San Costanzo

Teatro della Concordia
San Costanzo kommt in unserem Reiseführer nicht vor. Es hat dennoch Charme. Für die Touris das Teatro della Concordia mit Touri-Büro und eine Kirche. Für die Einheimischen natürlich diese beiden Dinge auch, aber zusätzlich die schattige Hauptstraße Corso Matteotti. Es gibt alles: Schmuck, Tand, Fleischerei, Fisch, … Zentraler Treff aber ist die Bar, die nach außen hin old fashioned als Caffe centrale firmiert, auf dem Kassenbon und auf den Tassen aber very sophisticated mit der Kaffeefirma Rico’s Café brilliert. In Wirklichkeit schmeißt Maria den Laden und macht (für einen Euro) einen verdammt heißen und guten caffè. Pasta gibt es auch, zusammen mit einem Cappuccino (1,20 €) ein veritables italienisches Frühstück.

Corso G. MatteottiMan könnte natürlich auch nur den Espresso hier trinken und dann einmal über die Straße gehen, wo es in der Nuova Panetteria di Shindre Emarilda & C. Sas verführerisch riecht. Es gibt alles: Brot, Croissants ohne und mit allerlei Füllungen. Wer schon immer mal einen fetten Löffel Nutella aus dem Glas naschen wollte: In zarter Umhüllung des Croissants schmeckt es genau so – und man hat das Gefühl, dass es keiner merkt.

Stimmt natürlich nicht, alle bekommen’s mit. Und wir sind uns nicht ganz sicher, ob das “buon appetito“ der netten alten Dame und wenig später des ebenso netten und auch alten Herrn freundlich oder ironisch gemeint war, denn mampfend die Straße entlang zu laufen, ist ja nicht die feine italienische Art. Wir hatten’s ja auch nicht wirklich eilig, sondern nur elendigen Schmacht – und sind dann, sozusagen als Ausgleichszahlung, nochmal ins Caffé gegangen, um das Frühstück mit einem Cappuccino abzuschließen.

In der Bäckerei gibt’s übrigens auch ein hervorragendes dunkles Brot. „Hält drei Tage!“ sagte die Besitzerin uns voller Stolz – was so leider nicht stimmte, denn wir hatten es nach zwei Tagen aufgeputzt und mussten Neues holen. Täglich nachfüllen mussten wir den caffè – bereits am zweiten Tag wurden wir als Stammgäste identifiziert und freundlichst gegrüßt (auch von anderen, die immer zur gleichen Zeit mit uns da waren).

Verpasst haben wir ein offensichtlich ganz ordentliches Restaurant – La Cucina Dialettale da Rolando hatte just an dem Mittwoch, wo wir es besuchen wollten, seinen Schließtag. Es ist vorgemerkt (neben einigen anderen, bei denen es aus Zeitgründen auch nicht passte) für den nächsten Besuch!

[Karte | Mehr Bilder im Album bei flickr]

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