Wo die gelbe Fahne weht…

Pillnitzer Königlicher Weinberg

Die Öffnungszeiten sind präzise: Wenn’s am Wochenende warm und trocken ist! Und, ist es warm und trocken? Um das zu erfahren, helfen zwei Dinge: Zuerst einmal: rausschauen! Aber was ist, wenn man selbst in einem der vielen Hinterhermsdörfer wohnt und nicht weiß, ob das Wetter am Königlichen Weinberg in Pillnitz beliebt so zu sein wie daheeme? Dann hilft die Internetseite der Besenwirtschaft von Walter und Sigrid Rogge auf dem Pillnitzer Weinberg: Hier bloggt der Winzer, und Statusmeldungen über die Öffnungszeiten sind regelmäßig dabei.

Großer Berg in PillnitzDie Besenwirtschaft klebt oben am Hang unterhalb des Leitenwegs, jeder sitzt quasi in der ersten Reihe unter Weinlaub. Dort wachsen einem, wenn andere nicht (geduldeten) Mundraub betrieben haben, die Trauben in den Mund. Die Aussicht ist zauberhaft: Zur Linken die Weinbergskirche, stolz und auch von weitem immer ein schöner roter Farbklecks im umgebenden Gründ der Reben. Weiter hinten sieht man die Elbe, mehr noch als das hört man die Dampfer tuten. Noch weiter hinten kann man dann nur auf zarte alles umhüllende Elbnebel hoffen, weil ansonsten die Hochhäuser von Pirna Copitz häßliche Akzente setzen.

Prost!Weil wir mitten im Weinberg sitzen, meint die Sonne es gut mit uns. Merke: Wo sich Riesling wohlfühlt, tut es der Mensch auch. Zumal, wenn er sich mit Riesling füllt, sachte und genussvoll. Bei unserem Besuch gestern abend gab’s noch einen der immer weniger werdenden 2011er Rieslinge, aber die 2012 waren gerade tagsüber geerntet (die Winzergenossenschaft, bei der die Famile Rogge ihren Wein keltern lässt, war übrigens früh dran. Klaus Zimmerling, dessen Riesling nur ein paar hundert Meter weiter steht, lässt die Trauben noch am Stock: „Die freuen sich doch bei dem Wetter!“).

RieslingBei der diesjährigen Ernte im Königlichen Pillnitzer Weinberg übrigens lieferten Rogges den Riesling mit dem höchsten Öchsel-Gehalt ab und tragen damit dazu bei, dass am Ende was Ordentliches in die Flasche kommt. Etwa 1.400 qm mit etwa 800 Stöcken bewirtschaften die Rogges, und mit ihrem Prinzip „weniger Menge, dafür mehr Qualität“ stehen sie zumindest im Großen Berg zu Pillnitz nicht allein, wie Walter Rogge bei einem Glas Riesling erzählt. „Die Weine der Winzergenossenschaft sind besser geworden – wir sind sehr, sehr zufrieden!“ sagt er.

Wo die gelbe Fahne weht…Übrigens: Ein Detail, auch auf der Seite nachzulesen, kannten wir bei unserem ersten Besuch noch nicht: Es gibt oben auf dem Berg eine gelbe Elbhangfest-Fahne. Wenn die weht, ist die Besenwirtschaft geöffnet, so dass sich das Hochlaufen auf den Berg lohnt! Wobei: Als wir das noch nicht wussten, sind wir einmal hoch und waren erst enttäuscht, dass keiner da war in der unten ausgeschilderten Besenwirtschaft. Aber dann saßen, gleich nebenan, Touristen aus dem Brandenburgischen, die uns spontan einluden, von ihrem mit auf den Berg gebrachten Wein zu trinken. Das hat doch auch was!

Pillnitzer Königlicher Weinberg
Pforte neben Wünschendorfer Straße Nr. 6a
01326 Dresden

Tel: +49 175 6275961
http://pillnitzer-weinberg.de/

Geöffnet [2020] derzeit coronabedingt noch nicht regulär geöffnet

Info 2019: Geöffnet ab 12 Uhr mit Brot & Wein
an Samstagen und Sonntagen im Verlauf des Jahres,
insbesondere zu den Straußenzeiten 06. April bis zum 02. Juni und 01. September. bis zum 03. November,
wenn in unserem o. a. Blog angezeigt und  draußen im Ausschank die Elbhang-Fahne weht.

[Für diesen Beitrag besucht am 20. Oktober 2012 – danach immer wieder mal… | Zur Karte der hier besprochenen Besenwirtschaften in Dresden, Radebeul, Coswig und Meißen]
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