Stromboli

Februar 2014: Stromboli

Manchmal grollt es grummelhaft. Dann ist es eine Zeit lang ruhig, aber man sieht Rauch ziehen. Einmal nur in einer Woche sahen wir aber, dass auch Vulkane wie der auf Stromboli die hohe Kunst des Kreise Paffens beherrschen. Nicht schlecht!

Stromboli ist die östlichste und nördlichste der sieben Inseln, die das Archipel der Liparischen Inseln / Äolischen Inseln bilden. Es ist die perfekter Insel, von der Form her: Ein kleiner Kegel, auf dem oben regelmäßig die Post abgeht. Der Vulkan ist aktiv. Alle paar Minuten lässt er die Sau raus – aber alles ist gut, meistens. Wenn’s nicht gut geht, fliegen Felsbrocken durch die Luft, durchaus unangenehm. Die 572 Menschen der Insel (Stand der Volkszählung 2001) finden’s gut, wenn alles unter Kontrolle ist. Einige von ihnen haben sich auf Führungen spezialisiert, ohne die man nicht mehr hochkommt auf den Berg, aus dem die Feuer speien. Die Touristen (also auch wir!) lieben die Mischung aus Sicherheit und Gefahr: Sicher hoch und wieder runter, oben angelangt der Gefahr aber ins Auge blicken.

Früher war alles anders: Da konnte man hoch und oben bleiben über Nacht. Vulkanausbrüchle mit Sonnenuntergang – ä Traum! Aber seit den größeren Ausbrüchen 2002 und 2003 war das Besteigen des  926 (andere Quellen sagen: 918 oder 968) Meter hohen Berges erst ganz verboten und ist seit 2004 nur noch als geführte Begehung möglich. Der alte Weg ist futsch, der neue Weg mit Stock und Hut (pardon: Helm) geht steil hoch: Den sind wir gegangen (Bericht folgt).

Vorerst sind wir unten, genießen die Mischung aus Ursprünglichkeit und touristischem Anflug von Luxus im Hauptort Stromboli, der eigentlich auch aus den Ortsteilen Scari, San Vincenzo, Ficogrande, Piscità und San Bartolomeo besteht. Ginostra im Südwesten haben wir nur durch kurzes Andocken der Fähre an der Mole erlebt: Der kleinste Hafen der Welt sei das, sagen sie. Ein schöner Superlativ für die nur 30 Einwohner des Ortes! An der Nordwestseite der Insel liegt die „Sciara del Fuoco“ („Feuerrutsche“) unterhalb des Kraters: Da rutschen die Felsbröckchen und die Lava runter, wenn die Ausbrüche der vier Vulkankrater normal ist. Bei erhöhter Aktivität sprengt der Stromboli alle Grenzen und macht mit den Felsbomben, was er will. Da fliegen dann eben mal die Steine durch die Luft, aber die sind deutlich größer als Brote.

Februarblatt des Kalenders 2014 (zwei weitere Stromboli-Geschichten gibt es zu den Juni– und Juli-Blättern).

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Vulkantour Stromboli: 38.803030, 15.238120
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