jeden Fall extremlange Beine haben. Allerdings schmissen sie diese reichlich unkoordiniert durch die Gegend. Aber wer achtet schon auf derlei Kleinigkeiten, wenn es moulinrouge-getünchte Körper zu sehen gibt? Richtig: Keiner.</p>
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		<title>Niemanns Tresor</title>
		<link>http://stipvisiten.de/2012/01/niemanns-tresor/</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Jan 2012 18:22:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>uvs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Leipzig]]></category>
		<category><![CDATA[Niemanns Tresor]]></category>
		<category><![CDATA[Restaurantbesuch]]></category>
		<category><![CDATA[Silvester]]></category>

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		<description><![CDATA[Gegenüber der Thomaskirche in Leipzig am Thomaskirchhof 20 steht ein ehemaliges Bankhaus. Der Architekt Peter Dybwad, der in Leipzig 1895 das Reichsgerichtsgebäude mit entworfen hat, hatte es 1905 für das Bankhaus Meyer &#38; Co. gebaut. Da gibt es repräsentative Räume &#8230; <a href="http://stipvisiten.de/2012/01/niemanns-tresor/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/stip/11992796"><img title="Niemanns Tresor" src="http://u1.ipernity.com/21/27/96/11992796.35d73362.500.jpg" rel="lightbox2058" alt="Niemanns Tresor" width="500" height="334" /></a></p>
<p>Gegenüber der Thomaskirche in Leipzig am Thomaskirchhof 20 steht ein ehemaliges Bankhaus. Der Architekt Peter Dybwad, der in Leipzig 1895 das Reichsgerichtsgebäude mit entworfen hat, hatte es 1905 für das Bankhaus Meyer &amp; Co. gebaut. Da gibt es repräsentative Räume &#8211; auch wenn das Haus von außen &#8220;sich durch eine zurückhaltende Modernität auszeichnet und durch die Wahl vornehmlich traditioneller Stilelemente sehr gut in die städtebauliche Situation Leipzigs einfügt&#8221;, wie es in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Dybwad" rel="nofollow" target="_blank">Wikipedia</a> über Dybwads Bauten heißt.</p>
<p>Um &#8220;Niemanns Tresor&#8221; zu finden, muss man also schon wissen, wo man ihn zu suchen hat: Im Hochparterre eben jenes Hauses. In einem Fenster flimmert ein Flachbildschirm nach außen, im Sims unterm Fenster gibt es dezent den Schriftzug des Restaurants: Nur wer&#8217;s weiß, sieht&#8217;s.</p>
<p>Drinnen verliert sich die Zurückhaltung, aber aufdringlich wird es nicht: hohe Räume, holzvertäfelte Zwischenwände, großformatige Bilder an den Wänden, satte warme Farben an der Decke und an Pfeilern, leinengedeckte Tische – irgendwie passt alles für eine angenehme Wohlfühl-Atmosphäre. Es gibt eine Raucher-Lounge, so dass &#8211; wer das braucht &#8211; nicht wie ein Hund vor die Tür gejagt wird. Und im Keller befindet sich der Tresor, der dem Restaurant dem Namen gab.</p>
<p>Wir waren nicht an irgendeinem Tag in Niemanns Tresor, sondern zu Silvester. Es gab nur ein Menü, aber man konnte kommen, wann man wollte (das hatten wir auch schon anders: da mussten alle zur gleichen Zeit da sein!).</p>
<p>Wo es gediegen-festlich zugeht, da sollte ein Glas Champagner am Anfang nicht fehlen: Die Auswahl ist ordentlich, und in der rosé Variante eine köstliche Einstimmung. Der Service – vier Leute wuselten im Gastraum herum – war supergut drauf, was ja an so besonderen Abenden nicht immer der Fall ist, denn schließlich müssen die Damen und Herren arbeiten, während andere feiern. Aber sie schienen alle gute Laube zu haben und brachten das bis nach Mitternacht auch rüber. Die Weinkarte des Hauses bietet genug Auswahl, um das Passende zum Essen zu finden &#8211; und dennoch entschlossen wir uns für eine der Weinempfehlungen aus dem Silvestermenü: Eine trockene Grauburgunder Spätlese vom <a href="http://www.weingut-pawis.de/">Weingut Pawis</a> (eins der beiden Saale-Unstrut VDP-Weingüter).</p>
<p>Und schon geht&#8217;s los: Brot (von der Sorte: zu lecker um es liegen zu lassen), Butter, Öl und grobes Salz und eine Schieferplatte mit dem Gruß aus der Küche (Lachs, Wachtelei und ein kleines Gurken-Joghurtmousse-Türmchen) &#8211; sah gut aus und regte die Geschmacksnerven an. Die sollten in diesem vergnüglichen Zustand bleiben, denn die folgende<em> halbe Wachtel</em> (aufgeteilt und in unterschiedlichen Texturen) <em>mit Entenstopfleber an Rotkohl-Preiselbeersalat</em> erfreute ebenfalls Aug&#8217; und Gaumen. Schön schaumig aufgeschlagen und kräftig im Geschmack war die <em>Selleriecremesuppe mit</em> (erfreulicherweise gar nicht trockener!) <em>Kanichenroulade</em>.</p>
<div>An dieser Stelle baten wir erst einmal um eine Pause, denn bis dato ging es Schlag auf Schlag &#8211; kein Problem: &#8220;Geben Sie einfach ein Zeichen, wenn es weitergehen soll!&#8221; sagte die Gast-freundliche Bedienung. Nach dem Zeichen gab&#8217;s <em>Hummerravioli auf Erbsenpurée und Morchelschaum</em> (feiner intensiver Geschmack) und dann ein Stück vom <em>Bentheimer Landschwein an getrüffeltem Spitzkohl</em>. Oh oh, das war superklasse: zart und saftig das Fleisch, fein abgeschmeckt und ausbalanciert der Spitzkohl. Schade, dass man auch bei wohl bemessenen kleinen Portionen irgendwann satt ist, denn dieser Gang wäre eine Zugabe wert gewesen!</div>
