Portoferraio

Portoferraio Hafen

Geschichtsträchtig und schön anzuschaun ist Portoferraio, wenn man erst einmal den Fährhafen verlassen hat. Cosima Medici hat die Stadt quasi aus dem Boden stampfen lassen, seitdem hat sich im centro storico nicht viel am look-and-feel geändert. Die cittá ist im historischen Zentrum autofrei, erschließt sich über Treppen und verwinkelte Gassen. Angeblich muss man Napoleons Unterkunft gesehen haben, aber die 7 Euro blieben uns erspart, weil wir an einem Sonntag da waren und das Museum geschlossen hatte. Geöffnet hatte hingegen, obwohl es weder Mittag noch Abend im Sinne von Restaurants war, die Osteria Pepenero, und es war gar kein Problem, lediglich zwei Glas Wein zu bekommen. Erfrischend kühler, frischer Weißwein, dazu eine Flasche Mineralwasser: Zehn Euro (und ein eigener Beitrag).

WochenmarktFreitags ist Markt in der Stadt, beziehungsweise besser Station eines Wanderzirkusses, der über die Insel zieht und täglich woanders seine Stände aufschlägt. Die Mischung ist bunt, mit hohem Anteil an Schuhen und Kleidern. Alles echt Leder, alles echt Leinen, alles für eine Hand voll Euro – echt. Wenig Gemüse lokaler Bäuerlein und dann und wann Stände mit Käse und Olivenöl lockern den Markt auf, der zwar einen Spaziergang lohnt, aber mehr auch nicht.

TreppabPortoferraio zu Fuß zu durchstreifen macht Spaß. Es geht bergauf, bergab zwischen den beiden Festungen Forte Falcone und Forte Stella. Etliche Treppenwege und einige befahrbare Straßen führen bergan. Immer wieder ergeben sich spannende Blicke über die Dächer in den Hafen auf die Berge am anderen Ende der Bucht. Manchmal hängen die Wolken tief über der Stadt – Elba gibt sich dann grau in grau, was den Fotografen die Motive ein wenig verleidet, den vielen Ecken des centro storico allerdings ihren Charme nicht nimmt.

YachthafenIm Hafen dümpeln kleine bunte Boote vor sich hin. Ein älterer Mann macht sich an den Tauen zu schaffen: Er bringt sie alle auf die gleiche Länge, so dass die Boote pittoresk exakt ausgerichtet vor dem Kai liegen. Am anderen Ende des großen Hafengevierts legen gerne auch bedeutendere Yachten an, Hingucker sind sie auf jeden Fall. Manchmal bringen sie Tagestouristen, die dann in die nahen Shops strömen und sich diesen nicht wirklich repräsentativen Teil Elbas ansehen. Was nicht direkt an der Straße rund ums Hafenbecken liegt, macht durch Schilder auf sich aufmerksam, zum Beispiel die Enoteca della Fortezza. Sie war uns auch von einem Weingutsbesitzer empfohlen, sie bietet Weinproben mit Snacks an – und sie gehört der Slow Food Bewegung an: Da wollten wir hin! Wir waren auch da, sogar zwei Mal. Aber beide Male hatte sie während der ausgewiesene Öffnungszeit geschlossen. Schade eigentlich!

Italo BolanoAm Hafen bei den Fischerbooten steht relativ unvermittelt Kunst von Italo Bolano. Der Künstler ist hier in der Stadt geboren, etwas südlich von Portoferraio gibt es seit 1965 eine Mischung aus Atelier/Werkstatt und Open-Air-Museum – leider war während unseres Besuchs auf Elba im September dort die Saison schon vorüber. Aber wenn man die Augen auf hat, ist ganz Elba so eine Art Bolano-Open-Air: Werke von ihm haben wir in Capoliveri und Marciana Marina gesehen, es gibt sie aber auch in den anderen Orten.

[Lage]

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