Verantwortungsvoll und strategisch durchprobieren

21 Winzer aus Rheinland-Pfalz in der Dresdner Hauptstraße vor Ort

WeinsommerMichael Berger ist ein wenig ratlos: da kommt er als der vom Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau sowie der Weinwerbungen Rheinland-Pfalz beauftragten Marketingagentur das team mit 21 Winzerinnen und Winzern und dem 26. WeinSommer Rheinland-Pfalz in die Dresdner Hauptstraße und würde sich ja gerne bei einem Glas Wein freuen, dass es nicht regnet, dass es nicht zu heiß und nicht zu kalt ist, dass die Dresdner und Gäste der Stadt kommen – aber großartig werben darf er nicht dafür. „Auf unserem Plakat und in den Anzeigen sind fünf fröhliche Menschen mit einem Glas Wein in der Hand abgebildet – und da gab es Einwände des Suchtbeauftragen der Stadt!“ Ein Weinfest zum Weinen also? Mitnichten, denn erstens muss man ja nicht alle Weine bei allen Weingütern probieren und zweitens kann man mit entsprechender Technik (kleine 0,1-Gläser, mit Freunden Unterschiedliches bestellen und mal die Gläser rundum gehen lassen) sich dennoch ganz gut durchprobieren. Genuss ist schließlich keine Frage der Menge.

Auch ohne Werbung auf städtischen Fächen kommen die Dresdner, weil sie schon immer kamen. Viele der angereisten Winzer sind schon seit Jahren da – und Veranstaltungen wie das Weinfest an diesem Wochenende dienen ja auch der Kundenbindung, was für den Kunden ja auch heißen kann: mal sehen, ob mein Lieblingswein vom vergangenen Jahr auch dieses Mal schmeckt. Spätere Bestellung nicht ausgeschlossen…

Rheinland-Pfalz ist in Sachen Wein ja nicht irgendwer: rund 64.000 ha Fläche (Sachsen: ca. 450 ha), 10.000 Betriebe produzieren zwei Drittel des deutschen Weines. Und mit den Anbaugebieten Ahr, Mittelrhein, Mosel, Nahe, Rheinhessen und Pfalz steckt da geschmacklich auch ein großes Potential drin! Die 21 Weingüter, die vom 13. bis 16. Juli 2017 ihre Weine, Sekte und Spezialitäten auf der Hauptstraße zwischen Goldenem Reiter und Dreikönigskirche präsentieren, kommen aus den Anbaugebieten Nahe, Mosel, Pfalz und Rheinhessen.

WeinsommerWie soll man sich da verantwortungsvoll und strategisch durchprobieren? Man kann sich vom Programm leiten lassen: Am Freitag und Samstag moderiert Silvia Orth, Weinprinzessin von der Nahe, auf der Bühne jeweils von 15 bis 17 Uhr eine Themenverkostung. Dabei geht es um Sekt und Secco sowie (am Samstag) um „Blanc de Noir, Rosé und Weißherbst – Rotwein mal anders“. Für die Weinprobe am Sonntag 15 Uhr unter dem Motto „Geführt probiert“ kann man sich bereits online anmelden. Hier begleitet die Nahe Weinprinzessin die Gäste etwa eine Stunde bei einer Weinprobe durch die Anbaugebiete und gibt charmant und kenntnisreich Auskunft (Teilnahmekosten 5 Euro. Treffpunkt Bühne). Oder man überlässt alles dem Zufall, geht einfach an einen Stand und fragt den Winzer nach seinem Lieblingswein. Michael Lucius zum Beispiel antwortete schnell wie ein aus der Sektflasche knallender Korken: Grauburgunder. Wir probierten und attestierten dem Winzer einen guten Geschmack. „Wir stellen nur her, was wir selber mögen!“ verriet er und konnte das Geheimnis des guten Geschmacks sogar noch ein wenig einengen: er lässt beim finalen Weinmachen die Frau aus vier, fünf verschiedenen Stilistiken probieren – und sie darf dann entscheiden. Der Karte des Weinguts entnahmen wir dann, dass der Wein (wie viele seiner Weine) vegan ausgebaut ist. Na, geht doch!

Manchmal haben wir ja auch eine eigene Meinung – und wenn man bei einem Moselwinzer ein feinherbes Riesling Hochgewächs findet, sollte man zuschlagen: Wir fanden beim Ferienweingut Matthiashof einen 2016er Wintricher Großer Herrgott – ein typischer Moselriesling für alle Tage mit wenig Alkohol (11 vol%) und einem angenehmen Restsüße-Säure-Verhältnis (RS 28,0 g/l, S 8,3 g/l). Sachsen ist ja bei Heimischem von günstigen Weinen verschont – die angereisten Winzer können (obwohl auch sie oft mit Steillagen kämpfen und individuell gar nicht so große Flächen bewirtschaften) auch anders. Flaschenpreise um die fünf Euro sind nicht ungewöhnlich… Das Hochgewächs kostet 2,50 € für 0,1 l auf dem Weinfest, im Sechser-Karton zum Mitnehmen eben die erwähnten 5 € die Flasche.

Weinsommer Rheinland Pfalz in Dresden
www.weinsommer.de/Dresden
www.weinsommer.de/dresden/winzer/

Zeiten:
Donnerstag 16.00 – 23.00 Uhr
Freitag 12.00 – 23.00 Uhr
Samstag 11.00 – 24.00 Uhr
Sonntag 12.00 – 20.00 Uhr

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