<div>Der Käsegang (<em>Fourme d’Ambert mit Pflaumen-Gewürzmousse</em>) war nach unserem Geschmack der einzige geschmacklich etwas unterbelichtete im Menü – aber der dann folgende Abschluss war mehr als ein Trost: Mit der <em>Champagner Zuckerkugel an rosa Grapefruitsorbet </em>schloss sich der Kreis zum Beginn des Abends: was zum Gucken und Schmeckleckern&#8230;</div>
<p><strong>Niemanns Tresor<br />
</strong>Thomaskirchhof 20<br />
04109 Leipzig<br />
Telefon-Nr: 0341 4800947<br />
<a href="http://www.niemannstresor.de/" rel="nofollow" target="_blank">www.niemannstresor.de</a></p>
<p>Besucht am 31.12.2011 | <a href="http://maps.google.de/maps/ms?msid=213846526094027859810.0004b69512def3db37f6a&amp;msa=0&amp;ll=51.340167,12.373272&amp;spn=0.002128,0.005504&amp;iwloc=0004b695168cb6bf9cbac" rel="nofollow" target="_blank">Lage</a></p>
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		<title>Auf der Wartebank</title>
		<link>http://stipvisiten.de/2012/01/auf-der-wartebank/</link>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 23:15:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>uvs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachsen]]></category>
		<category><![CDATA[Meißen]]></category>
		<category><![CDATA[PluSZ]]></category>
		<category><![CDATA[Restaurantbesuch]]></category>
		<category><![CDATA[Vincenz Richter]]></category>

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		<description><![CDATA[Das „Romantikrestaurant Vincenz Richter“ in Meißen bietet ordentliche Küche und desinteressierten Service Da stehen sie nun, die beiden Schoppen mit Weißwein. Ein Riesling und ein Grauburgunder. Für die zehn Leute in der Gaststätte gibt es zwei Bedienungen: “Er” hatte den Wein ausgeschenkt, &#8230; <a href="http://stipvisiten.de/2012/01/auf-der-wartebank/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.ipernity.com/doc/stip/11950091"><img title="Vincenz Richter" src="http://u1.ipernity.com/21/00/91/11950091.1b53d44d.500.jpg" rel="lightbox2044" alt="Vincenz Richter" width="500" height="334" /></a></p>
<h2>Das „Romantikrestaurant Vincenz Richter“ in Meißen bietet ordentliche Küche und desinteressierten Service</h2>
<p>Da stehen sie nun, die beiden Schoppen mit Weißwein. Ein Riesling und ein Grauburgunder. Für die zehn Leute in der Gaststätte gibt es zwei Bedienungen: “Er” hatte den Wein ausgeschenkt, “Sie” war irgendwie anders beschäftigt. Und während wir auf den Wein warteten, sah “Er” sich erst einmal an, wie der Wein auf der Theke warm wurde und erklärte später aufwändig und wortgewandt der Kollegin, welches denn nun der Riesling und welches der Grauburgunder sei.</p>
<p>Wir saßen, eng an eng mit je zwei uns Fremden rechts und links, in Meißens Traditionsgasthaus “Vincenz Richter”. Nebenan war eine Tafel für sechs Personen eingedeckt, direkt hinter uns eine für acht. Sicher, es war nett vom Tisch rechts alles über Vorverstärker und High-End-Stufen zu erfahren, auch konnten wir im Laufe des Abends mit den Nachbarn zur Linken einige Nettigkeiten austauschen, ohne die Stimme sonderlich erheben zu müssen. Romantisch fanden wir das allerdings nicht, auch wenn wir im ersten Romantik-Restaurant in den neuen Bundesländern dinierten.</p>
<p>Aber vielleicht bezog sich die Aufnahme vor fast zwanzig Jahren in den erlesenen Kreis der Romantik Hotels und Restaurants ja nur auf die Ausstattung und das Gemäuer des Hauses. Da kann und will man nämlich gar nicht meckern: Teils hundert Jahre alte Möbel und ein Stammtisch, der aus dem Holz der letzten Schiffsmühle der Elbe gefertigt ist, eine wundersame Waffensammlung an den Wänden: Das hat alles schon Bilderbuchcharakter.</p>
<p>Die Wirklichkeit kommt dann aber in Form der Vorspeise an den Tisch. “Gratinierter Ziegenkäse auf geröstetem Brot mit Ahornsirup und Apfel-Chutney” wurde eher lau als warm serviert. In vornehmer Blässe machte der Käse keinen gratinierten Eindruck, und wir vermissten auch den Geschmack von Ahornsirup. Gerne hätten wir uns wegen der Temperatur beschweren wollen, aber die beiden Servicekräfte hatten sich ins Backoffice verabschiedet, so dass das erst nach der Hälfte der Vorspeise gelang. Der verbliebene Ziegenkäse kam dann so temperiert, wie er von Anfang an hätte sein können. Und was fragte die Bedienung am Ende des Ganges (zu dem beim Gegenüber auch eine schön kräftige und sogar heiße Weißweinbouillon gehörte)? “War alles zu Ihrer Zufriedenheit?” Was soll man da, nachdem man die Unzufriedenheit schon kund getan hatte, nur antworten? Wir entscheiden uns für ein stereotyp angepasstes “Lecker!” und bestellten für den Hauptgang zwei neue Wein: Einen Schieler (den muss man bei Vincenz Richter getrunken haben!) und einen Dornfelder. Es kam: Nur der Schieler (und das kannten wir ja nun schon: jemanden zu erwischen, um sich schnell zu beschweren, ist schwer).</p>
