Leben im Bus

Im Bus

Erlebnisse auf den Äolen (5)

Natürlich gibt es einen Fahrplan für die Busse, die auf der Insel Lipari den Stadtverkehr besorgen sowie vorbildlich die Ortschaften miteinander verbinden. Konkret sieht das dann so aus, dass die Linea Bianca auf ihrem Rundkurs vom Busterminal übers Hospital beispielsweise um 10.30 Uhr von der Marina Corta über die Haltestelle Busterminal (die hier prägnant „Esso“ heißt, weil die Tankstelle für Benzintanker ein sehr zentraler Ort ist) zum Nachbarort Canneto fahren soll. Pünktlich um 10.45 kommt der Bus dann auch an. Kein Problem, wir haben ja Zeit. Der Fahrer schnappt sich den Kinderwagen, der vorne neben ihm stand, und dreht erst mal mit seinembambino eine Runde. Derweil kassiert der Schaffner die vier Fahrgäste schon mal ab: Einfache Fahrt 1,50 – Hin und zurück 2,50. Wir haben ein Zehnerticket für 10,50 erstanden und werden pro Person einmal gelocht, zahlen also pro Fahrt 1,05 Euro.Während wir noch sinnieren, wie schön und arbeitsplatzschaffend es doch ist, wenn so ein kleiner Stadtbus mit 10 Sitz- und 22 Stehplätzen sich nicht nur einen Fahrer, sondern auch einen Schaffner leistet, kommt Papa conducente zurück und liefert das Baby bei seiner Frau (die im Bus gewartet hatte) und dem (sicher nicht zufällig) vorbeikommenden nonno ab.

Nun hätte es ja eigentlich losgehen können, aber eine Gruppe von ungefähr 234 Schülerinnen und Schülern, die bislang brav auf der molo in elendig langer Schlange auf den Beginn des Stadtgangs gewartet hatte, hatte sich den gleichen Moment zum Abmarsch erkoren. Das war nun der große Moment für die beiden Politessen, die auf dem Platz für Ordnung sorgen. Mit gebieterischer Handbewegung deutete die eine dem Busfahrer ein „Stop“ und den studenti ein „Go!“

Ungefähr bei Schüler Nummer 84 entschied die Hübsche aus unerfindlichen Gründen, den Spieß umzukehren: Schülerstopp und Busfreifahrt, wie schön!

Es ist immer ein Erlebnis, durch enge Gassen zu fahren, zumal wenn dort Touristen unterwegs sind und ihren Teil der Straße beanspruchen. Seelenruhig kutschierte der Fahrer das Gefährt voran, bis ein kleines blaues Auto vor ihm stand. Der Fahrer betätigt die Hupe, das kleine blaue Auto bleibt stehen. Er hupt, es steht. Immer noch sehr gelassen verlässt der Busfahrer die Linea Bianca, öffnet die Tür des kleinen blauen Autos und fährt es einige Meter vor und weiter rechts heran. Der ältere Herr auf dem Beifahrersitz protestierte nicht, die Leute im Bus applaudierten nicht, die Fahrt ging weiter, als ob nichts passiert wäre…

Der Barbier von Lipari

Granita mit Brioche

Erlebnisse auf den Äolen (4)

Das Alltagsleben in italienischen Kleinstädten hat seinen eigenen Rhythmus. Die Melodie des Alltags beginnt für Viele morgens in der Bar mit einem caffè und einer pasta. Das eine ist ein Espresso, wie man ihn in Deutschland selten findet (ich habe ihn, ehrlich gesagt, so gut noch nirgendwo bekommen). Selbst im kleinsten Ort mit der rüdesten Bar steht eine riesige Espressomaschine, aus der ein ölig-cremig-starkes Gebräu kommt. Pasta, das hatten wir schon, ist ein Gebäck – vom Schokohörnchen über den Apfelplunder bis zum Blätterteig mit Cremé. Alles süß, aber wenn man das mag: alles vorzüglich. Im Sommer kommt auch die Mischung aus einer Granita mit einer Brioche gut. Granita aus Kaffee (dem starken!) oder Schokolade, Mandeln, Erdbeeren, Limonen – die Auswahl ist meist groß. In der Hafenbar Il Gabbiano genossen wir eine der besseren Varianten der Granita, natürlich mit echter Sahne und nicht diesem Sprühzeugs.In der Bar am Tresen geht’s schnell und ist preiswerter als drinnen oder gar draußen am Tisch. 80 Cent für einen caffè a banco sind eine Einladung, Stammgast zu werden. Wenn man partout seine Granitádraußen schlürfen möchte, geht das natürlich auch, der Aufschlag ist je nach Örtlichkeit allerdings beachtlich bis happig.

