Macht glücklich: Tarte Tatin

Tarte Tatin

„Macht glücklich.“ schreibt Christian Seiler zu seinem Rezept der Tarte Tatin, das aber gar nicht nur seins ist, sondern so oder so sehr ähnlich vielerorts überliefert wird. Seit ich das im Dezember vergangenen Jahres las, schleiche ich um die gusseiserne Tarte Tatin-Form von Le Creuset herum. Nun, da Weihnachten und Ostern wenigstens witterungsmäßig auf einen Tag gefallen sind, habe ich sie mir endlich geholt und heute ausprobiert.

„Die beste Tarte Tatin ever!“ lobte mich die Frau und dachte mit Schaudern an die im vergangenen Jahr unterwegs probierte – die war so, dass die Schwestern Tatin, nach denen diese einfache Köstlichkeit benannt ist, sich vor Scham davongeschlichen hätten. Dabei geht es doch so einfach!

Man nehme: Vier Äpfel (im Rezeptheft von Le Creuset empfehlen sie Golden Delicious, ich nahm von Seiler empfohlenen Elstar), 30 g Butter, 130 g weißen Zucker, eine halbe Vanillestange (die andere brauchen wir für die Sahne obendrauf) und den Saft einer Zitrone. Und, nun ja: die neue Backform.

Man lasse die Butter in der Form schmelzen und gebe dann den mit Vanille angereicherten Zucker hinzu, der sehr heiß und blubbernd karamellisiert. Da hinein platziert man die Apfel-Achtel (wir hatten zuvor das Kerngehäuse entfernt und die Apfelstücke geschält sowie mit Zitronensaft begossen) – aber aufpassen: gaaaanz vorsichtig hineinlegen, denn der Zucker ist sehr sehr heiß und sollte nicht an die zarte Hand des Einlegers spritzen.

Blätterteig passgenau auf die Form geben und einige Löcher reinpieksen, damit die Feuchtigkeit entweichen kann. Wir hatten den falschen Blätterteig, kleine Platten. Die aneinander zu basteln war lustig, aber nicht wirklich optimal. Das Ergebnis sah nicht so gut aus (weil die einzelnen Platten ihr Eigenleben führten, wie man im Bild sieht), schmeckte aber dennoch beeindruckend gut – und da der Teig beim Servieren unten zu liegen kommt, merkt’s eh keiner. Also nur Mut bei falscher Vorratshaltung!

Ab mit der Form in den 180 Grad heißen Ofen (Umluft) und ab Minute 20 den Blätterteig beobachten. Unser war noch zu blass, holte dann aber schnell auf. Während die Tarte im Ofen ist, Schlagsahne zubereiten: Ein Becher sollte es sein, der geschmacklich mit ein wenig (wirklich wenig) weißem Zucker und dem Ausgeschabten der zweiten Hälfte von der Vanille auf Geschmack getrimmt wird.

Wenn die Tarte fertig ist, zum Abkühlen (in der Form) rausholen, aber nicht zu lange warten: Nach fünf Minuten hat sie Esstemperatur: Dazu einen Teller / eine Kuchenplatte auf die Form legen, alles umdrehen, sich übers vorzügliche Rauskommen freuen und ganz schnell glücklich werden.

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