Ein Jahr Podcast „Auf ein Glas“

Blicke hinter die Kulissen und ein wenig Statistik

UVS-MG

Eigentlich war der Matthias Gräfe ja scharf darauf, Videos zu drehen. Draußen vor seinem Laden Wein & fein, also auf offener Straße. Wie kann man jemandem, der von seinen Ideen aus gutem Grund immer sehr überzeugt ist, sowas ausreden? Mit einer Kaskade von Gegenargumenten, basierend auf frei erfundenen Aussagen wie „ich kann doch gar nicht filmen…“ – „aber die Technik!!!“ – „und das Wetter“. Wenn einer wie ich nicht will, gibt’s da nämlich sehr viele gute Argumente. Keines überzeugte, außer: „Lass uns doch einen Podcast machen!“ Das sei, erklärte ich mit weinseliger Miene (Besuche beim Gräfe sind immer weinselig), der heiße Shice und auch machbar. Außerdem hätte ich da schon mal prophylaktisch was vorbereitet: Titel und Grafik und alles. Das war die Geburtsstunde von „Auf ein Glas“.

Tesch&QR-CodeVorbereitet war in der Tat das Intro (ich hatte einige Tage zuvor mit einer erfolgreichen Podcasterin in Durbach Klingelberger geerntet und Flausen in den Kopf bekommen), aber nicht wirklich vorbereitet war: ich. Da hilft auch reichliches Lesen vorab nicht, denn grau, teurer Freund, ist alle Theorie (Goethe, wer sonst). Also verabredeten sich zwei Ahnungslose, aber voll Motivierte, setzten sich mit den sechs Flaschen der Tesch-Riesling-Lagenbox in ein Nebengemach von Gräfe’s Wein & fein und legten los.

Streng genommen nahmen wir einfach auf, was wir so besprachen – und es entstand zuerst ein ganz normaler Beitrag für die STIPvisiten, mit Text und Bild. Einen Monat später wurde dann die Folge zu unserer Hosting-Plattform hochgeladen – was aber keiner merkte, wie denn auch. Zwei Tage später war die Folge eins dann eingearbeitet in den ersten Podcast-Artikel hier. Eine zögerliche Geburt, könnte man schreiben…

Mikro-SituationenWeil ich ja immer wieder mal gefragt werde, mit welcher Technik wir arbeiten: das Aufnahmegerät ist ein iPhone, an dem anfangs ein externes Mikrofon (Shure MV88 – Digitales Kondensatormikrofon) im Lightning-Anschluss steckte. Eigentlich gar nicht mal so schlecht, aber problematisch wurde es, wenn der Herr Gräfe einfach aufstand (um neuen Wein zu holen, beispielsweise) und dabei munter weiter plauderte. Auch nicht einfach: wenn mehr als zwei am Podcast beteiligt sind. Dann wird’s eng am Tisch – und das in pandemischen Zeiten mit Abstandsregeln! Wir haben uns dann für eine Lösung entschieden, die Beweglichkeit erlaubt – aber durchaus andere Probleme mit sich gebracht hat. Zwei SabineTek SmartMike+ Bluetooth Mikrofone sind, da kabellos und ansteckbar, großartige Helfer bei rastlosen Herumläufern. Allerdings gerät offensichtlich die Synchronisation manchmal außer Rand und Band – das klingt dann, weil ja zwei Mikros im Raum sind, sehr hallig (wer ’ne Lösung kennt: nur her damit!). Auch nicht unproblematisch: wo klemmt man das Mikro an bei Rauschebart und T-Shirt? Wir nehmen dann manchmal das Wasserglas als Mikroständer, aber so war das ja eigentlich nicht gedacht.

Was uns aber immer wichtig war (und auch so bleiben soll): wir wollen uns nicht von der Technik gängeln lassen, wir ziehen unkomplizierten Spaß einem gestrengen Tonmeisterregime vor. Und wenn’s dann (wie bei Kretschko im Keller) auf dem Weinfass Rotwein mit Spaghetti olio e aglio an iPhone mit MV88 gibt – dann ist uns das lieber als mit Kopfhörern zur Kontrolle und hinterm Ploppschutz sitzend die Dinge allzu nüchtern zu betrachten.