<p>Damit war der Ärger aber auch fast vorbei, denn das servierte Essen war dann nahezu perfekt: Ein ordentliches Stück wirklich “Rosa gebratenes Kalbsrückensteak” mit einer guten Auswahl knackig gegarten Gemüses und einem Stück saucenfreundlichen schmackhaften Kartoffelbaumkuchen hier, drei mal gerade so “Rosa gebratene Medaillons vom Hirschrücken mit Maronensauce, Speck-Rosenkohl, Preiselbeeren und Gnocchi” gegenüber (wobei wir uns immer wieder fragen, warum man drei dünne Medaillons serviert statt eines gleichgewichtigen dicken &#8211; da lässt es sich doch viel leichter rosa garen!). Den Abschluss bildete ein Dessertteller mit Rieslingeis und einem sächsischem Quarkkäulchen: Beides so, dass man es jederzeit auch Freunden empfehlen könnte.</p>
<p>Ende gut, alles gut? Fast. Dreimaliges Fragen, ob alles zu unserer Zufriedenheit gewesen sei, kürzte die Zeit des langen Wartens auf die bestellte Rechnung ab.</p>
<p><strong>Romantikrestaurant Vincenz Richter</strong><br />
An der Frauenkirche 12<br />
01662 Meißen</p>
<p>Tel.: 03521 / 453285<br />
<a href="http://www.vincenz-richter.de/" rel="nofollow" target="_blank">www.vincenz-richter.de</a></p>
<p>[Besucht am 22. Dezember 2011 | Veröffentlich am 5. Januar 2012 in <a href="http://www.sz-online.de/plusz/epaper/PluSZ_PluSZ_20120105_gesamt.pdf" rel="nofollow" target="_blank">PluSZ</a>, Beilage der Sächsischen Zeitung | <a href="http://g.co/maps/us3a2" rel="nofollow" target="_blank">Lage</a> | <a href="http://maps.google.com/maps/ms?ie=UTF8&amp;hl=de&amp;t=h&amp;msa=0&amp;msid=117923577055243494477.000481c3982be227425d5&amp;ll=51.117317,14.256134&amp;spn=0.519814,1.977539&amp;z=10" rel="nofollow" target="_blank">Karte der hier besprochenen Restaurants</a> in Dresden und Umgebung]</p>
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		<title>Erst Liebe, dann Hiebe</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 11:12:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>uvs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Raunächte]]></category>
		<category><![CDATA[Sagen]]></category>
		<category><![CDATA[Vorgelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Nibelungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Was für ein Werk! Am Anfang ist eigentlich alles eitel Sonnenschein, sozusagen Friede, Freude, Eierkuchen. Am Ende gibt es fürchterliches Gemetzel, Leid und Trauer. Dazwischen liegen etliche Geschichten des Stoffes, aus dem heutzutage Fernsehserien gestrickt werden: Hübsche Frauen, starke Männer, &#8230; <a href="http://stipvisiten.de/2012/01/erst-liebe-dann-hiebe/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://stipvisiten.de/wp-content/uploads/2011/11/Nibelungen.jpeg" title="" rel="lightbox1655"><img class="alignleft size-medium wp-image-1970" title="Nibelungen" src="http://stipvisiten.de/wp-content/uploads/2011/11/Nibelungen-210x300.jpg" alt="" width="210" height="300" /></a>Was für ein Werk! Am Anfang ist eigentlich alles eitel Sonnenschein, sozusagen Friede, Freude, Eierkuchen. Am Ende gibt es fürchterliches Gemetzel, Leid und Trauer. Dazwischen liegen etliche Geschichten des Stoffes, aus dem heutzutage Fernsehserien gestrickt werden: Hübsche Frauen, starke Männer, Liebe, Abenteuer, Mord…</p>
<p>Die Geschichte heißt Nibelungenlied, der Dichter ist unbekannt. Vielen bekannten Schreibern wollte die Wissenschaft die insgesamt neununddreißig Abenteuer bereits zuschreiben: Wolfram von Eschenbach, Konrad von Würzburg, Walther von der Vogelweide – aber keiner von ihnen ist’s gewesen.</p>
<p>Was der Herr der Nibelungen da zusammengereimt hat, ist inhaltlich wie formal grandios. Im zwischen 1200 und 1204 geschriebenen Nibelungenlied sind nämlich nicht nur seinerzeit aktuelle Ereignisse reportagenhaft aufgezeichnet (ein früher Ersatz für die Zeitung oder das Nachrichtenmagazin mit einer gehörigen Portion Klatsch und Tratsch), sondern auch noch zwei eigentlich sehr unabhängige Sagen miteinander verknüpft: Siegfried der Drachenkämpfer ist Held der einen Sage, der Hunnenkönig Attila die tragische Hauptfigur der anderen. Während Attila im Jahre 453 tatsächlich starb (in der Hochzeitsnacht an einem Blutsturz – aber wer glaubt denn sowas? Da macht sich die Sage eines Mordes doch viel besser!), ist es mit Siegfried etwas mysteriöser. Das fängt mit der Drachen-Geschichte an, geht weiter mit dem Gewinn eines verfluchten Schatzes, einer trügerischen Brautwerbung und endet mit Siegfrieds Ermordung. Sie sehen: Harte Zeiten für Helden waren das – immer mussten die ‘ne Menge durchmachen, um dann meist sehr gewaltsam oder sonstwie mysteriös zu sterben.</p>
<p>Das burgundische Königskind Kriemhild leitet die Abenteuer ein:  Zwar war sie enorm schön („solch edel Mägdelein, dass in allen Landen nichts Schönres mochte sein“), doch sollte sie im Laufe des Liedes eine weniger angenehme Rolle spielen, was der Dichter uns auch schon recht früh andeutungsweise klarmacht: Sie war „ein schönes Weib, um die viel Degen [das sind: Ritter] mussten verlieren Leben und Leib“.</p>