Barbiere Carmelo Bertè
Barbiere Carmelo Bertè
Gleich neben der Bar gibt es den Barbier von Lipari. Ein ganz kleiner Laden, aber mit großem Angebot: Hier lassen sich die Männer tatsächlich noch rasieren, und keine Frage: Das ist die schaumige Nassrasur. Und die Haupthaare scheinen auch schnell nachzuwachsen auf Lipari, jedenfallls ist immer gut zu tun. Da italienische Männer sich immer etwas zu erzählen haben, geht es bei Carmelo Bertè natürlich meist lautstark zu. Duschen kann man hier übrigens auch, signalisiert das großformatige Schild – das Angebot scheint aber weniger häufig in Anspruch genommen zu werden als Rasur oder Haarschneiderei.
Pasticceria d'Ambra
Pasticceria d’Ambra

In einer kleinen Gasse unweit der Marina Corta gibt es ein ganz spezielles Laboratorium. Morgens um fünf wird hier bereits gewerkelt, und man kann im weiten Umkreis riechen, was hier hergestellt wird: Süßes! Die kleine und von außen unscheinbare Pasticceria öffnet morgens um sieben, bis dahin bersten die Auslagen mit Keksen, Törtchen, mit Eis gefüllten Waffeln, Canolli und allem, was dick macht. Sonntags ist die Kühlung voll mit Vorbestellungen, das Laboratorium im Familienbesitz scheint einen guten Ruf zu haben. Aber natürlich ist es nicht die einzige Institution ihrer Art in Lipari: Subba ist der Platzhirsch am Corso, groß und mit Tischen zum Frühstücken draußen. Das Eis ist eine Wucht in (leider recht geschmacklosen) Tüten: Ein cono kostet 2,50 Euro – dafür gibt es aber soviel Eis, dass theoretisch eine komplette Kleinfamilie davon ausreichend zu naschen hätte. Aber so wie es schmeckt ist keiner geneigt, etwas mehr als einen Probeschleck abzugeben. Ebenfalls am Corso, aber deutlich unauffälliger: Oscar. Marzipanfrüchte sind hier die Spezialität, aber die anderen üblichen Schleckereien gibt’s natürlich auch.

[Karte Isole Eolie | Karte Lipari - Marina Corta zu diesem Beitrag]

An der Marina Corta in Lipari

Marina Corta

Erlebnisse auf den Äolen (3)

Die Marina Corta ist der romantischere der beiden Häfen von Lipari. Kleinere Fischerboote dümpeln hier vor sich hin, aber die Zahl der Bars, Restaurants und Geschäfte mit touristischem Angebot lässt Schlimmeres ahnen. Richtig: Ab zehn Uhr spucken schon im Mai Spezialboote im Stundentakt Massen von Tagestouristen aus. Die wälzen sich dann an der Chiesa delle Anime del Purgatoriovorbei auf die Piazza Ugo S. Onofrio und stürmen die Restaurants. Dort verbringen sie die Hälfte der zur Verfügung stehenden Zeit auf der Insel, wundern sich vielleicht über das vergleichsweise ordentliche Angebot für so einen Ort sowie die relativ moderaten Preise und versuchen dann, die Insel zu erkunden.

Chiesa di S. Guiseppe
Chiesa di S. Guiseppe

Einige schaffen es links hoch zur Chiesa di S. Guiseppe und fragen sich (und gegebenenfalls vorbei eilende Touristen gleicher Sprache), ob’s denn hier irgendwo einen schönen Blick über die Stadt, die Insel und das ganze Archipel gäbe? Die Antwort befriedigt sie nicht wirklich: Ja, so etwas gibt es durchaus, aber dazu muss man ein wenig wandern, bergan zum Beispiel. „Ach, Herbert, wie schade, aber das Boot geht doch schon wieder in einer halben Stunde!“ Pech gehabt.Andere laufen rechts weiter, vorbei an kleinen Geschäften mit Allem: Liparische Spezialitäten! Weine der Region! Blusen! Nach wenigen hundert Metern wird’s dünner mit derlei Angeboten, und wer Pech hat, schafft es wegen mangelnder Attraktivität der Straße nicht mehr bis zur Treppe hoch zum Castello. Pech gehabt.

Aber es gibt ja auch die, die nicht mit der zehn-Uhr-Touri-Barke anlanden. Die genießen die Zeit davor und die nach 16 Uhr, wenn wieder Ruhe einkehrt.

Morgens in Lipari. So gegen sieben Uhr. Die Glocken von S. Giuseppe spielen eine aufmunternde Melodie. Nicht so ein langweiliges schwermütiges Bimbambum wie in Teutonien, sondern ein heiteres Lied in mehreren Strophen, über 70 Sekunden lang. Um zwölf und abends um acht wiederholt sich der Ohrenschmaus mit anderen Melodien. Es gibt freilich auch andere Klänge, wenn die Totenglocke klagt. Unwillkürlich halten alle in Schallweite der Glocke inne, das Leben kommt zur Ruhe. Zumindest die Einheimischen auf dem Platz vor dem Hafen, die sich gerne im Schatten der Statua di S. Bartalomeo zum täglichen Palaver treffen, bleiben schweigend stehen und erweisen dem oder der Toten die letzte Ehre.[Karte Isole Eolie | Karte Lipari - Marina Corta zu diesem Beitrag]

Im Norden der Insel

Vollmond

Das geplante Ziel des Tages war das Castello del Volterraio. Eine Festung aus dem Jahr 1281, nie eingenommen und lediglich durch Wind und Wetter dem Verfall preisgegeben. Aber es war uns einfach heiß, den Anstieg ließen wir sein. Statt dessen sind wir mit dem Auto um das Castello geschlichen wie die Katze um den heißen Brei, habe es aus allen möglichen Winkeln gesehen und statt dessen viele andere Dinge aus der Nähe gesehen.

