Mehr Sein als Schein

Elements Deli & Restaurant, Dresden

Kochsternstunden im Elements

„Essen muss immer spannend bleiben!“ sagen Stephan Mießner und Martina Starovicova vom Elements – und treiben die Spannung gegebenenfalls ganz schön auf die Spitze. Bei den Kochsternstunden – einer Veranstaltungsreihe mit in diesem Jahr 25 teilnehmenden Restaurants in und um Dresden – lesen sich Menü und Weinbegleitung extrem simpel.
– Kartoffeln und Quark, Leberwurst (…einfach? …lecker)
– Ragout Fin – Milchkalb (…vom Feinsten)
– Bienenstich (…doch noch Suppe)
Aber wir kennen das Restaurant ja und ahnen bereits: es wird schon keine Schulspeisung geben…

Und so ist es denn auch. Und hier beginnt nun der Eiertanz des Schreibers, der den Schleier der Muttiküche nicht so ganz wegnehmen möchte, sich aber schon ein wenig äußern will. Fangen wir also da an, wo es losging: Beim Apero. Die Bar im Elements ist gut sortiert, und da kann man auch schon einmal mit einem Dessert Wine (so steht’s auf dem Etikett!) anfangen: Ein Pineau des Charentes, auf Eis serviert und weder geschüttelt noch gerührt, sondern einfach genossen. Super Einstimmung!

Ein Dutzend Leute hatten sich für diesen Abend an einem Tisch getroffen – ohne dass sich vorher alle kannten. Hinterher war das schon anders, dazwischen lagen einige Stunden mit vereintem Essvergnügen und beispielsweise die wundervolle Idee eines Mitessers, mit einem Extra-Wein die Lücke zwischen Aperetiv und Essensbeginn zu füllen. Eine Scheurebe, sieh an – darauf muss man ja erst mal kommen, denn da haben wir schon gruseliges Zeugs getrunken. Aber die vom Weingut Max Müller I. im fränkischen Volkach hat uns eines Besseren belehrt: Merken und wieder bestellen, vor allem wenn’s draußen mal so richtig Sommer werden sollte! (Anmerkung: Wir haben nicht so lange durchgehalten und zum Absacker die Runde mit eben jener Scheurebe beschlossen. Naja…)

Nun aber essen! Der erste Gang, in der Aufzählung oben weggelassen, hieß Knuspriger Blumenkohl, Eigelb, Edelkrebs und bot insofern keine Überraschung, als dass es knusprigen Blumenkohl, Eigelb und Edelkrebs gab. Der Blumenkohl kam zusätzlich zur Knusper-Variante als Stampf, leider etwas zu lau für unseren Geschmack (zumal die anderen Dinge natürlich, da überbacken, richtig warm waren). Dafür kribbelte Kaviarkorn unterm Edelkrebsüberbackenem, was uns sehr gut gefiel.

Und dann Kartoffeln, Quark und Leberwurst. Das isst man (zumindest in Sachsen) gerne und es kann – mit Leinöl und unter tunlichster Verwendung allerbester Zutaten – sogar richtig gut schmecken. Aber in so einem Elements-Menü ist die schlichte Variante nur schwer vorstellbar. Aber mit den Zutaten kann man ja spielen und die Leber kann bekanntlich so oder so zubereitet werden, Wurst ist das nicht. Wir verraten nichts, außer: Es hätte uns noch viel besser geschmeckt, wenn nicht (wieder) die Temperatur zu wünschen übrig gelassen hätte. Speziell bei der Nicht-Wurst…

Weniger geheimnisvoll müssen wir beim Ragout-Fin sein, weil es andeutungsweise auch auf der aktuellen Karte des Restaurants schon verraten wird. Glückliche (hoffen wir mal) Milchkälber gaben ihr Leben, um Genießer glücklich zu machen: Mit Filet und Bries. Spargel (grüner und weißer), Möhre, Zuckerschoten waren fest und knackig, die Sauce Mornay eine ideale Ergänzung: Frühling, Du kannst bitte kommen!

Zum Dessert war Bienenstich angekündigt, mit dem geheimnisvollen Zusatz: doch noch Suppe. Die kam aber in umgedreht aufgetischten Schüsseln, und das ohne auszulaufen. Trommelwirbel, die Spannung steigt – oh ja, hm. Überraschung gelungen (hätten wir uns aber, wenn wir vorher noch genauer in die Menükarte gesehen hätten, auch denken können…).

Zu allen Gängen gab es den passenden Wein, den Steffen Weber mit bekannt kenntnisreichen Worten anzupreisen wusste. Wobei anpreisen gar nicht nötig war, denn bei alten Bekannten wie einem 2009 Riesling trocken Schloss Johannisberg oder (für uns) Neuentdeckungen wie dem 2010er Spätburgunder Hand in Hand von Meike Näkel (Tochter unseres Lieblingswinzers von der Ahr, Werner Näkel) und Markus Klumpp aus Baden greift doch jeder gerne zu…

Elements Deli & Restaurant
Königsbrücker Straße 96
01099 Dresden

Tel.: 0351 | 27 21 696
www.restaurant-elements.de

Öffnungszeiten Restaurant:
Montag bis Samstag 11.00 Uhr – 23.00 Uhr, sonntags 10 – 14 Uhr

[Besucht am 2. März 2012 | Übersicht der hier besprochenen Restaurants in Dresden und Umgebung]
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