<p>Siegfried kommt aus Xanten am Niederrhein, ist auch Königssohn (wie praktisch, dass es damals so viele Königsreiche gab&#8230;) und außerdem ein Held. Das bewies er einmal, als er die Nibelungen besiegte und den Nibelungenschatz erbeutete – seitdem war er der Siegfried „von Nibelungen Land“. Als später nach Siegfrieds Tod die Burgunden den Schatz in Besitz nahmen, ging auch der Name auf sie über. Siegfried erhielt jedoch nicht nur Schatz und Namen, sondern auch noch das Schwert Balmung (damals hatten Schwerter noch Namen) und eine Tarnkappe – ein äußerst praktisches Kleidungsstück, das einen unsichtbar machen konnte.</p>
<p>Die andere heldenhafte Angelegenheit ist der Kampf mit dem Drachen: Ein Lindwurm, in dessen Blut nach erfolgreichem Kampf Siegfried badete. Da bekam er eine Hornhaut, die ihn unverletzlich machte. Aber man kennt das ja aus der Antike: Irgendwo gibt’s auch bei solchen Unverletzlichen immer einen Fleck, an dem sie dann irgendwann scheitern. Um es einmal sehr gewagt zu formulieren: Siegfrieds Achillesverse war eine Stelle zwischen den Schulterblättern. Dorthin kam nämlich wegen eines just vom Baum gewehten Lindenblattes kein Drachenblut – und das war für Siggis Leben gar nicht gut&#8230;</p>
<p>Zurück zur Handlung des Liedes: Der tapfere Siegfried möchte die schöne Kriemhild freien. Er hatte sie zwar nie gesehen, aber das ist ja eher eine neumodische Erscheinung, dass man sich sehen muß, bevor man sich liebt: Erst die Heirat, der Rest wird schon kommen – das war jahrhundertelang die Devise. Bei Siegfried und Kriemhild ging das mit der Zuneigung sehr schnell: „Mit lieben Blick der Augen sahn einander an der Held und das Mägdelein; das indes ward heimlich getan“ verrät der Dichter und mutmaßt zugleich (obwohl er es nicht gesehen hat!), dass die beiden zärtlich die Hände drückten – sie knutschten, würde man heute sagen, still und heimlich vor sich hin.</p>
<p>Es folgen ganz spannende Szenen, bei denen einerseits die Liebe von Kriemhilds Bruder Gunter zur (natürlich ebenfalls schönen, zusätzlich aber ungeheuer starken und außerdem weitab in Island beheimateten) Königin Brünhild eine Rolle spielt und andererseits Siegfried sich als echter Kumpel zeigt, indem er unter die Tarnkappe schlüpft und es der starken Brünhild zeigt: Im Kampf besiegt er (unsichtbar) sie, während Gunter (sichtbar) den Hampelmann mimt und nur kämpferische Gesten zeigt.</p>
<p>Das ist alles sehr pikant und spannend wie bei Dallas inszeniert, weil die starke Brünhild ja eigentlich den starken Siegfried haben wollte. Der aber hatte (weil in Kriemhild verknallt) sich als Lehnsmann, als Untergebenen von Gunter ausgegeben – und so einen heiratete man früher nicht. Dass sich blaues Blut mit ganz normalem Menschenblut überhaupt mischen kann, wissen wir erst, seitdem es die hübsche Silvia direkt von der Olympiade in München von der Dolmetscherin zur Königin von Schweden brachte.</p>
<p>Weil er saubere Arbeit geleistet hat, darf Siegfried nun Verlobung mit Kriemhild feiern – worüber sich Brünhild sehr wundert: Kriemhild, die Königstochter, und (der von ihr verehrte) Siegfried, ein Untergebener?!? Sie rächt sich auf ihre Art und verweigert dem Gunter schlicht das Bett beziehungsweise das, was darin normalerweise nach der Hochzeit so passiert, wenn man nicht gerade schläft. Doch auch hier ist Siegfried ganz nett, zieht sich seine Tarnkappe über und opfert sich im Bett der Königin von Island… Dann begeht er, nach erfolgreicher Tat, noch einen verhängnisvollen Fehler: Er nimmt den Gürtel und einen Ring von Brünhild, um ihn seiner Kriemhild zu schenken. Sowas kann nicht gutgehen!</p>
<p>Geht es auch nicht: Vor dem Wormser Dom kommt es zum Eklat. Kriemhild will als erste durch die Tür, die Königin Brünhild sieht das nicht ein, ein Wort gibt das andere – und da zeigt Kriemhild keck auf ihren Gürtel und behauptet, daß Brünhild die Kebse (wie man Nebenfrauen und Geliebte so schön nennt) ihres Siegfrieds sei. Diesen Spruch (nicht die Sache) empfinden Brünhild und auch ihr König Gunter als große Schande und verlangen eine Rechtfertigung. Siegfried meint dann zwar, dass er nichts verraten habe, äußert sich aber wohlweislich auch nicht zu dem nächtlichen Abenteuer. Das nun ruft Hagen von Tronje, einen echten Lehensmann Gunters, auf den Plan: Er schwört Rache und will es Siegfried geben.</p>
<p>Gesagt, getan: Hagen erfährt durch eine fiese List von Kriemhild, wo Siegfrieds verwundbare Stelle ist und tötet Siegfried nach einem noch gemeineren Plan während der Jagd – es ist ein Meuchelmord, hinterrücks (also besonders gemein) und nicht ohne Folgen. Denn von nun an geht es jäh bergab, von nun an sind nicht mehr die Liebe und der Hof mit seinen schillernden Farben und Prächtigkeiten das Thema, sondern nur noch wilde Rauferei: Das sechzehnte Abenteuer „Wie Siegfried erschlagen ward“ macht den Anfang, und je weiter sich das Lied dem Ende neigt, desto mehr edle Ritter werden erschlagen. Die meisten freilich, muss man zur Ehrenrettung sagen, im ehrlichen und offenen Kampf.</p>
<p>Kriemhild ist über den Tod ihres geliebten Mannes natürlich erbost und schwört Rache – zumal sie den Mörder genau kennt: Als Hagen an die Totenbahre von Siegfried tritt, beginnt die Wunde erneut zu bluten. Und das das galt in jenen Tagen als sehr eindeutiger Beweis!</p>
