Il Padrino: Toller Lachs beim Paten

Beim Il Padrino im Hechtviertel liegt der Revolver auf dem Tisch

Il Padrino

Der Hut hängt an der Wand, aber der Revolver liegt auf dem Tisch. Das Buch neben der Kerze hat einen Durchschuss, sein Titel lautet passenderweise: Das Mafia-Kochbuch. Wir sind im „Il Padrino“, was italienisch ist und Der Pate heißt. Alles klar?

Das il Padrino im Hechtviertel gibt es seit November vergangenen Jahres, zuvor war an gleicher Stelle in der Erlenstraße das Florenz beheimatet. Es ist das zweite Restaurant von Fabio Nicosia nach dem Al Capone in der Alaunstraße. Das Angebot des gebürtigen Sizilianers sieht einfache italienische Küche vor, die aber auf ordentlichem Niveau. Im Rahmen der Aktion Dresden isst fantastisch probierten wir das Menü (für 29,50 €).

Uns bediente der Pate – pardon: der Chef – persönlich, und er tat das erfreulicherweise so, wie wir es in Italien so lieben, aber bei vielen seiner ausgewanderten Landsleute in Dresden und Umgebung vermissen: Mit Charme, Freundlichkeit, Gesprächsbereitschaft, Nettigkeit. Und ohne Arroganz: Dickes Plus. Als Willkommensgruß schickte die Küche eine Mascarponemousse mit Zucchini auf gebackenem Parmesantaler: einfach und anregend. Die Vorliebe der (jungen) Köche für Balsamico-Zierart zeichnete sich hier bereits ab, sie sog sich durchs Menü. Derlei Ablenkungen vom Wesentlichen haben sie gar nicht nötig, aber sie können ja noch dazulernen. Die Vorspeise verströmte einen schönen frischen Geruch, als sie an den Tisch kam. Was war auf dem Teller? Filet vom selbst marinierten wilden Lachs, Nelken, Tatar von Avocado an Vin Santo Gelatinewürfel. So stand’s auf der Karte. Zusätzlich gab es dreierlei Kaviar auf dem Fisch – für mich der schönste Gang des Abends, wegen seiner Leichtigkeit und Frische sowie auch der optisch gelungenen Kombination.

Der Hauptgang bewies, dass die Idee einer Roulade gar nicht so Urdeutsch ist wie viele denken. Aus der Rinderhaxe geformtes Medaillon in dunkler Soße, dazu Püree aus Honig-Kartoffeln und grüner Spargelbund zeigte die Vorliebe der Küche für Süßes (beim Pürree): Gut für die, die es mögen, vor allem im Kontrast zum Herzhafteren. Uns schien das Medaillon ein wenig zu dröge geraten, was schade war. Aber der Tester-Teller war am Ende leer!

Ricottacreme neben einem aromatisierten Pfirsisch-Tee aus warmen Prosecco war ebenfalls süß, aber vor allem ungewohnt mit der kleinen Tasse Prosecco-Pfirsich-Tee. Gefiel nicht allen, dem Süßen aber sehr wohl!

Ristorante il Padrino
Erlenstraße 15
01097 Dresden

Telefon 0351/81082697
http://www.ristorante-ilpadrino.de

UPDATE Juni 2014: Restaurant „aus technischen Gründen“ geschlossen

[Besucht am 26. März 2013 im Rahmen der DNN-Aktion Dresden isst fantastisch | Veröffentlicht am 30. März 2013 in den DNN | Lage | Zur Karte der hier besprochenen Restaurants in Dresden und Umgebung]

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