Portoferraio
Portoferraio
Zum Beispiel San Giovanni. Ein kleines Dorf mit Hafen und nicht wirklich von Touristen überlaufen. Da es genau gegenüber von Portoferraio liegt, gibt es eine wunderbare Aussicht auf die Inselhauptstadt, inklusive dem regen Fährverkehr. Zwei empfehlenswerte Restaurants sahen wir bei unsrem Bummel, von denen das mit dem abschreckenderen Namen den besseren Eindruck hinterließ: Pizzeria 2001. Probiert haben wir beide nicht – dazu war’s zu früh.
La Chiusa
La Chiusa
Das Weingut La Chiusa passierten wir zweimal: Um die Mittagszeit macht es dem Namen alle Ehre und war verschlossen, am Abend auf dem Rückweg jedoch stand das Tor offen. La Chiusa ist 20 Hektar groß (13,5 davon Weinanbau) – aber wüsste man es nicht, führe man dran vorbei, denn „die Eingeschlossene“ verbirgt sich geschickt hinter Mauern. Ist man drinnen, genießt man die Schönheit des alten toskanischen Landsitzes. Wer außer uns war noch zweimal hier? Napoleon! Nach seiner Ankunft am 3. Mai 1814 im eigens geschaffenen Fürstentum Elba, um auf die Fertigstellung des Wohnsitzes in Portoferraio zu warten – und später noch einmal, weil es dort so schön war. Sehr passend, denn Napoleon förderte in dem knapp dreiviertel Jahr seines Aufenthalts auf Elba unter anderem den Weinbau!
La Chiusa
La Chiusa
Das große Tor zum Weingut öffnet sich täglich für Stunden: Direktverkauf heißt das Zauberwort, mit dem man hineinkommt. Eine lange Olivenbaum-Allee führt vom Eingang zum Anwesen, das direkt am Meer liegt. Man sieht von hier aus den kleinen Hafen von Magazzini (aber, wenn man es nicht weiß, erkennt man vom Hafen und der Küstenlinie aus nicht La Chiusa!). Alles ist sehr adrett und gepflegt, die Weinstöcke stehen bei unserem Besuch kurz vor der Ernte und sind unten rum, wo die Trauben hängen, rasiert. Pardon: Entlaubt. Ein Trecker bringt einen Hänger voller Kisten mit Trauben, die Erntehelfer sind hier (wie auch anderswo in der Toskana) Afrikaner. Die, die wir sahen, waren immer gut drauf, grüßten freundlich-lachend…
La Chiusa
La Chiusa
Wir probierten: Weißwein (Procanico und Sauvignon blanc): fruchtig frisch, im Edelstahlbehälter gegoren. Mit 8 Euro die Flasche auf jeden Fall den Preis wert! Rosato (Sangiovese), nach leichter Pressung mit zarter rosa Farbe. Erschien mir zu alkoholisch und nicht so sommerlich-leicht wie erwartet. Kann aber auch an der Sangiovese-Traube liegen, die im Ernstfall immer etwas kratzbürstig daherkommt. Es gibt zwei Rote, einen nur aus der Sangiovese, den anderen mit Sangiovese und Merlot. Auch die Roten sind im Edelstahlbehälter ausgebaut.
Magazzini
Magazzini
Zu Magazzini selbst gibt es nicht viel zu sagen: Ein netter Hafen mit Restaurant direkt an der Bucht, viele Segelboote, eine klassisch-schöne Sicht über die Bucht auf die Hauptstadt Portoferraio. Eine Statue Ai Marinai Elbani zeigt einen Seemann, der von einer Säule aufs Meer schaut. Seit 1955 macht er das mit stoischer Ruhe und stillem Vergnügen. Wir haben es etwa zehn Minuten versucht und können es dem alten Herrn auf dem Sockel nicht verdenken – im Gegenteil: Neid kam auf! Was bietet Magazzini sonst noch? Zwei Hotels (eins links, eins rechts neben La Chiusa) mit Bademöglichkeit. Das wars: das dolce far niente könnte hier erfunden sein!
Bagnaia
Bagnaia
Nächster Halt: Bagnaia. Früher fing man hier Fische, heute nur noch Touristen. Unser Reiseführer empfahl die Bucht als „für Badefreunde sicher den einladendsten Ort“ der Gegend, aber uns erschien der Strand zu kieselig. Dafür gab es ein kleines feines Restaurant: im „La Palme“ tranken wir einen feinen Rosé aus Elba, Wasser aus der Napoleon-Quelle und aßen Pulpo-Salat und Muscheln, die im würzigen Sud gegart waren.
Nisporto
Nisporto
Oberhalb von Bagnaia führt eine kleine Straße nach Nisporto, die unser Navigationsprogramm zwar verzeichnet hat, aber für routing-unfähig erachtet. Selbst schuld, wer sich auf Navis verlässt, denn der Weg lohnt sich: Er führt immer die Küste entlang und bietet permanent spannende Aussichten auf die Insel und die Bucht von Portoferraio. Auto ist zwar nur die zweitbeste Wahl für so einen Weg, aber die überholten Wandersleut’ machten angesichts der Tatsache, dass es sich um eine nahezu schattenfrei Straße handelt, auch keinen superglücklichen Eindurck. Nisport selbst ist: Die Badebucht. Das war’s dann auch schon.
Rio nell'Elba
Rio nell’Elba