<p>Nach angemessener Zeit echter und tiefer Trauer begab es sich, dass der Hunnenkönig Etzel [das ist: Attila] seine Frau Helke verliert, ebenfalls ein wenig trauert und dann um Kriemhilds Hand anhält. Die denkt gar nicht daran, ihn zu lieben, sinniert aber fürderhin nach Rache und sagt dem Überbringer des Heiratsantrags: Okay, so soll es sein – wenn Du, lieber Rüdiger von Bechelaren, mir den Treueeid leistest und alles Leid, das man mir antut, rächen wirst. Rüdiger sagt leichtsinnigerweise zu.</p>
<p>Kriemhild heiratet also Etzel, liebt ihn nicht, schenkt ihm aber dennoch einen Sohn („wat mut dat mut“ sagt man in Norddeutschland&#8230;) und plant nach dreizehn Jahren Pflichtehe die Rache an Siegfried zu vollenden. Etzel lädt die Wormser zu sich ein, ein großes Gelage sollte es geben. Und was war? Die Wormser kamen mit 1060 Recken und 9000 Knechten (es war nur eine kleine Abordnung), sahen  und fanden, dass das Wort Gelage bei ihnen irgendwie eher netten Charakter hatte, während es an Etzels Hof wegen Kriemhilds böser Gedanken eher vernichtend sein sollte: Intrigen gibt es und nicht standesgemäße Behandlung. Kriemhild schreckt vor nichts zurück, die Dinge nehmen ihren Lauf, bis dass so nach und nach alle gegeneinander kämpfen und „vom Blute nass und auch rot“ waren, was eine sehr vornehme Umschreibung für den Umstand ist, dass sie am Ende alle nicht mehr leben.</p>
<p>So nimmt die aufregende Geschichte ein überaus tragisches Ende, das der unbekannte Dichter treffend zusammenfaßt: „Mit Leid war beendet des Königs Festlichkeit, wie ja stets am Ende die Freude gelohnt wird mit Leid.“</p>
<p style="text-align: right;"><em>Geschrieben 1988/89,<br />
1996 zu Weihnachten als Geschenkband erschienen. Grafik von Einhart Grotegut.<br />
<a href="http://stipvisiten.de/category/allgemein/sagen/">Sagenhaft</a> – 12 Sagen. Nacherzählt von Ulrich van Stipriaan.</em></p>
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		<title>Lumpenhund oder Gentleman?</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 11:12:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>uvs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Raunächte]]></category>
		<category><![CDATA[Sagen]]></category>
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		<category><![CDATA[Schinderhannes]]></category>

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		<description><![CDATA[Johannes Bückler, ein 27jähriger Herr und trotz seiner Jugend schon Chef eines Unternehmens mit über 60 Mitarbeitern, lässt sich eigentlich durch nichts so schnell aus der Ruhe bringen. Überlegenheit ist halt Teil seines Erfolgs, da geben ihm seine Leute recht. &#8230; <a href="http://stipvisiten.de/2012/01/lumpenhund-oder-gentleman/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://stipvisiten.de/wp-content/uploads/2011/11/Schinderhannes.jpeg" title="" rel="lightbox1652"><img class="alignleft size-medium wp-image-1968" title="Schinderhannes" src="http://stipvisiten.de/wp-content/uploads/2011/11/Schinderhannes-148x300.jpg" alt="" width="148" height="300" /></a>Johannes Bückler, ein 27jähriger Herr und trotz seiner Jugend schon Chef eines Unternehmens mit über 60 Mitarbeitern, lässt sich eigentlich durch nichts so schnell aus der Ruhe bringen. Überlegenheit ist halt Teil seines Erfolgs, da geben ihm seine Leute recht. Aber an diesem 8. November stehen die Karten gar nicht gut um ihn. Er führt ein sehr ernsthaftes Gespräch, bei dem es um eine Menge geht: Die Frage ist nämlich, wie der Herr Bückler hingerichtet werden soll. Richtig: Nicht ob, sondern wie. „Ist es wahr“, fragt der Schinderhannes genannte Johannes Bückler, „dass ich gerädert werden soll? Das wäre doch sehr schrecklich!“</p>
<p>In der Tat, das wäre kein wirklich nettes Ende. Aber der Herr Gerichtspräsident kann seinen Gesprächspartner beruhigen: Nein, für den Herrn Bückler sei die Guillotine vorgesehen! Und er habe auch noch ein paar Tage Zeit bis dahin: Am 21. November sei es dann soweit…</p>
<p>Warum man dem erfolgreichen Jungunternehmer so ein brutales Ende schaffen will? Weil er zwar erfolgreich ist, aber den falschen Beruf gewählt hat: Der Schinderhannes ist nämlich Räuberhauptmann. Allerdings von einer Art, die romantisch-verklärt keineswegs als Ekelpaket in die Annalen eingeht, sondern als eine Art liebes Räuberlein, das nur den Reichen nimmt und den Armen gibt, wie es der Inbegriff dieser Räubergattung – ein gewisser Robin Hood – in den Wäldern um Sherwood vorgelebt haben soll. Der Robin Hood des Hunsrück, der im Hessischen, im Siegerland, an der Nahe und zwischen Rhein und Mosel seinen zweifelhaften Geschäften nachging, ist jener Johannes Bückler. Er hat es zu reichlich Ruhm gebracht – der für seine Phantasie zu recht gerühmte Volksmund hat die eine oder andere Mär erdacht und dem Schinderhannes angedichtet, und Carl Zuckmayer hat sogar ein ganzes Drama nach ihm benannt und darin Volkes Mund als Dichters Kunst festgehalten.</p>
<p>Sich ein umfassendes Bild des Schinderhannes zu machen, ist gar nicht so leicht – denn einerseits steht fest, daß es in dem Prozess zu Mainz um 53 verschiedene Anklagepunkte ging, die vom Straßenraub bis zum Mord nicht gerade eine schmeichelhafte Liste der Aktivitäten des Unternehmers Schinderhannes abgeben.</p>