Wir und die Winzer

Besuch beim WinzerDer erste Besuch beim Winzer führte uns zu Andreas Kretschko – weil ich uns anfangs noch ein Zeitlimit von 30 Minuten pro Folge gesetzt hatte, ergab das die beiden Folgen 9 und 10. Das Weingut Matyas (Folge 17) und Stefan Bönsch (Folge 20) waren in diesem Jahr die anderen beiden sächsischen Winzer, die wir in deren Kellern besucht haben. Ein vierter Winzer aus Sachsen hingegen hat uns besucht – in den von uns liebevoll Studio Rdbl. genannten Räumlichkeiten, die auch das KistenKäseKontor von Gräfe’s Wein & fein beherbergen: Georg Prinz zur Lippe stand uns einen langen Abend zur Verfügung, daraus enstand die Folge 34. Außerhalb Sachsens und ein wenig auch außerhalb des Gräfe-Stipriaan-Teams gab’s noch einen Besuch bei Sandra und Horst Sauer (Folge 33) – ursprünglich nicht als Podcast geplant, sondern als geschriebener Beitrag

Winzer zu GastWir waren aber nicht nur bei Winzern, sondern bekamen auch Besuch vom Winzer. Der erste, der den Weg nach Radebeul fand, war Stefan Maas. In der Folge 12 berichtet er von seinem Engagement beim Weingut Clüsserath Eifel. Für die Episode drauf, also die verflixte Folge 13, können wir uns wegen der Technik gar nicht genug entschuldigen bei Aaron Schwegler. Wir führten das Gespräch zu viert (neben dem Winzer und den Gastgebern Matthias und Ulrich war auch noch der Sommelier Matthias Dathan dabei) ganz ohne Zusatztechnik – falscher Rucksack, deshalb keine Mikros dabei außer dem eingebauten. Inhaltlich hat uns der Abend aber so viel gegeben, dass wir dachten: Inhalt vor Technik, hau raus den Podcast! Dirk Würtz vom Weingut St. Antony war per Zoom bei uns (Folge 16), und wir tranken zusammen seine Weine und einen Riesling von Andreas Kretschko. In der Folge 27 besuchte uns Charlotte Scholz, Verkaufsleiterin Süd-Ost-Deutschland bei Nicolas Feuillatte – und sie stellte die Champagner des Hauses vor. Gleich danach kam Felix Peters (Folge 28) in Begleitung von Matthias Dathan zu uns. Warum der Sommelier Dathan bei den Winzern manchmal dabei ist, erzählt er natürlich im Podcast. Neben dem beruflichen Antrieb gibt’s aber auch einen privaten – Dathan kommt aus Dresden, da kennt man sich. Wie auch Thomas Sommer, der hier urlaubte und von uns abgefangen wurde. Auch er Sommelier, auch er im Dienste des Weines unterwegs (wenn er nicht im Urlaub ist). Mit Thomas Sommer produzierten wir die Folge 30.

Und in den anderen Folgen? Haben wir einfach nur Weine probiert und drüber gesprochen. Unter anderem vom Christoph Hammel, vom Gunther Hiestand, von Balthasar Ress, von Anette Closheim, vom Weingut Schenk, von Pia Strehn, vom Weingut Wirsching, Badisches von Blankenhorn und Waßmer, Rheingau-Weine von Schloss Reinhartshausen & Schloss Vollrads, von Christian Stahl sowie von Christoph Bauer. Shakespeare hätte die Auswahl so formuliert: wie es Euch gefällt!
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Aber wir sind natürlich offen für Neues, denn wir sind ja neugierig: wer als Winzer*in dabei sein möchte, sollte sich einfach melden (aufeinglas@stipvisiten.de)!

Die Karte der Podcast-Winzer

Tesch-Flight & QR-Code "Auf ein Glas"

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