Rio nell’Elba im Landesinnern hatte früher fünfmal soviel Einwohner wie heute (jetzt sind es knapp tausend). Eisenerz machte den Ort seinerzeit attraktiv, jetzt ist er für Touristen angenehm zu erlaufen. Das Bergdorf mit mittelalterlichem Kern ist für Autos gesperrt, aber für Einheimische offen: Wir erleben großes Palaver an der Piazza de Popolo. Die Kirche Santi Giacomo e Quirico, auch an der Piazza gelegen, wartet mit einer Renaissancefassade und barocken Stilelementen innen auf. Und vor dem La Cipolla, in dem wir einen Espresso nehmen, plätschert ein gusseiserner Brunnen munter vor sich hin…

[Lage auf der Elba-Karte]

Fischtopf überm Meer

Delfino Verde

Die Vorspeise und ein Dessert machen zwei Personen im Ristorante Delfino Verde mehr als satt

Cacciucco ist eine Spezialität auf Elba – es ist ein Fischeintopf, der manchmal sinnigerweise als Vorspeise deklariert wird, aber zwei normal hungrige Leute rundum pappsatt macht. Angeblich sollen in dieser Suppe mindestens fünf verschiedene Meeresgetiere enthalten sein – weil fünf C im Namen vorkommen. Naja. Unumstritten ist allerdings, dass Caccuccio aus Livorno kommt, was ja nicht so weit von Elba entfernt ist.Aber vor dem Fischeintopf kamen wir nicht um etwas Antipasto nach Art des Hauses herum – auch Fisch, natürlich und (geteilt: eine Protion für zwei) ein feiner Appetitmacher. Dazu tranken wir Wasser von der Fonte Napoleone - ein heimisches Wasser, das in der Nähe von Poggio im Norden der Insel recht unspektakulär aus dem Felsen dröppelt, und als Wein einen Ansonica vom Weingut Aquabona. Felsen wie Weingut besuchten wir dann später während des Aufenthalts, weil beides (Wasser und Wein) uns gut gefielen.

So freundlich wie die gemischte Vorspeise mit Fisch und Muscheln uns auch einstimmte: eins passte nicht. Und das war die Bedienung. Unsere Kellnerin war eine hübsche Jungsche mit mehr stolz zur Schau gestellter Brust als Charme. Aber trotz ihres genervten Gehabes überlebten wir den Abend, weil zwischendurch immer mal jemand anderes aus der freundlichen Ecke an den Tisch kam. Und vor allem, weil uns alsbald unser Hauptgang erreichte, das Cacciucco. Wir haben den üppig mit Fisch gefüllten Topf nicht seziert, aber allein der dominante Nasello (Seehecht), die Gambas und Miesmuscheln waren ein Geschmackswunder, und mit dem typischerweise dazu gereichten Brot zum Tunken ließen sich auch die letzten Tropfen des Suds aufbrauchen. Mit 22 Euro, das nur nebenbei, ist das für zwei Leute ein nicht überteuertes Essen!

Und dann ist man satt, weil’s so üppig war. Aber wer kann schon einem hausgemachten Tiramisu widerstehen? Wir nicht…

Ristorante Delfino Verde 
Da Paride – Sul Mare
57036 Porto Azzurro
Tel. 0565 95197

[Lage]

Porto Azzurro

Porto Azzurro - Abendhafen

Hat jemand gesagt, Porto Azzurro sei der schönste Ort auf Elba? Nein, ist er nicht. Reizvoll ist er, in der Tat – aber für mich nur der zweitschönste Ort! Er hat Charme, richtig. Aber Touristen prägen das Bild, an der ungemütlich großen Piazza Matteotti reiht sich Restaurant an Restaurant. Natürlich gibt es etwas abseits auch eine Vinothek, an der wir dreimal vorbeischleichen, bis sie endlich aus der Siesta erwacht. Der Inhaber der Enoteca I Sapori del Sole wirkt erst etwas grummelig, taut dann aber auf. Er empfiehlt einen Weißwein, den wir für gut befinden und von dem wir dann auch gleich für den Hausgebrauch noch etwas mitnehmen: Ansonica von der Azienda Agricola Sapereta. Die liegt gleich vor den Toren der Stadt, kann besichtigt und beweinprobt werden, was uns aber nicht vergönnt war: Als wir aufschlugen, war Siesta…