<p>Andererseits aber sind da diese vielen Geschichten, die – wenn nicht wahr, so doch gut erfunden – auf ganz nette Züge des Herrn Bückler schließen lassen: Ein Schelm war er, und dann und wann konnte er sogar richtig nett zu den Leuten sein (zumindest zu einigen, und das auch meistens auf Kosten anderer, wie wir noch sehen werden!).</p>
<p>Da ist zum Beispiel die Geschichte im Gasthof „Grüner Baum“ an der Nahe, die man bei Zuckmayer nachlesen kann: Da ging der Schinderhannes hin und befahl dem Wirt, „dene Leut ihre Schuldstriche von der Tafel zu wische“ – und den Gästen ohne Barschaft auch noch eine Runde zu spendieren sowie was Ordentliches zu Essen zu bringen. Klar, dass sowas bei den Leuten schwer Eindruck schindet, außer beim Wirt natürlich.</p>
<p>Oder die Geschichte mit der armen Frau und der Kuh. Die geht so: Eine Frau wollte sich eine Kuh kaufen, besaß aber nur zehn Taler. Da gab ihr der Schinderhannes erstens zehn weitere Taler und zweitens einen Rat: Sie möge sich bitte eine recht ordentliche Kuh für das Geld kaufen und eine Quittung geben lassen. Diese Quittung bekam der Schinderhannes, nachdem die Frau eine Kuh erstanden hatte. Und was tat er? Er ging zum Viehhändler, um dort Quittung gegen Geld zurückzutauschen. Unter Hinweis darauf, dass er der Schinderhannes sei, natürlich, was dem Händler die Entscheidung leichter machte: Er gab das Geld zurück und behielt dafür immerhin sein Leben. Die Frage ist natürlich, ob der Schinderhannes in diesem Fall nun wirklich nur nett gehandelt hat – denn immerhin hatte er ja seinen Einsatz binnen kürzester Zeit verdoppelt und somit eine traumhafte Rendite erzielt.</p>
<p>Kniffliger war da schon die Sache mit Napoleon. Dem soll der Schinderhannes (sagen jedenfalls die Leute im Siegerland) anlässlich einer Begegnung gesagt haben: „Du ein großer, ich ein kleiner!“ Die Frage ist natürlich: Was hat der Herr Bückler dem Kaiser damit sagen wollen? Natürlich hätte der Kaiser nachfragen können, aber dann wäre aus dieser Angelegenheit ja keine Geschichte geworden. Also hat Napoleon das Fragen sein gelassen und lediglich gedacht: Dieser Mensch wird wohl gemeint haben, dass er ein kleiner und ich ein großer Spitzbube sei. Mag sein, dass Napoleon da gar nicht so falsch lag und vielleicht ganz heimlich für sich diese Wertung sogar teilte. Aber so etwas kann ein Kaiser natürlich nicht zugeben, weswegen er nach außen hin den Beleidigten mimte und den Schinderhannes später nicht begnadigen wollte.</p>
<p>Ach so, richtig. Die Geschichte hat natürlich noch eine Fortsetzung, an der man sieht, wie sehr den großen Feldherrn die Angelegenheit beschäftigt hat. Als Napoleon nämlich einmal mit seinen Generalen zusammensaß, soll er sie nach einer Interpretation des Schinderhannes-Satzes gefragt haben. Daraufhin die Antwort eines Generals (wohl auch, um selbst nicht in Ungnade zu fallen): „Du ein großer Feldherr, ich ein kleiner!“ Das war natürlich genial, und eigentlich hätte Napoleon darauf auch selber kommen können. Naja, er fühlte sich jedenfalls geschmeichelt, wollte nicht nachtragend sein und „den Kerl jetzt aber bitte sofort begnadigen“, was er als oberste Instanz in Gerichtssachen gut hätte machen können. Da aber war es zu spät: Der Schinderhannes war – so die Geschichte – genau eine Stunde zuvor hingerichtet worden.</p>
<p>Das war am 21. November 1803. Was für ein Tag für die Mainzer, die ja damals alle weder das ZDF noch irgendein anderes Fernsehen hatten und deswegen auf Natur- und andere grandiose Ereignisse angewiesen waren, um sich zu amüsieren! Das Volk strömte zwei Tage lang in die Stadt, um dem Schauspiel beizuwohnen. In der Zeitung stand hernach zu lesen: „Alle Straßen, durch welche der Zug ging, alle Fenster waren mit Menschen besetzt. Die Wälle und benachbarten Anhöhen wimmelten von Neugierigen. Über die Hälfte gehörte zum weichen, zärtlichen Geschlecht&#8230;“ Womit die Attraktivität des Mannes trotz seines Standes (verheiratet, ein Kind) erwiesen wär!</p>
<p style="text-align: right;"><em>Geschrieben 1988/89,<br />
1996 zu Weihnachten als Geschenkband erschienen. Grafik von Einhart Grotegut.<br />
<a href="http://stipvisiten.de/category/allgemein/sagen/">Sagenhaft</a> – 12 Sagen. Nacherzählt von Ulrich van Stipriaan.</em></p>
<p><iframe src="http://w.soundcloud.com/player/?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F32333309&amp;show_artwork=true" frameborder="no" scrolling="no" width="100%" height="166"></iframe></p>
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		<title>Warten unterm Berg</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 11:12:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>uvs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Raunächte]]></category>
		<category><![CDATA[Sagen]]></category>
		<category><![CDATA[Vorgelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Barbarossa]]></category>
		<category><![CDATA[Kyffhäuser]]></category>

