Maron: Gute Ideen aus dem 12. Jahrhundert

Im Maron wird nach Ideen von Hildegard von Bingen gekocht

Maron

Mit unseren Vorurteilen kommen wir ja meist ganz gut klar, aber manchmal bereiten sie uns auch Probleme. Das Maron stand bislang nicht auf unserer Liste der Lieblingsrestaurants. Aber nun gingen wir hin, weil die DNN das Restaurant in der Aktion „Dresden isst fantastisch“ mit vorstellt – und was ist passiert? Wir waren begeistert. Quasi von der ersten bis zur letzten Minute! Sowas kommt nicht oft vor…

Was ist passiert? Ganz einfach: Wir wurden ganz hervorragend bedient und es hat trefflich geschmeckt. Mehr wollen wir doch nie! Details? Bitte, gerne: Wir wollten einmal das Menü aus dem Angebot bestellen (24,70 €) und einmal ein selbst zusammengestelltes Menü – allerdings mit der Vorspeise aus dem Menü, die sonst auf keiner der Karten auftauchte. Kein Problem, ging!

Eine Spezialität des Maron sind Gerichte nach Ideen von Hildegard von Bingen. Die Klosterfrau aus dem 12. Jahrhundert hatte gute Ideen, und im Maron interpretiert man sie neu. Zum Beispiel mit dem Gruß aus der Küche: es gab ein Maronensüppchen und dazu drei Gewürzbeigaben: Bertram, Flohsamen und Edelkastanie. In einem Flyer wird alles ausführlich erklärt, und die Bedienung hat auch den einen oder anderen Hinweis für uns. In der Karte mit Hildegard-von-Bingen-Gerichten fanden wir noch viele Anregungen für unser zweites Menü (und nein: Flohsamen jucken nicht).

Aber zum Start gab‘s das Saibling-Filet in Dinkelgries gebraten, an temperiertem Fenchelcarpaccio – sehr kross und schmackhaft der ein wenig zu gare Saibling, dazu perfekte dünne Scheiben von Fenchel. Dinkel, bei Hildegard von Bingen ein Grundnahrungsmittel, gab es natürlich auch beim Hauptgang, und wieder empfanden wir es eher als Bereicherung: Rosa gebratener Hirschrücken auf Schwarzwurzel-Walnuss-Gemüse und Kräuter-Dinkel-Spaghettini war gut gewürzt, scharf angebraten und innen wirklich rosa. Mit dem Rosmarin eine perfekte Geschmackkombination, und mit dem Gemüse endlich mal was Neues, Gutes am Gaumen!

Beerengratin mit Basilikum-Limetten-Sorbet zum Dessert lieferte vor allem überraschend geschmackvolles aromareiches Sorbet: Ein schöner Abschluss – wobei das gar nicht der Schluss war. Denn Hildegard ließ noch einmal grüßen, mit zwei Energie- bzw. Nervenkeksen von der Spezialkarte.

Restaurant Maron
Forststraße 22
01099 Dresden

Telefon: 0351/ 811770
www.das-nichtraucher-hotel.de

Geöffnet täglich 7.00 – 24.00 Uhr (Küche bis 22.00 Uhr)

[Besucht am 16. Februar 2013 im Rahmen der DNN-Aktion Dresden isst fantastisch | Veröffentlicht am 8. März 2013 in den DNN | Lage | Zur Karte der hier besprochenen Restaurants in Dresden und Umgebung]

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