Enoteca
Enoteca
Das war sicher Pech für uns, denn im Familienbetrieb baut man auf ca 13 Hektar Weine nach ökologischen Kriterien an. Das allein ist natürlich kein Garant für Qualität, aber dass uns der Ansonica schmeckte, hatten wir ja schon in der Vinothek festgestellt. Einige andere Weine des Weinguts haben wir unterwegs auf der Insel auch probieren können, enttäuscht wurden wir nie. Also ist die Adresse vorgemerkt – zumal man dort auch wohnen kann: ein typischer Agriturismo-Betrieb mit offensichtlich qualitätsbewussten und ökologisch handelnden Menschen.
Porto Azzurro
Porto Azzurro
Die Altstadt von Porto Azzurro lässt sich wunderbar durchlaufen – sie ist (weitgehend) autofrei. Es lohnt sich, die Treppen hinauf zu gehen und hinab zu steigen, da es immer wieder überraschende Dächer-Bilder gibt, und die zweite Attraktion der Stadt sieht man natürlich auch von oben: den Hafen. Dort landet man über kurz oder lang sowieso! Er ist von der Sorte, die in Reiseführern gerne als pittoresk beschrieben wird. Will heißen: Vor der Kulisse bunter Häuser mit Bergen im Hintergrund dümpeln dort Kutter und Yachten vor sich hin, aber keine Fähren. Ein Fährhafen ist nie pittoresk, sondern immer belebt, quirlig oder so etwas. Wir lieben die anderen, beschaulicheren mit Spiegelungen der Taue und Bootskiele im Wasser mehr!
Porto Azzurro
Porto Azzurro

Eine Besonderheit des Hafens von Porto Azzurro sind zwei Pfahlbauten, die ins Wasser ragen und unschwer als Restaurants auszumachen sind. Das eine versucht etwas bemüht die Form eines Schiffes zu kopieren, obwohl man doch schnell kapiert, dass das nicht echt ist. Unser Reiseführer empfahl zwar das schiffsförmige “La Caravella” als Alternative zum “Paride – El Delfino Verde“, aber wir bevorzugten das nur geringfügig teuere Original…

[Lage]

Von der Spiaggia di Reale zum Monte Arco

Porto Azzurro

Wer die sicherlich spannende Festung San Giacomo di Longone oberhalb von Porto Azzurro einmal so richtig kennen lernen möchte, wird nie mein Freud sein. Denn das ist ein Knast, und wenn schon Freunde in Italien, dann auch frei herum laufende, bitte! Wir haben also diesen “öffentlich nicht zugänglichen Ort” (Wikipedia) gemieden wie der Teufel das Weihwasser und sind morgens gleich mal ganz durchgefahren durch den Ort. Aber nicht, weil er uns auch ansonsten gar schröcklich vorkömme, sondern weil wir den Monte Arco erklimmen wollten – und der liegt ein wenig nördlich.

Laghetto di Terranera
Laghetto di Terranera
Also starten wir an der Spiaggia di Reale, einem eher mittelprächtig schönen Strand – aber mit der Möglichkeit, sein Auto kostenlos abzustellen! Der Weg führt zuerst an einem Stück Geschichte vorbei: Die aufgelassene Erzmine Miniera Terra Nera hat ihre Spuren hinterlassen. Erst ganz banal, weil man die alte (mittlerweile eingezäunte) Bergwerksgrube sieht, dann schon etwas handfester, wenn die ehemaligen Verladeeinrichtungen sichtbar werden. Da sie unübersehbar sind, ist das Auge präpariert für mehr: Schwarzer Sand! Schwarze Steine! Rote Felsen! Und, nach wenigen Metern: Grünes Wasser! Wie das? Das macht der Schwefel, am Boden des nur durch eine schmale Landzunge vom Meer getrennten Sees. Menschen dürfen da nicht mehr rein, obwohl das grüne Wasser angeblich der Haut schmeichelt. Aber die Enten kümmern sich nicht um den Zaun und schwimmen mit Babypopohaut genüsslich übern See.
Spiaggia Terranera
Spiaggia Terranera
Eisenerze waren jahrhundertelang das ganz große Ding auf Elba – Tourismus gab es damals eh noch nicht, da musste man so rein industriemäßig ja nicht viel Rücksicht nehmen. Über 150 Mineralien gibt’s auf Elba – die Insel ist im Wortsinn steinreich. Von den Etruskern über Napoleon bis in die 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts lebte die Insel von diesem Reichtum. Nun aber hat man die Seiten gewechselt: Die Klunker hängen am Hals der Touristen, das ist doch mal eine saubere Industrie!
Panorama Porto Azzuro bis Cavo
Panorama Porto Azzuro bis Cavo
Wir lassen den Bergbau hinter uns und laufen hoch – schattenfrei und Spaß dabei, vor allem bei einem kleinen Stück, das über eine Brandschneise etwas unangenehm bergan (und später auf dem Rückweg fast noch unangenehmer rutschend bergab) führt. Ansonsten sind die Blicke rundum der Lohn aller Aufstiegsmühen: Landeinwärts nördlich liegt in der Ferne Rio nell’Elba, im Norden schweift der Blick über Cavo hinüber aufs Festland. Und der Blick zurück ganz ohne Zorn auf Porto Azzurro hat’s auch in sich.
Spiaggia Terranera
Spiaggia Terranera

