Ein symbiotisches Gespann

Ausstellung zu Ehren von Rolf Hoppe auf Schloss Weesenstein

Rolf Hoppe

Ausstellungseröffnungen können ja arg langweilig sein. Die Reden! Es geht aber auch anders – nicht trotz, sondern wegen der Reden! Auf Schloss Weesenstein, wo ja eh ein besonderer Geist weht, wurde selten viel gelacht bei der Ausstellung zum bevorstehenden 85. Geburtstag von Rolf Hoppe. Schloss Weesenstein und Rolf Hoppe sind ja seit Jahren ein symbiotisches Gespann: Hoppes Lesungen zur Oster- und zur Adventszeit auf dem Weesenstein sind legendär, waren immer ausverkauft. Zur Ausstellungseröffnung gab es zwar keine Hoppe-Lesung, aber dafür seinen kongenialen Begleiter Wolfgang Torkler am Flügel – die beiden sind ja auch so ein perfektes Paar, das sich die Bälle zuspielt.

Hoppe-AusstellungDr. Christian Striefler, Geschäftsführer der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen, begrüßte die Gäste. In freier Rede, dem Anlass entsprechend humorvoll – aber mit so richtig entfalten konnte er sie nicht immer. Es sprach für die lockere Stimmung, dass der Chef der sächsischen Burgen sowohl von Rolf Hoppe als auch von dessen Tochter Josephine Hoppe schon mal einen Zwischenruf erntete – natürlich prompt von der Art, die ihm die Pointe vermasselte. Aber auch das hat er gemeistert, sehr schön! Von großartigen Unterbrechungen blieb Thomas Morgenroth verschont. Kenntnisreich ließ der Kulturredakteur der Sächsischen Zeitung das Leben von Rolf Hoppe Revue passieren – da staunte sogar der so Geehrte: „Woher wissen Sie denn das alles?“ Die Antwort war kurz und aussagekräftig: „Recherche!“ Gute und fleißige Recherche, muss man ergänzen. Davon profitieren aber nicht nur die Anwesenden der Ausstellungseröffnung, sondern alle Besucher der Ausstellung: Morgenroth hat auch die Texte dazu geschrieben.

Josephine HoppeJosephine Hoppe, die bis dato neben ihrem Vater gesessen hatte, bestieg die kleine Bühne und kündigte drei Anekdoten an – Vater Rolf schlug die Hände überm Kopf zusammen und rollte mit den Augen – so als wolle er sagen: Was mag da nur auf mich zukommen? Aber die Josephine ist ja eine liebe Tochter und meinte dann auch gleich zu Beginn: „Wird nicht schlimm!“ Schlimm war’s auch nicht, nicht mal peinlich – nur lustig. Anekdoten sind im Schauspielerleben ja sowas wie das Salz in der Suppe: Geht auch ohne, aber ist längst nicht so gut. Die drei Anekdoten hatten nur einen Nachteil: Es waren nur zwei! „Die dritte können Sie hören, wenn Sie ab Mitte November zu uns ins Hoftheater kommen!“ Nun gut, subtile Schleichwerbung, aber wer wollte es ihr Übel nehmen? Premiere unter dem schönen Titel Theaterblut und falsche Brüste ist übrigens am 19. November! Dann wird Josephine Hoppe, begleitet von Dirk Ebersbach am Flügel, Dinge erzählen, die „Sie schon immer wissen wollten, aber nie erfahren sollten!“

hoppes traumZur Ausstellung ist auch das Buch „Hoppes Traum. Das sagenhafte Weesenstein“ in einer Neuauflage erschienen. Andreas Neubauer, Promi-Fotograf aus München (Billy Wilder, Angelina Jolie, Salma Hayek und andere), hatte 1997 eine Ausstellung mit Bilder von Rolf Hoppe auf Schloss Weesenstein – im doppelten Wortsinn: Hoppe posierte für die Fotos im und vor dem Schloss, und die Ausstellung war auch dort zu sehen. Ein Jahr später erschien das Buch dazu – Hoppes Traum – Das sagenhafte Weesenstein, mit den Bildern von Andreas Neubauer und Texten von Klaus-Dieter Wintermann, dem damaligen (und 2001 verstorbenen) Direktor des Schlosses. Das Buch hatte ich gestaltet, es war ratzfatz ausverkauft. Schön, dass es das jetzt im unveränderten Nachdruck wieder gibt (im Weesensteiner Museumsladen für 19,90 € erhältlich)!

Rolf Hoppe. Ein Schauspielerleben.
Ausstellung zum 85. Geburtstag.
Vom 1. November 2015 bis 1. Mai 2016

Schloss Weesenstein
Am Schlossberg 1
01809 Müglitztal

Tel. +49 35027 626-0
www.schloss-weesenstein.de
Öffnungszeiten und Preise

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