Außen hart und innen weich…

Van Stapele Koekmakerij mit nur einem Keks Angebot. Aber für den reisen viele an!

Keksproduktion

20 Minuten anstehen für einen Keks – oder maximal acht? In Amsterdam passiert das täglich in der extrem spezialisierten Konditorei von Vera van Stapele. Es gibt dort nur eine Sorte Keks – aber der hat es in sich. Rund 8.000 dieser Koeken werden in dem Laden unweit des Königspalasts am beliebten Treffpunkt für Touristen und Einheimische am Platz De Dam täglich produziert und verkauft – lauwarm. Und genau so isst man sie auch: lauwarm – also am besten: sofort.

Nach dem Kauf: Keks in Dosen Dosen in TüteDie Geschichte des Van-Stapele-Keks begann am 6. Februar 2013 in der kleinen Küche von Vera van Stapele, die gar keine Konditorin ist, sondern damals in Groningen Psychologie studierte. Aber sie hatte Bock auf einen Keks – einen besonders leckeren! Außen sollte er eine feine, knusprige Hülle aus dunklem Teig haben und im Inneren einen weichen, schmelzenden Kern aus weißer Schokolade. Leichter gedacht als gemacht – ein halbes Jahr tüftelte Vera van Stapele am Rezept herum, änderte hier eine Zutat, probierte, war nicht zufrieden und änderte da ein Detail. Nach einem halben Jahr stand das Rezept – eine lange Zeit, um mal schnell einen spontanen Heißhunger zu stillen, aber eine solide Grundlage für eine lebenswichtige Grundsatzentscheidung: dui dui Psychologie, hallo Koekmakerij! Am 1. Dezember 2013 eröffnete sie ihren kleinen Keksladen in der Heisteeg, einer kleinen Straße zwischen Spui und Singel (der ältesten Gracht des Amsterdamer Grachtengürtels).

Am alten StandortMit dem Rezept (natürlich: streng geheim!) scheint Vera van Stapele einen breiten Geschmack getroffen zu haben. Schnell sprach sich herum, dass diese Kekse süchtig machen – Internet und altmodisch gedruckte Reiseführer trugen gleichermaßen zur Verbreitung des Wissens bei. Von Geheimtipp konnte man sehr schnell nicht mehr reden, denn lange Schlangen vor dem kleinen Laden waren die Regel. Die Nachbarn – auch alles kleine Läden – waren not amused, denn die von van-Stapele-Ordnern in Form gebrachte Schlange am Ende der Straße galt ja den Keksen. Das ging so lange, bis die Tagesproduktion erschöpft war: nur einmal am Tag wird der Teig angesetzt, der dann den ganzen Tag über gebacken wird – wenn alle, dann alle.

Auch am neuen Standort: SchlangenWir sind bei unseren Amsterdam-Besuchen wegen der langen Schlangen mehrfach an dem kleinen Laden vorbeigegangen, auch wenn der Duft frisch backender Kekse schon sehr verführerisch war. Erst vor zwei Jahren fanden wir die Muße und bereuten die Warterei natürlich nicht. Unser Besuch am alten Standort im April erfolgte auch gerade passend, denn eine Woche später zog die Keksmacherin um an den jetzigen Standort Rokin 17. Dort ist deutlich mehr Platz, sowohl im Laden wie auch davor. Drinnen haben die Architekten eine gelungene Mischung aus Gediegenheit eines alten Kaufmannladens (gerne auch: Kauffrauladens…) und einer modernen halbautomatisierten Manufaktur geschaffen. Hinter Glas sieht man Mitarbeiterinnen (seltener: Mitarbeiter) beim Formen der Kekse, hinter einer langen gläsernen Wand rollen Keks-Bleche entlang.

Angebissen, nicht angeschnittenWas steckt in den Keksen? Alles beginnt mit der besten Valrhona-Schokolade. „Wir stellen einen Teig aus dunkler Schokolade her, den wir mit weißer Schokolade füllen – genau 60 Gramm, um präzise zu sein“, hat Verena van Stapele mal in einem Interview erzählt. Dann werden die Zutaten zu kleinen Kugeln gerollt, was leichter klingt als es ist: die Mädels im Showroom hatten ganz schön zu tun und mussten sich die Technik immer wieder zeigen lassen. „Es dauert etwa drei Monate, bis man den Dreh raus hat!“, weiß die Erfinderin. Die kleinen Kugeln werden dann auf ein Backblech gelegt und perfekt gebacken. Bei welcher Temperatur und wie lange – das gehört zum Betriebsgeheimnis. Was mir auffiel: der Preis pro Keks hat sich von 2024 auf 2026 nicht verändert, er kostet drei Euro.

Van Stapele Koekmakerij
Rokin 17
1012 KK Amsterdam

Tel. +31 20 777 9327
vanstapele.com

Öffnungszeiten (2026):
Täglich geöffnet von 10 Uhr bis zum Ausverkauf der Kekse. „Wir garantieren, dass wir bis 16 Uhr Kekse vorrätig haben. Sie können uns anrufen und fragen, ob nach 16 Uhr noch Kekse da sind.“

[Besucht am 22. April 2024 und am 22. April 2026]

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