Ansonsten ist das, mit Ausnahme des erwähnten Hangs ohne Weg, eine Genusswanderung: Zu sehen gibt es immer was, wenn auch auf dem Hinweg meist nur Bäume und Sträucher. Allerdings geben die sich alle Mühe, die Farbe grün zu deklinieren; sie wirken für die Jahreszeit erfreulich frisch. Den Gegenpol bildet auf dem Rückweg das Wasser, das rund um Porto Azzurro selbstverständlich sein allerfeinstes Blau dem Auge des Betrachters entgegenfunkelt. Im Gegenlicht der Nachmittagssonne glitzert es nahezu kitschig, und wenn jetzt noch ein Segelbooot… (na klar kam eins!) Angesichts dieser wirklich sehr unterschiedlichen Aussichten mussten wir wieder einmal feststellen, dass es manchmal gar nicht so schlimm ist, wenn der Hinweg der gleiche ist wie der Rückweg: Komplett andere Aussichten gaukeln dem Wander (und natürlich auch der Wanderin, gar keine Frage!) vor, dass er (oder sie) hier Neuland betritt. Ist doch prima eingerichtet von der Natur!

[Lage mit GPS Daten der Wanderung]

Von Marina di Campo zum Capo di Poro

Strand

Eigentlich hatten wir die “schönste Küstenwanderung überhaupt” (Reiseführerpoesie) geplant, aber Marcina Marina hüllte sich bei unserer Ankunft in Wolken. Bei Inseln mit nem Berg in der Mitte hilft da oft die Flucht ans andere Ende! Und richtig: Marina di Campo bot Sonne und Stratocumuli vom Feinsten. Was macht es da, dass Marina di Campo die älteste und größte Touristenstadt der Insel ist, man also mit dem Schlimmsten rechnen muss? Nicht ohne Grund, natürlich: 1.400 Meter feiner Sandstrand! Und die auch noch durch die Berge im Hinterland vor Winden geschützt! Also: Vergleichsweise viele Menschen – zumindest im August, wenn alle Urlaub machen. Im September verteilten sich die Touris freilich ganz gut auf den fast eineinhalb Kilometern Sand…

Bucht Marina di Campo
Bucht Marina di Campo
Auf uns musste der Strand verzichten, denn wir wollten die kleine Wanderung zum Leuchtturm Capo di Poro machen und auf dem Rückweg einen Badestopp am Spiaggia di Galenzana einlegen. Im Prinzip ist das ein Schlenderspaziergang von Turm zu Turm: beginnend am Torre della Marina im alten Hafen geht es vielsagend dieVia Bellavista bergan: Ein schmaler Treppenweg, der alsbald feinste Blicke zurück auf Hafen und Bucht von Marina di Campo eröffnet. Der (akzeptabel ausgeschilderte) Weg verläuft zuerst parallel zur Küstenlinie, mit entsprechenden Panoramablicken.
Leuchtturm
Leuchtturm
Anschließend geht’s durch den Wald, wobei der Weg manchmal steinig und wurzelig ist – dafür aber schattig. Aufwärts immer, abwärts nimmer ist das Motto hier – und obwohl der Leuchtturm am Kap Poro nur auf 152 Metern Höhe liegt, sind es gefühlte 300 Meter. Mindestens! Warum sich das so übel anfühlte? Weil die Wanderung eine nicht gepante nachmittägliche Vorbereitung auf den abendlichen Besuch im SM-Club war! Denn man wird schon mal ordentlich ausgepeitscht und blutig gekratzt von den Büschen der Macchia. Ich denke so vor mich hin: “Was aber, wenn man abends gar nicht in den SM-Club will, erstens sowieso nicht und zweitens mit den zerschundenen Knien und Armen?” – komme aber nicht zur Antwort, denn plötzlich hört die Schinderei auf und der Leuchtturm taucht auf: Rast!
Ausblick
Ausblick
Von hier oben hat man eine hervorragende Aussicht. Irgendwo ganz hinten lugt eine Insel aus dem Wasser, weiter vorne – viel weiter vorne! – fahren Ausflugsschiffe vorbei. Direkt unterhalb des Leuchtturms sind Reste von – ja von was eigentlich? Ich habe nirgendwo etwas dazu gefunden. Aber sicher sind diese Ausbuchtungen keine hängenden Gärten, denn Semiramis war nie auf Elba. Also wahrscheinlich ein Ausguck für Kanonen, um dem Feind kein freundliches Hallo entgegenzudonnern.
Spiaggia di Galenzana
Spiaggia di Galenzana
Am Leuchtturm enden die Wanderwege, weswegen es den gleichen Weg zurückgeht – beinahe. Denn da ist ja noch die Badebucht Spiaggia di Galenzana, die man von oben kaum sieht und die auf einer Sammelseite über Strände auf Elba unter “wenig frequentiert” geführt wird. Der Hauptgrund dürfte sein, dass man nicht einfach da ist, sondern erst ein wenig laufen muss. Der Lohn: Ein schöner Sandstrand, windgeschützt, mit Nachmittagssonne und klarem Wasser. Eine kleine Bewachungsstation gibt’s auch – als wir kamen, hing die Piratenflagge, was immer das heißt. Gebadet wurde aber!
Kapelle
Kapelle

