Hommage an die Kultur der Straße

"Burning Concrete – Garage Art und zeitgenössische Kunst" noch bis 28. Juli 2019 im Verkehrsmuseum

Burning Concrete

Das Röhren aus dem Auspuff hätte jedem Hirschen respektvolles Staunen abgerungen. Aber kein Hirsch hat ja auch 4.520 ccm Hubraum und schon gar nicht 198 PS. Dafür stinkt auch kein Hirsch so wie dieser alte Mercedes Benz 280 SE aus dem Jahr 1972, der den Lichthof des Verkehrsmuseums durchfuhr und einmal rangierte, um dann auf dem Ausstellungspodest seinen endgültigen Ausstellungsplatz zu finden. Show muss sein, das wussten schon früher® die Showmaster im Schwarzweiß-Fernsehen, wenn sie die große Treppe runter tänzelten. Beifall gab es damals schon – wenn man so will: für nichts –, Beifall gab es auch jetzt beim Einparkmanöver.  Gestank und Röhren gehören allerdings nicht zum festen Bestandteil der neuen Sonderausstellung Burning Concrete – Garage Art und zeitgenössische Kunst, die noch bis zum 28. Juli 2019 im Verkehrsmuseum zu sehen ist: das war das Ausstelllungseröffnungsspezial für Presse und anwesende Künstler.

Künstler mit Mütze

Wer Künstler war und wer Presse, konnte man keineswegs an umgehängten Kameras ausmachen – die hat ja heute jeder, und wenn die Kunst im Fotografieren besteht, sowieso. Aber die Künstler trugen Mütze oder Basecap – so einfach ist das also. Die mit der Mütze waren insgesamt elf, sechs aus Dresden und fünf aus Berlin. Sie zeigen in ihrem tun urbane Kultur, urbanen Lebensstil. Malereien, Illustrationen, Fotografien und Graffiti haben ihren Ursprung zwar in den Straßen der Städte, aber diese Kunst ist schon längst hof- und museumsfähig geworden. Warum sie nun ausgerechnet im Verkehrsmuseum zu sehen sind? Weil diese Art der Szenekultur ganz prima zur Garage Art passt, von der der Daimler nur das exponierte Modell mit den schnieken Felgen ist. Robert Redlich hat den alten 280SE 4.5 (W 108) von 1972 2014/15 restauriert und umgebaut – und sein Schätzchen natürlich auch selbst auf die Ausstellunsgbühne gefahren.

Es sei das erste Mal, dass Vertretern der so genannten „Garage Art“ in der Landeshauptstadt eine Ausstellung gewidmet werde, sagte der Direktor des Dresdner Verkehrsmuseums, Joachim Breuninger. Als Kurator für die Ausstellung konnte er mit Florian Bölike einen Insider gewinnen, der Bastler und Schrauber genau so gut kennt wie Sprayer und Fotografen. „Ist das Kunst?“ fragte er – und natürlich lautete die Antwort ja, wie auch sonst. „Das machen, das Tun verbindet alle hier anwesenden Künstler“, sagte er und bemühte (auch das keine Wunder…) Marcel Duchamps Ready-Mades., um die Hommage an die Kultur der Straße zu erklären.

Verkehrsmuseum Dresden
Augustusstraße 1
01067 Dresden

Tel. +49 351 / 8644-0
www.verkehrsmuseum-dresden.de

Geöffnet:
Dienstag bis Sonntag von 10 – 18 Uhr · Montag geschlossen

Sonderausstellung „burning-concrete
18. Januar 2019 bis 28. Juli 2019

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