Mit il trebbiatore zum Zweiten Frühstück

Besuch im Hotel Al Belvedere Salina

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Al Belvedere Salina

Wir saßen auf ein Glas offenen Wein und einem Stück mikrowellenerwärmter Pizza im La Vela – was man so macht, wenn an einem Reise-Sonntag um halb vier der kleine Hunger kommt und nichts als diese Rosticceria in der Nähe des Hafens geöffnet hat – die freilich auch eine Bar und eine Pasticceria ist – ein Anlaufpunkt von früh (der caffè vorm Frühstück!) bis zum Abend (Mandelküchlein als Betthupferl besorgen, wenn sie auch nur die zweitbesten waren, die wir fanden: die in der Bäckerei weiter oben auf der Hauptstraße von Santa Marina gefielen uns besser).

Dolci im La VelaDa saßen wir also, mit Blick auf den Hafen, und schnurpselten so vor uns hin. Am Nebentisch ein Mann, der sich gar nicht erst mit offenem Wein zufrieden gab, so wie wir. Er hatte einen Roten geordert, einen 2009 Rosso Antonello von Hauner. Irgendwann fragte er vom Nebentisch herüber, ob es uns schmecke – und als wir wahrheitsgemäß „naja“ antworteten, entspann sich ein netter Plausch mit Rotwein für Alle und einer Verabredung für den kommenden Freitag: Er wolle uns, wenn wir denn mögen, einen wunderbaren Ort zeigen, ein Hotel – aber kein x-beliebiges, sondern eben ein spezielles, ein sehr gutes.

Al Belvedere SalinaWir wollten, also fuhren wir die Küste entlang, am Capofaro vorbei und an Malfa, dann quer über die Insel nach Leni. Fast die gesamte Strada Provinciale 182, die in Lingua beginnt und in Rinella endet. Das Al Belvedere liegt ein wenig abseits vom Ortszentrum, was in diesem Fall von ungeheurem Vorteil ist: Freie Sicht aufs Meer, was besonders in den Abendstunden grandiose Sonnenuntergänge mit Filicudi und Alicudi im Hintergrund zaubert. Das haben wir nicht erlebt, sondern nur auf Fotos gesehen – wir waren nämlich zum 2. Frühstück dort. Das war zwar so nicht geplant, aber die Besichtigung mit der charmanten Besitzerin Francesca Cincotta endete auf einer sonnigen Terrasse bei frischer Zitronen- und Orangenlimonade, selbstgebackenem Kuchen, getrockneten Früchten und – sensationellen – eingelegten Mandarinen. Dazu dann nach dem kleinen Rundgang mehr!

WolkenwabernWir kamen unangemeldet, sollte man dazu sagen – und konnten nicht überall lunschen, denn die meisten Villen und Apartements waren natürlich belegt. Aber den Stil des Hauses bekommt man schon beim Schlendern mit: alles sehr individuell, viel Holz, viel Natur und Geschmack. Olivenholz ist das Material für Schälchen, für Spiegelrahmen oder nur so für Skulpturen. Auf den Mauern stehen Körbe mit Blumen, vorm Haus wächst der Zitronenbaum. Auf einer der Terrassen steht ein Holzregal, in den hinter Fliegengaze Obst trocknet und in Tongefäßen Frucht eindickt. Das und andere selbst gemachte Dinge gibt’s dann zum Frühstück, oder für Überraschungsgäste eben auch mal zwischendurch auf der Terrasse, die uns an diesem Morgen keinerlei Fernsicht präsentierte, sondern hauptsächlich wabernde Wolken, die von Rinella (dem zweiten Hafen der Insel Salina) den Monte Fossa delle Felci umfangen, so dass man den 962 m hohen Gipfel meist gar nicht sieht. Weiter weg Richtung der westlichen Inseln des Archipels gestaltete sich die Fernsicht noch weniger gut, Alicudi und Filicudi badeten in der Nebelsuppe.

Al Belvedere SalinaDafür genossen wir eine grandiose Nahsicht. Limonade, hausgemacht aus frischen Früchten, schmeckt unvergleichlich. Der Hammer, weiter oben schon angedeutet, waren die eingelegten Mandarinen. Über ein halbes Jahr haben sie in einem Honigsirup gelegen (wenn ich das richtig verstanden habe). Wir aßen sie mit Schale und Kernen – das ging prima. Ich hätte nach dem Rezept fragen sollen – obwohl: wann gibt es bei uns schon wirklich frische unbehandelte Mandarinen? Zum Abschied bekamen wir noch ein Glas mit acht Mandarinen – gerade ausreichend für jeden der nachfolgenden Morgen auf Vulcano. Vor allem mit dem dortigen Begrüßungsgeschenk unseres Vermieters – baumfrische Zitronen – ergab das eine treffliche Kombination, denn die leichte frische Säure balancierte die honigsüßen Früchte prima aus…

Eine Flasche vom ebenfalls hauseigenen Malvasia gab’s übrigens obendrein mit auf den Weg – da hatten wir unseren freundlichen Tippgeber und Fahrer in Verdacht, vorab gemauschelt zu haben. Aber weil wir so schwer im Erwehren derlei netter Gesten sind, genossen wir jeden Schluck des Inselweins und dankten dem oder der (un)bekannten Spender(in)!

Residence Hotel Al Belvedere Salina
Via Santa Lucia, 11
98050 Leni (ME)

www.belvederesalina.com
Tel. +39 090 9809163

La Vela
Via risorgimento 139
Santa Marina Salina

Tel. +39 090 984 3541

[Besucht am 23. Mai 2014 | Mehr Bilder]

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