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		<description><![CDATA[Felsen und Wald, die Mauern einer längst verfallenen Burg. Unter den trüben Wolken kreisen die Raben um den Turm, und an hellen Tagen schimmert ein eisgrauer Bart durch den kalkigen Fels. Der Bart wächst seit achthundert Jahren durch Tisch und &#8230; <a href="http://stipvisiten.de/2012/01/warten-unterm-berg/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Felsen und Wald, die Mauern einer längst verfallenen Burg. Unter den trüben Wolken kreisen die Raben um den Turm, und an hellen Tagen schimmert ein eisgrauer Bart durch den kalkigen Fels. Der Bart wächst seit achthundert Jahren durch Tisch und Stein. Er gehört Kaiser Rotbart, Friedrich I. von Hohenstaufen, von seinen italienisch sprechenden Untertanen „Barbarossa“ genannt. Der schläft in dem Berg an seinem Tisch, und mit ihm schläft ein Gefolge geisterhafter Ritter. Seine blonde Tochter Uta sitzt dabei und spinnt den goldenen Flachs.</p>
<p>Einmal in hundert Jahren wacht der Kaiser auf. Dann schickt er einen Hirtenjungen nachzusehen, ob denn die Raben immer noch um das Gemäuer kreisen. Tun sie es noch, so schläft er wieder ein. Sollten sie einmal nicht mehr kreisen, wird der Kaiser wiederkommen und den Deutschen Ordnung, Recht und Frieden bringen. Kyffhäuser heißt der Berg, in dem der Kaiser schläft; er liegt in Thüringen und ist man gerade 477 Meter hoch.</p>
<p>Und der Kaiser? Stellen Sie sich eine Art Boris Becker vor, sehr hell, sehr blond sehr nördlich-deutsch. Aber jetzt denken Sie ihn sich viel kleiner! Nein, noch ein Stück kleiner! Jetzt noch ein roter Bart – und schon haben Sie Kaiser Friedrich vor sich und auch das Thema seines Lebens: Nord und Süd! Traum und Trauma eines geordneten, einigen, westlichen Reiches … wir würden heute sagen: Europas.</p>
<p>Mit Barbarossa ist ein historischer Herrscher in die Sage eingegangen. Damit sowas passiert, müssen die Zeiten, in denen er gelebt hat, fern und wild gewesen sein. Und genau das waren sie!</p>
<p>Gehen wir doch einmal zurück – in großen Schritten, um auch halbwegs anzukommen. Vor 100 Jahren gingen auf dem weiten Grasland Nordamerikas die „Indianerkriege“ zuende; vor 200 Jahren köpften hosenlose Franzosen ihren König und damit ein galantes Zeitalter. 300 Jahre sind schon weit entfernt: In Deutschland brannten die Scheiterhaufen der Hexenverfolgung, und in Holland blühten der freie Geist Spinozas und die Aktienkurse der Ostindischen Kompanie. Wenn wir gar 400 Jahre zurückgehen, sind wir dann bei Elisabeth, der jungfräulichen Königin, und ihrem wüsten Ritter Francis Drake. Und das alles ist erst die Hälfte des Weges! 1990 jährte sich nämlich Kaiser Barbarossas Todestag zum achthundertsten Mal! In solchen langen Zeiträumen kann es schon vorkommen, dass die Erinnerung träumerisch und verschwommen wird, und dass ein Kaiser in den Berg kommt.</p>
<p>Friedrich war dreißig Jahre alt, als er deutscher König wurde. Und „König werden“, das gefiel dem Ritter mit dem roten Bart! Wie schafft man das ein zweites Mal? Friedrich wies nach, daß seine junge Frau mit ihm verwandt sei, ließ sich scheiden und heiratete die Erbin von Burgund. Das war sein zweites Königreich. Jetzt hatte er Übung. „Kaiser werden“ lautete das nächste Ziel!</p>
<p>Und Kaiser sein, hieß Oberhaupt des Reiches werden. Und „Reich“ gab’s nur eins: das römische… Geteilt in Westreich und Byzanz. Friedrich wollte es nochmal versuchen, das Reich zu einen. Sein Pech: In Frankreich und England, beide zum alten Reich gehörig, kamen eben die Nationalstaaten auf; und in Rom, im Zentrum des Reiches, da saß der Papst inmitten seiner Länder fest auf seinen Schenkungsurkunden.</p>
<p>Fast siebzigjährig zog Friedrich zum Kreuzzug aus. Sein Heer zählte hunderttausend, sein Traum war die Vereinigung von Ost und West in den alten Grenzen des Imperiums. Als er an einem Sonntag bei brütender Hitze in Kleinasien an den Fluß Saleph kam, gedachte Barbarossa ein Bad zu nehmen. Er hätte der Versuchung widerstehen und lieber schwitzen sollen. Der Kaiser ertrank nämlich bei dieser Abkühlaktion: Herzschlag.</p>
<p>Heinrich, sein Sohn, erfüllte dann beinah seinen Traum: Die Provence, die Dauphine, die Schweiz, Mähren, Sizilien und ganz Italien mit Ausnahme der päpstlichen Ländereien gehörten zum Reich. England erkannte seine Lehnshoheit an; Zypern und Antiochien baten um Aufnahme ins Reich. Zu erobern blieben nur noch Spanien, Frankreich und Byzanz. Dann starb auch Heinrich – mit dreiunddreißig zu jung, als daß ihm die Vergeblichkeit all seines Jagens und Strebens hätte aufgehen können; und in Palermo wurde der Enkel Barbarossa im Kindergartenalter von vier Jahren König. Mit zwölf Jahren verjagte er die eingesetzten päpstlichen Regenten, übernahm seine Länder selbst und wurde der mächtigste und aufgeklärteste Kaiser des deutschen Mittelalters: Friedrich II.</p>
<p>All das ist lange her, und die Gestalten verwischen sich im Nebel der Geschichte. Lange noch blieb unklar, wer nun eigentlich im Kyffhäuser begraben liegt – Barbarossa oder Enkel Friedrich Zwei.</p>
<p style="text-align: right;"><em>Geschrieben 1988/89,<br />
1996 zu Weihnachten als Geschenkband erschienen. Grafik von Einhart Grotegut.<br />
