Dresden als Teil der German Pop Art

Ausstellung von Michel Friess in der Galerie im Kastenmeiers

Michel Friess – Dresden

Udo Jürgens war noch niemals in New York – und Michel Friess bis dato noch nie in Dresden. Nun gut, mögen Sie sagen: Udo Jürgens kenne ich, der war aber auch in Dresden, sogar mehrfach. Doch wer bitte ist Michel Friess? „Künstler in Kaiserslautern“ fasst Google kurz zusammen, was zwar stimmt, aber schon ein wenig untertrieben ist. Denn da befindet sich zwar sein Loft-Atelier, aber seine Bilder gibt es eher weltweit. Und in New York sowieso, denn dort ist er in der Soho Contemporary Art Gallery vertreten und wird in einem Atemzug mit Andy Warhol, Keith Haring, Robert Rauschenberg, Roy Lichtenstein und anderen Zeitgenossen explizit genannt und nicht unter „und viele andere“ subsummiert.

Die Marke von Michel Friess ist: German Pop Art. Aber das ganz in der Tradition der amerikanischen Vorbilder, plakativ und eigenständig. Ein Friess sieht immer aus wie ein Friess – und ist doch immer anders: Friess fertigt alle Werke als Unikat einzeln an. Das schafft Begehrlichkeiten, und was begehrt wird, ist auch beliebt. Und so finden es zahlreiche Promis chic, statt sich selbst am langen Arm zu knipsen, sich ein Portrait bei Michel Friess zu bestellen. Da ist mehr drauf, und Kunst ist es obendrein. Beispielsweise porträtierte er Bundeskanzlerin Angela Merkel, Billy Idol, Harald Glööckler, Georgio Armani und Stefan Raab.

Bild mit rotem PunktSeit gestern gibt’s eine Auswahl der „German Pop Art“ von Michel Friess auch in Dresden bewundern: noch bis zum 16. Januar präsentieren die Walentowski Galerien seine Arbeiten im Restaurant „Kastenmeiers“ im Taschenbergpalais. 28 teils großformatige Werke hängen an den Wänden – und die ersten drei waren schon verkauft, bevor die offiziellen Eröffnungsreden gehalten waren. Darunter das teuerste Werk der Ausstellung: Big Berlin History (19.500 €), eine dreiteilige Original-Collage auf Aluplatte. Die anderen Werke – darunter Mickey Mäuse und Pink Panther, Marilyn, Einstein und die Beatles – liegen meist bei 3.850 bis 5.950 Euro. Ein Dresden-Motiv hat Michel Friess auch geschaffen – „mit Bildern von der Stadt, die haben mir als Vorlage gereicht!“ Das reiht sich nun (für 6.450 15.000 € – update vom 18.12.) ein in andere ikonische Stadtansichten aus den USA und Deutschland.

Michel FriessMichel Friess wurde mehrfach ausgezeichnet, sein Bild „Berliner Dom“ schaffte es zum Beispiel 2013 auf das Cover des Fachmagazins „Der Kunsthandel“. 2018 gewinnt er den Internationalen 2. Leonardo Da Vinci Preis in Florenz. 2019 folgt der Internationale Botticelli Art Prize ebenfalls in Florenz. Im Juni 2019 wurde dem Shooting Star der Titel „Artist of the Year“ verliehen.

Läuft!

Die Bilder von Michel Friess sind bis 16. Januar 2020 im „Kastenmeiers im Taschenbergpalais“ auch unabhängig von einem Restaurantbesuch zu sehen. Die Besichtigung ist täglich ab 15 Uhr möglich, das Restaurant öffnet um 17 Uhr. Darüber hinaus kann man weitere Werke des Künstlers in der Walentowski Galerie Dresden kennenlernen. Sie befindet sich ebenfalls im Taschenbergpalais und hat täglich von 9 Uhr bis 18 Uhr bzw. sonntags bis 17 Uhr geöffnet.

German Pop Art
Ausstellung von Michel Friess in der Galerie im Kastenmeiers vom 15. Dezember 2019 – 16. Januar 2020
Kastenmeiers – das Fischrestaurant im Taschenbergpalais
Taschenberg 3
01067 Dresden

Tel. +49 351 48484801
www.kastenmeiers.de

Michel Friess im Netz: michel-friess.com

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