Auf dem Weg zum Strand (oder zurück, natürlich: es gibt nur den einen!) steht eine kleine Kapelle. Beim Hinweg stolperten wir von oben über einen kleinen steilen Weg auf sie zu, und da sah die Kapelle gar nicht gut aus. Sie machte einen eher unscheinbaren Zustand, mit Steinen auf dem Dach und mitgenommenen Außenwänden. Innen steht’s nicht viel besser, es ist ein skurilles Bild mit fröhlich Heiligenbildern zugestelltem Altar unter nicht bedeutender Kunst. Unten die Wand ist moosgrün, einige besonders lustige Zeitgenossen haben sich mit sinnlosen Sprüchen verewigt.

[Lage mit GPS-Wanderweg]

Von Stränden und Sonnenuntergängen

Spiaggia dei Prunini

Sonntags sind die Italiener an einem der gefühlt 5398 Strände der Insel. Einer davon heißt Spiaggia dei Prunini und liegt direkt vor unserem Ferienhaus, nur 58 Schritte plus 112 Stufen weiter unten. Der Strand ist knapp 200 Meter lang, es gibt mehr Kiesel als Sand. Trubel gibt es keinen hier, aber Algen. Auf Bildern in Broschüren und im Netz kommen die nicht vor, da sieht man einen schönen klaren Strand – dass der aus kleinen Steinen besteht, vermag man aus der Ferne ja nicht unbedingt zu erkennen. Das Wasser ist klar, und wenn die Sonne scheint, glitzert es in allerfeinsten Türkistönen.

Paolina Beach
Paolina Beach

Derlei verlorene Buchten haben wir an der Nordküste einige gefunden. Mag sein, dass sie in der Saison gepflegter aussehen, mag sein, dass eine besondere Wetterlage sie derart zugealgt hat. Aber schön waren sie nicht, jedenfalls nicht halb – ach was: zehntel! – so fein wie auf den Bildern in den einschlägigen Buchtenführern beschrieben. Der Brüller schlechthin war die Paolina-Bucht. Sowohl der Reiseführer wie auch das Schild an der Straße verhießen “Bar nachts und tags geöffnet” – und wir gingen runter und fanden rein gar nichts! Außer einem möhligen Strand mit Nordküsten-Tang an einem Mix aus Steinen und Sand.

Spiaggia Biodola
Spiaggia Biodola

Aber es gibt auch richtig tolle Badestrände! Nicht weit entfernt von Portoferraio liegt der Strand von Biodola (aber was ist schon weit auf Elba? Nichts!). Er gilt als einer der schönsten Strände an der Nordküste – und zwar zu Recht. Eine Stichstraße führt herab von der Hauptverbindung entlang der Nordküste, geparkt wird – wie in Italien üblich – an der Straße. Wir finden eine Lücke und werden von einem Schwarm vorbeirauschender Biker beglückt. Die haben’s gut und knattern so nah es möglich ist runter Richtung Strand. Sie kommen etwas später, während wir durch den Sand stapfen und unseren Platz suchen, uns entgegen, aber es ist Platz genug für alle in der großen Bucht von Biodola.

Strandbar
Strandbar

Der Trupp ist erstens gut drauf und zweitens gut organisiert mit einheitlichen Handtüchern (inklusive Aufdruck “Vespa Lambro Scooter Tour 2010″) und bester Mittagsverpflegung: Brot, Wein aus der 10-Liter-Box, Käse vom Stück, Mortadella pur, Wasser und Früchte. Und zum Schluss massig Nutella! Ein bissel neidisch konnte man da schon werden, und wäre nicht die Strandbar des Hotels Hermitage gewesen, die uns mit einem kleinen Erfrischungsgetränk bei Laune halten konnte, hätte der Tag eine traurige Wendung nehmen können. Aber so blieb alles bestens!

