So kann (nein: muss) Küche sein: Einfach und gut!

Flüsterklause, Wehlen-Pötzscha

Flüsterklause

Wie oft sind wir hier vorbeigehechtet auf dem Weg von der Fähre zum Bahnhof (oder umgekehrt)? Sehr oft. Aber immer vorbei. Das war ein Fehler! Bei der Wanderung auf dem Malerweg hatten wir mehr Zeit (eigentlich alle Zeit der Welt) – und bemerkten erstmals, was wir seit 2004 hätten sehen können: Ein Kleinod in Pötzscha, dem linkselbischen Ortsteil von Wehlen!

Die Flüsterklause hat nicht die allerbeste Lage, aus normaltouristischer Sicht. Da gibt’s andere Häuser mit breiter Front zur Elbe. Aber die Flüsterklause hat einen traumhaft schönen Garten und einen Aufsteller auf der Straße, der frische Pfifferlinge verheißt. Irgendwie zog es uns da hinein, und wir bereuten es nicht. Die Bedienung – wie wir bald merkten: Inhaber Steffen Thomas – brachte gerade Getränke an den Nebentisch, und der Tonfall schien uns genau richtig: Locker, herzlich, aber nicht kumpelhaft anbiedernd.

Wir kamen, wie so oft bei Wanderungen, außerhalb gängiger Essenszeiten – aber kein Problem: Alles, was auf der Karte steht, stünde uns zur Verfügung. „Aber,“ meinte der Chef, „es kann ein wenig dauern, denn ich bereite alles frisch zu!“ Für „alles frisch“ haben wir ja eine große Vorliebe, also kein Problem – zumindest dann nicht, wenn man nur zu zweit kommt und kein Zwölfertrupp direkt vor einem bestellt hat. Also saßen wir draußen bei unserem Glas Wein und hörten, wie drinnen der Schaumbesen schlug und das Geschirr schepperte. Neugierig ging ich hinein – in eine maritim ausgestattete Klause mit offener Küche. Na klar dürfe ich Fotos machen, Geheimnisse habe er keine! Sprach der Chef und zeigte uns einen Topf mit gekochten Pellkartoffeln: „Das wird Ihr Kartoffelpüree!“

Die Vorfreude wuchs, und als dann die Pfifferlinge mit Kartoffelpüree und Rührei nebst einem kleinen Bohnensalat (7,90 Euro) kamen, roch es verführerisch, sah gut aus und schmeckte traumhaft gut. Mit Pfifferlingen hatte Steffen Thomas nicht gegeizt – und zu unserer großen Freude hatte er sie auch nicht mit Speck geschmacklich erschlagen. Die seien nur in Öl und im eigenen Saft gegart und – nachdem sie trocken gelegt wurden – mit Weißwein gelöscht, erfuhren wir. „Ein Rezept meines Sohnes, der Küchenchef auf Schloss Eckberg ist…“ Oh, an die Küche im Eckberg haben wir gute Erinnerungen! Na klasse, wenn die Familie so zusammenhält.

Flüsterklause
Fährstr. 3a
01829 Stadt Wehlen / OT Pötzscha
Tel.: 035020 70304
Funk: 0173 5718111
www.fluesterklause.de

Geöffnet
im März: an den Wochenenden und Feiertagen
ab April: Montag Ruhetag, Dienstag ab 18:00 Uhr, Mittwoch – Sonntag ab 12:00 Uhr

[Besucht am 11. August 2012 | Zur Karte der hier besprochenen Restaurants in Dresden und Umgebung]

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Flüsterklause 50.954600, 14.033400 RestaurantkritikFlüsterklause, Stadt Wehlen, Deutschland (Routenplaner)
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