Was mit Vögeln und Lebensfreude

Kai LEO Leonhardt stellt bis zum 21.12.2015 im Kastenmeiers aus

Kay Leo Leonhardt und Peter Bohn

Es soll ja Ausstellungseröffnungen geben, wo es von selbstgefälligen Schwadronen über die Rolle der Bedeutung unter besonderer Berücksichtigung des Egos von Künstler wie Laudator nur so wimmelt. Und dann gab’s heute die herrliche Vernissage von Kay LEO Leonhardts Bildern im Kastenmeiers, in der Peter Bohn (ausgewiesen als Wein&LeoExperte, auch so geschrieben) in freier Rede den Künstler, seine Frau und Muse Gaby, das Publikum und sich selbst zum Lachen brachte – immer wieder. Na klar: das hat uns gefallen!

Gaby und Kay Leonhard – LebensfreudeLeo und Gaby feierten beide ihren 50. Geburtstag – das war der äußere Anlass für die Ausstellung. Obwohl Leo eigentlich keinen Anlass braucht, er ist ja ein kreativer Vielzeichner. Wer in der Region unterwegs ist, sieht ihn immer wieder mal live zeichnen. Und außerhalb Dresdens kennt man ihn auch. „Man kann“, sagte Bohn in seiner Rede, „ja anderen Kulturen auch ohne Angst entgegen treten!“ Leo hat viele Freunde in Japan, hat dort auch schon gearbeitet. Eines ist seinen Werken gemein: Sie strahlen Lebensfreude aus. Und diese Lebensfreude hat meistens was mit Vögeln zu tun, was in der mündlichen Kommunikation zu deutlich mehr (augenzwinkernd gewünschten) eindeutigen Zweideutigkeiten führt als in der schriftlichen. Leo ist gut zu Vögeln liest sich schließlich Dank deutscher Rechtschreibung anders als Leo ist gut zu vögeln, da sollten wir alle dem Herrn Duden und seinen Bewahrern dankbar sein.

Die Leo-Bilder lassen sich natürlich nicht allein auf Lebensfreude und Vögel reduzieren – nein, manchmal kommen auch Fische vor! Besonders in einem Fischrestaurant, das seine Wände regelmäßig Künstlerinnen und Künstern zur Verfügung stellt, ist das ja keine triviale Sache. Leo ist, wen wir das in den inoffiziellen Gesprächen abseits des offiziellen richtig mitbekommen haben, übrigens der 35. Artist in Fishrestaurant – und der erste, der es zum zweiten Mal geschafft hat. Zwischendurch ist er freilich auch immer ein bissl präsent – man muss nur den richtigen Wein bestellen, da kommt einem der Künstler dann übers Etikett nahe.

Vernissage LeoNun reicht es ja nicht, omnipräsent und kreativ zu sein – man muss ja auch was können und irgendwie dabei den Nerv der Leute treffen – und das so gut, dass mit Ausstellungseröffnung schon ein Drittel der hängenden Bilder verkauft sind! Das Geheimnis von Kay Leonhardt ist die unverwechselbare Bild- und Wortsprache. Ja, genau: Wortsprache. Leo schafft es nämlich, immer wieder neue schöne Sprüche zu finden (oder, wie wir im Rahmen der Eröffnungsrede erfuhren: gefunden zu bekommen, zum Beispiel von der Schwiegermutter!). Die Kunst ist, diese Sprüche dann assoziativ zu bebildern und dabei den Betrachtern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. „Ich kann ja auch seriös!“ meinte Leo im Gespräch nach der Eröffnung – und fügte hinzu: „Aber wer will das schon?“ Er hat sich vorgenommen, Lebensfreude zu verbreiten, vielleicht auch erst zu schaffen. Lebendige Orte sind ihm dafür wichtig – neben seinem „Lieblingsatelier“ Kastenmeiers zum Beispiel auch Theater.

Talk am TischKein Wunder also, dass die größte Ausstellung mit Leo-Werken gar nicht die temporäre im Kastenmeiers ist, sondern die stationäre in der Dresdner Comödie. Es soll ja Leute geben, die nur wegen der Vögelei dort auf die Toilette gehen! Olaf Maatz, Geschäftsführer der Comödie, hatte Leo über facebook kennen gelernt (da sieht man mal, dass dieses social media Zeugs doch so schlecht nicht ist) und die Zusammenarbeit angeregt. „Und nun befruchten wir uns und vögeln gemeinsam!“ sagte Maatz, der zwischendurch auch Teil der Eröffnungsrede war.

Kay Leo Leonhardt und Carsten ZachNeuigkeiten gab’s während der Vernissage natürlich auch. Nein, nicht die Musik – Micha Winkler und Silke Krause jazzten sich vor, bei und nach den Reden in bekannter und bewährter Weise in die Ohren der Gäste. Winkler und Leo verbindet einiges, so sind sie beide ausgezeichnet mit dem Kunst- und Kulturpreis der Stadt Meißen – und das Winkler’sche Motto Mein Wunsch ist es, den Menschen mit meiner Posaune die Sorgen wegzupusten…! passt ja auch ganz gut zu den Bildern. Nein, neu sind Trinkbecher aus Porzellan, eine Gemeinschaftsaktion vom Modellbauer Carsten Zach und versehen mit Motiven von Leo. Muster aus der Null-Serie gab’s zu kaufen – allerdings nicht lange, denn was knapp ist, ist ja häufig begehrt und dann auch schnell ausverkauft…

Klare AnsageSchräge Vögel | Freche Fische | Kluge Sprüche
Ausstellung von Kay LEO Leonhardt in der Galerie im Kastenmeiers vom 21.11. – 21.12.2015
Kurländer Palais
Tzschirnerplatz 3-5
01067 Dresden

Tel. 0351 / 48484801
www.kastenmeiers.de

Leo im Netz: www.leo-meissen.de

 

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