<a href="http://stipvisiten.de/category/allgemein/sagen/">Sagenhaft</a> – 12 Sagen. Nacherzählt von Ulrich van Stipriaan.</em></p>
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		<title>Die Nacht der Feuer</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 11:12:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>uvs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Raunächte]]></category>
		<category><![CDATA[Sagen]]></category>
		<category><![CDATA[Vorgelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Walpurgisnacht]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie konnten einem lange Zeit schon leid tun – denn schließlich sind Hexen ja auch nur Menschen! Und sie haben ein Anrecht auf ihre angestammten Plätze. Einer von ihnen, der Brocken im Harz, in Hexenkreisen besser als Blocksberg bekannt, war &#8230; <a href="http://stipvisiten.de/2012/01/die-nacht-der-feuer/">Continue reading <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://stipvisiten.de/wp-content/uploads/2011/11/Walpurgisnacht.jpeg" title="" rel="lightbox1646"><img class="alignleft size-medium wp-image-1962" title="Walpurgisnacht" src="http://stipvisiten.de/wp-content/uploads/2011/11/Walpurgisnacht-205x300.jpg" alt="" width="205" height="300" /></a>Sie konnten einem lange Zeit schon leid tun – denn schließlich sind Hexen ja auch nur Menschen! Und sie haben ein Anrecht auf ihre angestammten Plätze. Einer von ihnen, der Brocken im Harz, in Hexenkreisen besser als Blocksberg bekannt, war im irreal existierenden Sozialismus militärisches Sperrgebiet der DDR. Seitdem die Grenze quer durch den Harz nicht mehr existiert, dürfen Hexen und ihnen nahestehende Wesen wieder spuken – beispielsweise in der Walpurgisnacht.</p>
<p>Die Nacht zum 1. Mai hat es in sich – auf dem Brocken, aber auch anderswo, ist dann die Hölle los. Sogar Goethe, den wir ja immer wieder gerne zitieren, war begeistert und ließ seiner Phantasie freien Lauf, als er im Faust die Walpurgisnacht beschreibt: „Verlangst Du nicht nach einem Besenstiele? Ich wünschte mir den allerderbsten Bock“, sagt Mephisto und verrät damit gleich, was man eigentlich braucht, um an einer ordentlichen Walpurgisnacht teilnehmen zu können. Die Hexen jedenfalls bedienten sich gerne der Besen, um geschwinder voranzukommen – oder, wieder mal Goethe: „Es trägt der Besen, trägt der Stock, die Gabel trägt, es trägt der Bock!“</p>
<p>Warum das alles?</p>
<p>Eigentlich ganz einfach: Denn während die Natur bereits zu neuem Leben erwacht, sah es im Mai für die Bauern hierzulande übel aus – es begann am 1. Mai für sie das sogenannte Hunger- oder Kuckucksvierteljahr, weil die Vorräte verbraucht und die neuen Sachen noch nicht herangereift waren. Zuversicht und Hoffnung mußten da schon groß sein – und ein wenig Prophylaxe, wie man heute sagen würde, kann in solchen Situationen nicht schaden. Die Abwehr der Dämonen in der Nacht zum ersten Mai gehört dazu.</p>
<p>Wenn man schon nicht die Dämonen und Hexen verbrennen kann in dieser Nacht, dann doch wenigstens ihre Fortbewegungsmittel: Alte Besen, die den ganzen Winter über in Gebrauch waren, kommen auf einen Haufen und werden angezündet. Mistgabeln werden in die Erde gesteckt, die Böcke aus dem Stall genommen und irgendwo zusammengepfercht.</p>
<p>Mit Krach vertreibt man Geister – also wird Krach gemacht. Naja, und weil es im Maien halt überall sehr frühlingshaft sprießt und sich regt, kann man die Gelegenheit der ersten lauen Nächte vielleicht auch noch anderweitig nutzen, um etwas gegen das Böse zu tun…</p>
<p>So gesehen verhalten sich die normal Sterblichen dann nicht anders wie die Hexen auf dem Blocksberg: Der Teufel erwartet die Hexen, besprengt sie mit Wasser aus dem Teufelsnapf und läßt sich von den Hexen ihre Taten erzählen. Als erfahrener Böser erteilt er dann gute Ratschläge, woraufhin ein großes Gelage beginnt. Es gibt Fleisch und Obst und Bier, und hinterher den Hexenreigen. Der Tanz um den Bock ist freilich noch nicht das Ende der Nacht, die in teuflischen Hexenkreisen gewöhnlich mit derben sexuellen Orgien endet. Sagen die Volkskundler und, wenn man ihn genau liest, auch Johann Wolfgang von G., als Faust mit so einer netten jungen Hexe das Tanzbein schwingt: „Einst hatt’ ich einen schönen Traum: Da sah ich einen Apfelbaum, zwei schöne Äpfel glänzten dran, sie reizten mich, ich stieg hinan.“ Daraufhin die Schöne, gar nicht so schlecht gereimt: „Der Äpfelchen begehrt ihr sehr, und schon vom Paradiese her. Von Freuden fühl’ ich mich bewegt, dass auch mein Garten solche trägt.“</p>
<p style="text-align: right;"><em>Geschrieben 1988/89,<br />
1996 zu Weihnachten als Geschenkband erschienen. Grafik von Einhart Grotegut.<br />
<a href="http://stipvisiten.de/category/allgemein/sagen/">Sagenhaft</a> – 12 Sagen. Nacherzählt von Ulrich van Stipriaan.</em></p>
<p><iframe src="http://w.soundcloud.com/player/?url=http%3A%2F%2Fapi.soundcloud.com%2Ftracks%2F32230811&amp;show_artwork=true" frameborder="no" scrolling="no" width="100%" height="166"></iframe></p>
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