Von Marina di Campo zum Capo di Poro

Strand

Eigentlich hatten wir die „schönste Küstenwanderung überhaupt“ (Reiseführerpoesie) geplant, aber Marcina Marina hüllte sich bei unserer Ankunft in Wolken. Bei Inseln mit nem Berg in der Mitte hilft da oft die Flucht ans andere Ende! Und richtig: Marina di Campo bot Sonne und Stratocumuli vom Feinsten. Was macht es da, dass Marina di Campo die älteste und größte Touristenstadt der Insel ist, man also mit dem Schlimmsten rechnen muss? Nicht ohne Grund, natürlich: 1.400 Meter feiner Sandstrand! Und die auch noch durch die Berge im Hinterland vor Winden geschützt! Also: Vergleichsweise viele Menschen – zumindest im August, wenn alle Urlaub machen. Im September verteilten sich die Touris freilich ganz gut auf den fast eineinhalb Kilometern Sand…

Bucht Marina di CampoAuf uns musste der Strand verzichten, denn wir wollten die kleine Wanderung zum Leuchtturm Capo di Poro machen und auf dem Rückweg einen Badestopp am Spiaggia di Galenzana einlegen. Im Prinzip ist das ein Schlenderspaziergang von Turm zu Turm: beginnend am Torre della Marina im alten Hafen geht es vielsagend dieVia Bellavista bergan: Ein schmaler Treppenweg, der alsbald feinste Blicke zurück auf Hafen und Bucht von Marina di Campo eröffnet. Der (akzeptabel ausgeschilderte) Weg verläuft zuerst parallel zur Küstenlinie, mit entsprechenden Panoramablicken.

LeuchtturmAnschließend geht’s durch den Wald, wobei der Weg manchmal steinig und wurzelig ist – dafür aber schattig. Aufwärts immer, abwärts nimmer ist das Motto hier – und obwohl der Leuchtturm am Kap Poro nur auf 152 Metern Höhe liegt, sind es gefühlte 300 Meter. Mindestens! Warum sich das so übel anfühlte? Weil die Wanderung eine nicht gepante nachmittägliche Vorbereitung auf den abendlichen Besuch im SM-Club war! Denn man wird schon mal ordentlich ausgepeitscht und blutig gekratzt von den Büschen der Macchia. Ich denke so vor mich hin: „Was aber, wenn man abends gar nicht in den SM-Club will, erstens sowieso nicht und zweitens mit den zerschundenen Knien und Armen?“ – komme aber nicht zur Antwort, denn plötzlich hört die Schinderei auf und der Leuchtturm taucht auf: Rast!

Ausblick

Spiaggia di GalenzanaAm Leuchtturm enden die Wanderwege, weswegen es den gleichen Weg zurückgeht – beinahe. Denn da ist ja noch die Badebucht Spiaggia di Galenzana, die man von oben kaum sieht und die auf einer Sammelseite über Strände auf Elba unter „wenig frequentiert“ geführt wird. Der Hauptgrund dürfte sein, dass man nicht einfach da ist, sondern erst ein wenig laufen muss. Der Lohn: Ein schöner Sandstrand, windgeschützt, mit Nachmittagssonne und klarem Wasser. Eine kleine Bewachungsstation gibt’s auch – als wir kamen, hing die Piratenflagge, was immer das heißt. Gebadet wurde aber!

KapelleAuf dem Weg zum Strand (oder zurück, natürlich: es gibt nur den einen!) steht eine kleine Kapelle. Beim Hinweg stolperten wir von oben über einen kleinen steilen Weg auf sie zu, und da sah die Kapelle gar nicht gut aus. Sie machte einen eher unscheinbaren Zustand, mit Steinen auf dem Dach und mitgenommenen Außenwänden. Innen steht’s nicht viel besser, es ist ein skurilles Bild mit fröhlich Heiligenbildern zugestelltem Altar unter nicht bedeutender Kunst. Unten die Wand ist moosgrün, einige besonders lustige Zeitgenossen haben sich mit sinnlosen Sprüchen verewigt.

[Lage mit GPS-Wanderweg]

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