Immer wieder sonntags…

Seit 2014 jeden Sonntag eine Besenwirtschaft im Haus Steinbach

Haus Steinbach

So ein Generationenwechsel ist ja immer ein Anlass für Neues. Im Haus Steinbach, dessen Weine man bei einem Bummel von der Weinbergstraße aus sieht, hat jetzt Lutz Gerhardt die Verantwortung von Vater Volker übernommen. Anders als sein Vater wagt er es, den Wein und das Drumherum zur Haupterwerbsquelle zu machen – und mischt dann folgerichtig beispielsweise in der „Gemischten Bude“ mit. Außerdem öffnet er den denkmalgeschützten Hof nun auch regelmäßig für Gäste: Seit Ende Juni ist erst einmal immer wieder sonntags von elf bis 17 Uhr eine Besenwirtschaft geöffnet, in der es neben den hauseigenen Weinen auch einen zugekauften italienischen Rosé gibt (als wir da waren, kam er von der Tattoria La Vialla, soll aber wohl Fattoria heißen). Aber den haben wir zu Hause, die Steinbach-Weine hingegen nicht. Sie sind nämlich rar.

Haus SteinbachGut ein Hektar bewirtschaften die Gerhardts, was je nach Ernte vier- bis fünftausend Flaschen ergibt. Die sind schneller ausgetrunken als man denkt – als wir zur Eröffnung der Hofwirtschaft am 22. Juni uns das bunte Treiben ansehen wollten, waren die meisten Tische besetzt. Wir waren, der Wahrheit die Ehr‘, sogar zweimal da: recht früh, um eine kleine Hoflössnitz-Wandertour zu starten, und am Ende derselben noch einmal. Eingangs war es noch nicht so voll, wir saßen an einem der rotgestrichenen Holztische unterm schattigen Baum und genossen den Ort. Es gibt schöne Details, an denen das Auge hängen bleibt – der Kontrast zwischen den renovierten Teilen und dem unverputzten Gebäude, das Fass mit dem Schild „Lieblingsplatz“ drauf, der Blick um die Hausecke auf die Steinerne Schnecke (mit gewitterdunkelblaugrauen Wolken, die  sich freundlicherweise abregnungsfrei verzogen). Ein Hingucker ist natürlich auch der funkelnagelneue Holzbackofen für Flammkuchen. Hier bäckt der Chef persönlich – und lacht: „Ich hätte nicht gedacht, dass das so schwer ist! Aber es wird von Mal zu Mal besser!“ Der Flammkuchen kostet – egal ob vegetarisch oder klassisch – 6,50 €.

FlammkuchenWo wir gerade bei Preisen sind: Für das o,1-l-Glas sind zwischen 3,00 € und 3,50 € zu zahlen, als 0,2-l-Schoppen ist es etwas günstiger (zwischen 5,80 € und 6,50 €). Im Ausschank sind derzeit noch einige 2012er Jahrgänge und die ersten aus dem Jahr 2013. Einige 13er ruhen noch im Tank (zumindest im Juni war das so) – was wir ja eher begrüßen: Schnell schnell und Wein passt meistens nicht gut zusammen. Und wenn ich einmal von der Webseite des Haus Steinbach zitieren darf, gibt das natürlich auch ein stimmiges Bild mit der Philosophie des Hauses: „Als Weingut mit einer kleinen Anbaufläche ist es unser Anspruch, den Wein umweltschonend anzubauen. Deswegen verzichten wir auf den Einsatz sowohl von Herbiziden zur Unkrautbeseitigung als auch von Insektiziden. Nützlingsschonende Pflanzenschutzmaßnahmen sind für uns oberstes Gebot. Mit der Begrünung der Rebzeilen sorgen wir für eine Verbesserung der Humus- und Nährstoffversorgung im Boden. Ein strenger Ertragsschnitt zur Ertragsbegrenzung und Qualitätsverbesserung ist für uns eine Selbstverständlichkeit.“ Ergänzend muss gesagt werden: Da die Weine im eigenen Keller ausgebaut werden, bleibt die Kontrolle und der Qualitätsgedanke bis zum Schluss möglich.

Im Hof von Haus SteinbachGerhardts Weine danken diese Vorzugsbehandlung den Winzern, indem sie eine eigene Handschrift haben – und schmecken. Wir haben uns nicht durchprobiert (was ja auch mal eine gute Idee wäre, wenn denn die 2013er komplett sind), aber Kerner und Weiß-Grauburgunder könnten uns zu Wiederholungstätern machen…

Weingut Haus Steinbach
Bennostraße 41
01445 Radebeul

Tel. 0351 / 332 11 57
www.haus-steinbach.de

Öffnungszeiten (2016):
Ab 14.8.2016 jeden Sonntag ab 14 bis 19 Uhr geöffnet.
zu den anderen Veranstaltungen

[Besucht am 22. Juni 2014 | Zur Karte der hier besprochenen Besenwirtschaften]

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Weingut Haus Steinbach

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