Biker am Strand
Biker am Strand

Ein Strand(vor)mittag ist auch ein Beobachtungstag. Immer wieder nett – und nun wird’s politisch total unkorrekt! – sind die beliebten schwarzen Männer, die “Mache gutt Preis!” rufend die Gäste abklappern. Wir hatten, in dieser Reihenfolge, einen Buchneger, einen Korbneger, einen Kleiderneger und einen Handtuchneger. Aber am erfolgreichsten war der Schmuck-Inder! Er konnte bei unseren Freunden, den Bikern, quasi als Dessert punkten. Erst scharten sich die Damen, dann nahezu der ganze Vespa Lambro Scooter Clan um ihn – und Macheguttpreis konnte etliche echt günstige Schmuckstücke verkaufen.

Anschließend wateten die keineswegs knackig jungen Mädels ins Wasser, bis es ihnen die Knie umspielte. Sie stellten sich im Kreis auf und sangen ein Kinderlied! Ach ja, die wahren Freunden des Alltags können so einfach sein!

Ristorante L'Ostrica
Ristorante L’Ostrica

Gleich nebenan, aber mit dem Auto doch nur über den Umweg hoch zur Hauptstaße und wieder runter in die andere Bucht zu erreichen ist Forno. Hier ist quasi nichts los, es gibt nur eine Handvoll Häuser – aber dafür einen schönen kleinen Strand und, seit 1953 bereits, das Restaurant L’Ostrica. Das liegt sozusagen in der ersten Etage am Wasser, verfügt über eine bezaubernde Terrasse und eine sich gut lesende fischlastige kleine Karte. Probiert haben wir’s nicht, aber vorgemerkt für den nächsten Besuch!

Sonnenuntergang Forno
Sonnenuntergang Forno

Die Sonne scheint lange in die Bucht und geht (zumindest im September) nicht ganz korrekt für Fotografen unter: Sie lässt sich am gegenüberliegenden Ende der Bucht bei Biodola hinter die Berge von Elba fallen statt tapfer rot gleißend im Meer zu versinken. Wir haben’s verwunden und uns anderntags an eine andere Stelle begeben: Im Prinzip nur ein Katzensprung nördlich von Forno, aber dank eines Felsvorsprungs ohne direkte Wegeverbindung. Die direkte Verbindung ist also für Autofahrer im großen Bogen über Portoferraio ein wenig unbequem!

Vitticio
Vitticio

Wir aber kamen ja von unserer Ferienwohnung und mussten nur ein wenig Richtung Kap Enfola fahren. Vitticio ist ein kleiner Ort, aber mit Hotel und Restaurant sowie erst einmal freiem Blick übers Wasser Richtung Sonne. Extrem romantisch ist es dort, aber die Sonne verschwindet auch hier hinter einer Insel statt ins Meer zu dümpeln. Napoleon allerdings hätte daran aber sicher seine Freude gehabt, denn Korsika lässt grüßen!

[Lage]

Die italienische Sprache

Lernen mit Vino Santo

Italienisch ist ganz einfach, denn die Nachfahren der alten Römer haben sich viele Worte aus dem Deutschen besorgt. Spaghetti beispielsweise oder Pizza. Bei manchen haben sie allerdings die Bedeutung gewandelt, zum Beispiel bei „Miele“. Das ist bei uns ja quasi das Synonym für eine Waschmaschine. Die Italiener haben daraus nur den Schleudergang genommen und sind vom Schleudern auf Honig gekommen, weswegen auf den Gläsern nun Miele steht.

Lernen mit Vino Santo
Lernen mit Vino Santo

Ein ganz besonderes Kapitel ist das der Aussprache. Nehmen wir das WortPesche. Wer das so ausspricht wie es sich im Deutschen gehört, wird nie einen Pfirsich kriegen, sondern einen Fisch. Der schreibt sich aber Pesce – und wer nun fragt warum?, der lernt gleich perche, was sich pär-keh spricht. Ach ja, der Pfirsich: Mit Pes-ke kommt man ans Ziel. Die Italiener sind in der Regel aber geduldig, und viele können besser deutsch als ihre Besucher italienisch. Wer also in der Fischhandlung einen Päske schpada verlangt, bekommt selbstverständlich keinen Schwertpfirsich ausgehändigt, sondern nach kurzer Nachfrage „Swertefiss?“ eben jenen.

Lernen mit Vino Santo
Lernen mit Vino Santo

Und was ist mit dem Wein, den sie in Deutschland manchmal als Tschanti oder auch Tschianti bestellen? Das ist in Ordnung so – denn einen ordentlichen Chianti, den man dann auch als Kianti bestellt, bekommt man in den Tschantiläden eh nicht.

Pasta gibt es übrigens den ganzen Tag. Wer Morgens pasta bestellt, bekommt ein Hörnchen oder sonstwas, gerne gefüllt mit Marmelade oder Schokolade. Später dann sind es Nudeln in allen Variationen…